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Hier ist er in seinem Element: Philipp Schmuttermayr in der Olchinger Arena.

Speedway

Verletztes PS-Talent startet am Mikro durch

Im Fahrerlager der Speedway-Asse begann die Karriere von Philipp Schmuttermayr als Stadionsprecher. „Ich sollte ursprünglich einfach nur Interview machen.“ Der Student für Maschinenbauproduktion und Management weiß aus eigener Erfahrung, wann der beste Zeitpunkt dafür ist, einen Motorsportler vors Mikro zu bekommen. Denn Schmuttermayr war selbst eines der großen Speedway-Talente in Deutschland.

VON MATHIAS GSCHWIND

Olching – Begonnen hat die PS-Laufbahn des heute 22-Jährigen in Haunstetten. „Mein Vater und mein Opa waren Motorradfans. Also bin auch ich alles gefahren, was zwei Räder hatte. Bereits zu Grundschulzeiten in Lechhausen begann er parallel zum Fußball mit den Anfängen des Speedway in Haunstetten. Später stieg er auf Motocross beim MSC Augsburg um. Die Amateursport-Karriere von Schmuttermayr führte über die 50-, 125- und 250-Kubikzentimeter-Klassen bis zu Junioren-Europa- und Weltmeisterschaften. Als er dann die Möglichkeit bekam, für den MSC Olching im Teamcup anzutreten, fiel ihm die Entscheidung zuerst nicht leicht. „Ich habe nie vergessen, was Haunstetten für mich getan hat. Deswegen konnte ich den Verein nicht einfach so verlassen“, erklärt der 22-jährige. „Dennoch bin ich auch Olching sehr dankbar, denn über viele Sondertrainings haben sie mir ebenfalls stark geholfen.“

Das bescherte Schmuttermayr 2016 sogar den deutschen B-Lizenz-Meistertitel auf der Langbahn. Doch die folgenden Jahre sollten sportlich nicht die Erfolgreichsten werden. „Natürlich wollte ich meinen Titel 2017 verteidigen.“ Eine Verletzung am Syndesmoseband verhinderte das. Schmuttermayr wollte aber nicht aufgeben. „Ich habe mir vorgenommen, 2018 nochmal anzugreifen,“ Die Saison startete aufgrund seines dualen Studiums an einer Hochschule in Baden-Württemberg aber verspätet. Die sportliche Leistung beim ersten Teamcup-Event mit Olching sei deshalb aus seiner Sicht „einfach nur schlecht“ gewesen. Die negative Krönung war jedoch ein Unfall, bei dem er sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Nach seiner Genesung war jedoch dennoch nicht Schluss. Erst als er sich in derselben Saison beim Motocross den Fuß brach, zog Schmuttermayr einen endgültigen Schlussstrich.

Doch ein Ende ist auch stets ein Anfang. Und so kam Olchings Sportdirektor Stefan Wunderer auf den 22-Jährigen zu. Zu diesem Zeitpunkt war der MSC auf der Suche nach einem weiteren Stadionsprecher. „Ich wurde gefragt, ob ich nicht als Co-Kommentator im Stadion arbeiten will.“ Der Student hatte bereits als Sprecher bei Wasserski-Rennen Erfahrung in diesem Bereich sammeln können.

Die erste Veranstaltung als Stadionsprecher in der Speedway-Arena ist ihm noch gut in Erinnerung. „Ich war zuständig für die Fahrer-Interviews. Als ehemaliger Aktiver kenne ich einfach viele der Jungs. Deshalb weiß ich, wann der beste Zeitpunkt für ein Interview ist.“ Seit 2019 ist Philipp Schmuttermayer nun alleiniger Stadionsprecher bei den Rennen des MSC Olching. Geld bekommt er für seine Arbeit nicht, der Student arbeitet ehrenamtlich. „Ich habe einfach Spaß daran.“ Deshalb sei es ihm wichtiger, dass die Zuschauer von diesem Spaß profitieren und durch Spenden den Verein und die Jugendarbeit unterstützen.

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