Die Enttäuschung beim Olchinger Speedway-Ass Martin Smolinski ist groß.
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Die Enttäuschung beim Olchinger Speedway-Ass Martin Smolinski ist groß.

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Verletzung bremst Speedway-Ass aus - Keine Teilnahme an der Langbahn-WM und am Grand Prix

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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All die harte Arbeit der vergangenen Wochen war vergeblich. Martin Smolinski zieht seine Teilnahme für die Langbahn-WM und den Grand Prix wegen seiner schweren Verletzung zurück.

Olching – Trotz umfangreicher Reha-Maßnahmen erholt sich der Olchinger Speedway-Profi Martin Smolinski nicht schnell genug von seiner schweren Trainingsverletzung, die er sich bei einem Test im Mai in Leipzig zugezogen hatte. Seine Teilnahme am Speedway Grand Prix und an der Langbahn Weltmeisterschaft musste der 36-Jährige jetzt schweren Herzens absagen.

Es sei die schwierigste Entscheidung des Jahres gewesen, schreibt Smolinski in einer Pressemitteilung. Doch nach Rücksprache mit den behandelnden Chirurgen, seinem Team und seinen Sponsoren, sei dem Olchinger Speedway-Profi nichts anderes übrig geblieben, als die beiden Wettkampfserien abzusagen.

Kurz nach der Verletzung war er noch optimistisch

Dabei war Smolinski zu Beginn der Reha noch positiv gestimmt gewesen. Seine Verletzung – der Kopf seines Oberschenkelkopfes war gebrochen und komplett ausgerenkt – war direkt nach dem Unfall im Zentralklinikum Leipzig operiert worden. Doch während der Knochen heilte, bereitete der ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Ischias- und Peroneusnerv (Wadenbeinnerv) große Probleme.

Mehrmals testete Smolinski, wie sein Körper auf die Belastung auf der Rennmaschine reagiert. Doch das Ergebnis war jedes Mal ernüchternd. „Die Erkenntnisse der ersten Tests auf den Bikes bestätigten, dass mein Körper, obwohl ich mit dem Fahrrad fahren konnte, mehr Zeit braucht um vollständig zu heilen bevor ich wieder Rennen fahren kann.“ Wegen des geschädigten Nervs fehlte ihm die Kontrolle über seinen rechten Fuß. Für die Steuerung eines Speedway-Bikes ist das fatal.

Und so begab er sich nochmals in eine umfangreiche Reha. Doch – wie sich jetzt herausstellte – vergeblich. „Obwohl es eine unglaubliche Reaktion auf diese Behandlung gab, wäre ich mit dem ersten Event in knapp zwei Wochen nicht fit genug, um sicher in Breslau zu fahren“, sagt der 36-Jährige. „Mit dem Rat meiner Ärzte und Physiotherapeuten musste ich akzeptieren, dass mein Körper mehr Zeit braucht.“

Rückzug sei auch ein Gebot der Fairness

Doch nicht nur der langsame Heilungsverlauf bewegte Smolinski dazu, seine Teilnahme schon jetzt zurückzuziehen. Er wollte einem möglichen Nachrücker auch ausreichend Zeit zur Vorbereitung auf die Wettkämpfe ermöglichen, ohne dass dieser damit rechnen muss im weiteren Verlauf doch wieder von dem Olchinger ersetzt zu werden. „Das sehe ich als sportlich und fair an.“

Trotz des Rückschlags verspürt der Olchinger aber auch viel Dankbarkeit. „Obwohl ich 2020 nicht gefahren bin, sondern nur trainiert habe, möchte ich meiner Familie, meinem Team und meinen Sponsoren dafür danken, dass sie mir geholfen haben, alles für diese Saison vorzubereiten. Besonders in den letzten Wochen, als mein Team hinter mir einen unglaublichen Job gemacht hat, um alles auf die Covid 19-Standards vorzubereiten.“

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