Zieleinlauf in Alling: Zur Überraschung aller legte Anja Kobs sogar noch eine Extra-Runde hin. Für die 50 Kilometer fehlten nämlich noch einige hundert Meter.
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Zieleinlauf in Alling: Zur Überraschung aller legte Anja Kobs sogar noch eine Extra-Runde hin. Für die 50 Kilometer fehlten nämlich noch einige hundert Meter.

Laufsport

Für 50 Kilometer braucht Anja Kobs nicht einmal vier Stunden

Bei ihrem 50-Kilometer-Spendenlauf durch den Landkreis Fürstenfeldbruck hat die Allingerin Anja Kobs 2000 Euro für den Caritas-Hospizdienst gesammelt.

Alling – Alles war vorbereitet für den perfekten Zieleinlauf. Rund 20 Menschen hatten sich in Alling auf dem Schulhof versammelt – darunter Bürgermeister Stefan Joachmisthaler. Der TSV Alling hatte ein Zieltor gebastelt. Silvia Dörr, die Fachdiensleiterin „Leben im Alter“ der Brucker Caritas war ebenfalls vor Ort. Anja Kobs hatte schließlich mit dem Lauf zu Spenden zugunsten der ambulanten Hospiz- und Palliativversorgung der Caritas aufgerufen.

Doch als die Läuferin nach rund 3:40 Stunden ins Ziel kam, riss sie nicht jubelnd die Arme hoch – sie lief einfach weiter. Andreas Brünnert, der Kobs auf der Schlussetappe von Schöngeising über Biburg nach Alling begleitet hatte, erklärt: „Es fehlen noch einige hundert Meter für die 50 Kilometer.“ Erst nach einer Extrarunde sind die 50 Kilometer komplett.

Es war der erste Ultradistanzlauf ihrer langen Sportkarriere. Sie brauchte dafür 3:41,30 Stunden. Ein Zeit, die sich viele ambitionierte Wettkampfsportler für die acht Kilometer kürzere Marathondistanz erträumen. Kobs passierte die magische Marke bei rund 3:06,24 Stunden. In Alling wirkte sie wie von Glückshormonen durchströmt. „Ich bin überwältigt von dem tollen Empfang“, lauteten ihre ersten Worte, nach einer langen Umarmung ihrer Mutter.

Zahlreiche Läufer aus dem Landkreis begleiteten die Allingerin auf einzelnen Etappen. In Luttenwang stieß Johannes Hillebrand dazu. „Gut, dass der Hansi dabei war“, meinte Kobs hinterher. Denn auf den langen Geraden von Mammendorf über Eitelsried nach Landsberied mussten die beiden gegen einen heftigen Südwestwind ankämpfen. „Hansi machte den Windbrecher“, erklärte Kobs.

Nach Grafrath folgten für Kobs die schwierigsten Etappen des Ultralaufs: der Anstieg östlich des Schöngeisinger Schlossbergs (46 Höhenmeter) und der Anstieg nach Holzhausen (28 Höhenmeter). Klingt wie ein Kinderspiel – gerade für eine geübte Bergläuferin wie Kobs – doch genau zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon 42 Kilometer in den Beinen. „Dass Andreas plötzlich auftauchte, war Gold wert“, bedankte sie sich bei ihrem langjährigen Laufbegleiter, Andreas Brünnert, der sie ab Schöngeising begleitete.

Ab Holzhausen ging es zwar bergab, aber Kobs’ Oberschenkel sahen darin keine Erleichterung. „Die Muskeln machten zu“, erklärte die frühere Duathlon-Vizeweltmeisterin, ein Gefühl, bei dem sich die ersten Krämpfe andeuten. Es folgten die letzten harten Kilometer. „Eine reine Kopfsache“, seien diese gewesen. „Wenn ich eines kann, dann kämpfen.“ Und das tat sie, selbst als sie eigentlich am Ziel angekommen, noch ihre Extra-Runde drehen musste.

Die Läuferin bedankte sich überschwänglich bei ihren Helfern: „Eine große Leistung erreicht man nur im Team.“ Ebenfalls überglücklich zeigte sich Silvia Dörr: „Toll, dass Anja durch ihre Benefizaktionen immer wieder auf die Situation unseres Hospizdienstes aufmerksam macht. Die Spenden können wir dringend gebrauchen.“

Bis Sonntagabend waren mehr als 1000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Zudem lagen Bargeldspenden und Zusagen für weitere rund 1000 Euro vor. Neben den genannten Bürgermeistern zählte auch Landrat Thomas Karmasin zu den ideellen und finanziellen Unterstützern – er hatte wieder die Schirmherrschaft übernommen.

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Horst Kramer

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