Meistens vorneweg fuhren die Olchinger Gastgeber. Hier bringt sich Valentin Grobauer  (roter Helm) in eine aussichtsreiche Position.
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Meistens vorneweg fuhren die Olchinger Gastgeber. Hier bringt sich Valentin Grobauer (roter Helm) in eine aussichtsreiche Position.

Speedway

Nervenkrimi beim Heim-Triumph: Der MSC Olching gewinnt zum ersten Mal den Team Cup

  • Peter Loder
    VonPeter Loder
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Nach acht vergeblichen Anläufen wird der deutsche Team Cup nun erstmals für ein Jahr im Trophäenschrank des MSC Olching geparkt.

Olching – Valentin Grobauer, Michael Härtel, Erik Bachhuber und Jung-Star Patrick Hyjek, der noch am Tag zuvor in Leipzig deutscher Juniorenmeister wurde, reizten die Nerven der rund 1000 Zuschauer in der heimischen Maxlrainer-Arena aber bis zur letzten Sekunde aus. Erst im abschließenden der insgesamt 20 Läufe machte Michael Härtel den Deckel drauf und holte den Meisterpott der inoffiziellen 2. Bundesliga in die Amperauen.

Wie schon während der gesamten Saison erwies sich vor allem die bis vor dem Finaltag in der Gesamtwertung noch knapp führende Konkurrenz aus dem hessischen Diedenbergen als hartnäckiger Gegner. Doch stets mussten die beiden favorisierten Teams damit rechnen, dass ihnen die weit angereisten Mannschaften aus Stralsund und Cloppenburg wertvolle Punkte auf dem Weg zum Titel entreißen würden. Das tat dann vor allem der noch von Cloppenburg blitz-verpflichtete Erik Riss.

Spektakel endet in einem Nervenkrimi

Jeweils vier Fahrer pro Team, die in den 20 Durchgängen gegeneinander antraten, lieferten sich auf der perfekt präparierten roten Sandpiste ein zweistündiges Spektakel. Wobei vor allem der mit deutscher Lizenz für Diedenbergen startende Bastian Pedersen einen Glanztag unter strahlender bayerischer Sonne erwischte. Der Neffe von Grand-Prix-Star Nikki Pedersen landete einen Sieg nach dem anderen.

Doch vor den abschließenden zwei Rennen hatten die Olchinger die Wende eingeleitet und lagen punktgleich mit den Hessen an der Spitze. Als sich dann Erik Bachhuber auch von einer Verwarnung nach einem Fehlstart nicht beeindrucken ließ und mit einem Start-Ziel-Sieg weitere drei Zähler aufs Konto der Hausherren buchte, hatte Michael Härtel freie Bahn. Unter dem Jubel der nun nicht mehr auf den Sitzen zu haltenden Zuschauer machte er im Duell mit Diedenbergens Dänen Jesper Knudsen den Sack zu. „Wir sind aus Olching, wir sind aus Bayern, jetzt haben wir was zu feiern“, brüllte Stadionsprecher Philipp Schmuttermayr ins Mikrophon.

Martin Smolinski geht in seiner Rolle als Co-Kommentator auf

Speedway-Ass Martin Smolinksi (r.) kommentierte mit Philipp Schmuttermayr.

Der Ex-Profi teilte sich den Ansager-Job mit Martin Smolinski. Deutschlands bester Speedway-Fahrer hatte wenige Tage zuvor auf ärztlichen Rat die für ihn von Verletzungen geplagte Saison vorzeitig beendet. Doch auf sein Heimspiel wollte der 36-Jährige dann doch nicht ganz verzichten. Weshalb Smolinski kurzerhand die Seiten wechselte und als Co-Kommentator brandheiße Insider-Storys und Interviews aus dem Fahrerlager lieferte.

So war er auch gleich zur Stelle, als Cloppenburgs Lukas Fienhage schon bei seinem ersten Rennen schwer stürzte, sich eine Schulterverletzung zuzog und später den Renntag vorzeitig beenden musste. Es blieb aber der einzige Zwischenfall des mit einem Happy End der Lokalmatadore endenden Teamcup-Finals.

Tags zuvor hatten bereits Olchings Junioren ihren Bayerncup-Heimvorteil genutzt. Sie stehen vor dem letzten Renntag am kommenden Wochenende in Landshut ebenfalls auf der Pole Position.

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