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Triathlon-Triumph mit Abschiedsschmerz

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Von: Peter Loder

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Geleitschutz für die Siegerin: Andrea Becker-Pennrich und Teamkollege Walter Hermes.

Für die eine war es einer der größten Erfolge ihrer Karriere, für die andere der Schlusspunkt der Triathlon-Laufbahn. Während sich Andrea Becker-Pennrich vom TuS Fürstenfeldbruck riesig über ihren Sieg beim traditionsreichen Wörthsee-Triathlon freute, verabschiedete sich die Allingerin Anja Kobs mit dem dritten Platz aus der Mehrkampfszene.

Fürstenfeldbruck/Alling – Die 42-jährige Langstrecken-Matadorin Anja Kobs will sich ab sofort ausschließlich den Laufwettbewerben widmen. Becker-Pennrich stand nach 2:25,30 Stunden auf dem Siegerpodest der Frauen ganz oben. Ebenso wie der bei den Männern diesmal siegreiche Vorjahreszweite Sven Pollert (München) entschied sie damit auch die oberbayerischen Meisterschaft auf der olympischen Distanz (1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen) für sich. Julia Jaenicke (2:26,59) und Anja Kobs (2:27,38) standen mit auf dem Treppchen. Und die Veranstalter konnten sich mit über 2500 Schaulustigen an der Strecke über einen neuen Zuschauerrekord freuen. Insgesamt waren 820 Aktive dabei, darunter auch welche aus Dänemark und Frankreich.

Bei den Männern erreichten mit Paul Günther und Fabian Schaffert zwei weitere Brucker Tri-Team-Athleten als Vierter und Sechster Plätze unter den besten Zehn.

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Am Ende der Karriere Platz drei für Anja Kobs.

Anja Kobs, die 2017 in Kanada Vize-Weltmeisterin auf der Duathlon-Langdistanz (Radfahren und Laufen) wurde, begründete ihr Karriere-Ende in der Triathlon-Szene mit „fehlender Motivation“. Sie habe als zweifache Dritte der Europameisterschaften auf der Mitteldistanz und deutsche Titelträgerin alles erreicht. „Ich brauche keine Bestätigung mehr. Das Leben ist zu kurz, um nur Sport zu treiben“, erklärte die im Personalmanagement tätige 42- Jährige aus Alling, die ihre sportliche Laufbahn als Handballerin beim TSV begonnen hatte. Seit 2012, als die vielgereiste Athletin sich erstmals dem Triathlon gewidmet hatte, stand sie bei 35 Wettkämpfen sechsmal ganz oben auf dem Treppchen. Nur einmal kam sie nicht ins Ziel – was allerdings nach dem Rennabbruch auch alle ihre Konkurrentinnen betraf. Nun wird sich Anja Kobs ausschließlich dem Laufen widmen und hat dafür schon ein Ziel vor Augen: die Drei-Stunden-Schallmauer auf der Marathon-Distanz knacken.

Am Wörthsee nahm sie „sprachlos und mega-glücklich“ Abschied vom Triathlon. Zuvor hatte sie „eine allerletzte Aufholjagd vom Feinsten“ hingelegt. Obwohl das Schwimmen nicht zu ihrer stärksten Disziplin gehört, war Kobs schon zufrieden, dass sie als 19. mit nur zweieinhalb Minuten Rückstand Andrea Becker-Pennrich, der späteren Siegerin, aus dem Wasser stieg. Auf dem Rad blieb die Allingerin am Drücker. Die zwei Runden vom Wörthsee über Schlagenhofen nach Herrsching und zurück absolvierte sie in einer Stunde und elf Minuten. Ihre ganze Stärke spielte die 42-Jährige dann auf der Laufstrecke aus.

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Pech in Hamburg hatte Christian Jais.

Während sich Becker-Pennrich und Kobs auf dem Siegertreppchen am Wörthsee freuten, erlebte knapp 800 Kilometer nördlich der Oberschweinbacher Christian Jais ein kleines Debakel. Beim Hamburg-Triathlon hatte er sich im Kreis der Profis zwar bis auf Rang zwölf vorgearbeitet, musste dann aber nach Kreislaufproblemen aufgeben.

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