Sechsmal ist Anja Kobs den Pinzenberg rauf und runtergespurtet.
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Sechsmal ist Anja Kobs den Pinzenberg rauf und runtergespurtet.

Trailrun

Die Allingerin Anja Kobs kürt sich zur inoffiziellen österreichischen Meisterin

Zuletzt konnte sich Anja Kobs als beste Deutsche beim Wings-for-Life-Benefizrennen feiern lassen, nun ist sie auch noch österreichische Meisterin geworden.

Maria Alm/Alling – Sozusagen ehrenhalber, denn da die Allingerin über keinen österreichischen Pass verfügt, durfte sie die Trophäe der offenen österreichischen Traillauf-Meisterschaften in Maria Alm im Pinzgau (Salzburger Land) nur anfassen, aber nicht mitnehmen.

Dabei hätte die Ausdauersportlerin jede Auszeichnung verdient gehabt. Der sechsstündige Wettbewerb unterhalb des Hochkönig (2941 Meter) muss eine echte Tortur gewesen sein, wie Kobs dem Tagblatt erzählt. „Es war das vielleicht schwerste Rennen meines Lebens“, bekannte die leidensfähige Ultraläuferin. Sie bewältigte 3047 Höhenmeter auf einer Strecke von 44,95 Kilometern.

Die Veranstalter hatten eine Art Rundkurs von 6,5 Kilometern abgesteckt. Unten in Maria Alm auf 802 Metern ging es los, dann ging es rauf auf den Prinzenberg Natrun (1252 Meter). Insgesamt sechsmal hetzte Kobs den Berg hinauf und hinunter. Nach der fünften Runde hatte sie sowohl die Dritte als auch die Zweite überrundet, die Uhr zeigte zu diesem Zeitpunkt 4:17 Stunden an. Eigentlich konnte Kobs zu diesem Zeitpunkt nicht mehr besiegt werden.

Aber der „Höchkönig-Man Special Edition“, so der Titel der Veranstaltung, war auf sechs Stunden ausgelegt. Kobs ging also noch ein weiteres Mal den Anstieg an –und hätte es fast bereut. „Es ging mir richtig schlecht“, erzählt die 44-Jährige. Ein Kreislaufkollaps drohte, Krämpfe in den Beinen kündigten sich an. Kobs schaltete nicht nur körperlich, sondern auch mental zwei Gänge zurück. „Nach fünf Minuten war der Krampf wieder weg“, so die Allingerin.

Schließlich siegte sie mit riesigem Vorsprung: Auf Platz zwei lief die Münchnerin Anette Zeidler ein (fünf Runden/35,9 Kilometer/2634 Höhenmeter). Die Dritte Brigitte Stubner aus Salzburg (fünf Runden/34,4 Kilometer/2486 Höhenmeter) durfte schließlich den Meisterschaftpokal mit nach Hause nehmen.

Eine große Hilfe sei ihr die Unterstützung von guten Freunden aus der Heimat gewesen, erklärt Kobs: Helga und Heinz Bauernfeind warteten in Maria Alm und feuerten die Sportlerin an. „Dafür bin ich total dankbar“, bekannte die Allingerin. Für den Sommer hat sich Anja Kobs einiges vorgenommen. Schon am 19. Juni will sie bei der Langen Laufnacht in Regensburg starten und eine Woche später an der Triathlon-Mitteldistanz-EM am Walchsee (bei Kufstein).

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Horst Kramer

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