Der Mountainman aus dem Moor: Der Luttenwanger Johannes Hillebrand wurde in Nesselwang Dritter.
+
Der Mountainman aus dem Moor: Der Luttenwanger Johannes Hillebrand wurde in Nesselwang Dritter.

Trailrunning

Trotz kurzem Irrlauf: Luttenwanger erreicht Platz drei

Der Luttenwanger Johannes Hillebrand hat beim Mountainman-Lauf bei Nesselwang den dritten Platz belegt.

Luttenwang – Der Gipfel des Hauser Bergs nördlich von Luttenwang liegt gerade einmal acht Meter höher als der Bauernhof von Johannes Hillebrands Eltern. Hinter dem Hügel erstreckt sich das Haspelmoor – ebenfalls kein Areal für einen alpinen Adrenalin-Kick. Und dennoch zieht es den 41-Jährigen immer wieder in die Berge. Jüngst gewann er den Bad Kohlgruber Hörnle-Berglauf. Und nun darf sich der schlaksige Luttenwanger sogar „Mountainman“ nennen, weil er am „Mountainman Nesselwang“ teilnahm, eine Veranstaltung mit verschiedenen Trail-Wettbewerben, die sich gewaschen haben – zumindest ist es ratsam, hinterher unter die Dusche zu hüpfen.

Hillebrand hatte sich für den 22,7-Kilometer-Kurs entschieden, 1157 Höhenmeter rauf und runter – im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein, durch matschige Trails, über rutschige Stufen und durch pappige Schneefelder bis an die Grenze zur österreichischen Exklave Jungholz. Von dort ging es bergab bis zum Grüntensee, ein Stausee der Wertach, und von dort zurück nach Nesselwang. Hillebrand war einer der wenigen Sportler mit Sporthose und Sporthemd – viele Teilnehmer wanderten den Parcours dick eingepackt ab. Es regnete und schneite.

„Mir ging es super“, berichtete Hillebrand dennoch. Wie meist hielt er sich anfänglich zurück, um im letzten Renndrittel anzugreifen und die Vorentscheidung zu suchen. Schon bei Kilometer 13 löste er sich vom Bolsterlanger Christoph Steinmüller, ein Kamerad vom Allgäu Racing Team, für das Hillebrand ebenfalls startet. Vor ihm lag nur noch der Regensburger Christian Neef – ein Profi-Triathlet, der genau zehn Jahre jünger ist als der Luttenwanger. Doch dann bog Hillebrand irgendwie falsch ab – eine Situation, die wohl jeder Trailläufer kennt. Speziell während einer Bergab-Passage, bei der man Tempo machen will.

Hillebrand stand irgendwann buchstäblich im Wald. Er drehte um, fand den richtigen Dreh und machte sich auf die Verfolgung. Neef war freilich auf und davon, Steinmüller war immerhin wieder in Sichtweite. Doch da war auch schon das Ziel. Hillebrand blieb der dritte Platz in glatten 2:06:00 Stunden hinter Steinmüller in 2:05:04 Stunden und Neef in 2:01:11 Stunden. „Ich bin happy mit meinem dritten Rang“, beteuerte Hillebrand hinterher glaubhaft. Zumal er seine Altersklasse mit 15 Minuten Vorsprung gewonnen hatte. Auf Platz acht lief der Jesenwanger Holger Pirzl ein, als M40-Dritter in 2:24:40 Stunden. Allein an dem 22,7-Kilometer-Rennen nahmen 233 Sportler aus ganz Deutschland teil. Insgesamt rannten mehr als 1000 Menschen die Berge bei Nesselwang rauf und runter.

Eine Woche zuvor war Hillebrand auf einem brettlebenen Kurs unterwegs. Bei einem Zehn-Kilometer-Einladungsrennen der LG Sempt, das auf Waldwegen mitten durch den Anzinger Forst führt. Hillebrand wurde hier Zweiter in 32:28 Minuten hinter dem ehemaligem Bayerischen Marathonmeister, dem Ismaninger Daniel Höhn, in 32:22 Minuten und vor dem Landshuter Mathias Ewender in 32:36 Minuten.

Horst Kramer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare