Eishockey, DEL, München
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Schock nach ergebnislosen Neuwahlen

Eishockey-Wanderers droht die Auflösung

Germering - Die Wanderers stecken tief in einer Funktionärskrise. Das Vorstandsteam des Germeringer Traditionsvereins, das sich bei der Jahreshauptversammlung zur Wahl stellte, fand keine Mehrheit. Bleibt das so, droht dem Eishockey- und Kunstlauf-Club die Auflösung.

Lange hatten die Verantwortlichen nach einem Nachfolger für den scheidenden Vereinschef Uwe Haulitschek gesucht. Sogar ein öffentlicher Aufruf wurde gestartet. Wenige Wochen vor der Wahl fand sich dann ein Team: Der 39-jährige Puchheimer Unternehmer Jürgen Geiger sollte den Vorsitz übernehmen. Für die weiteren Posten bewarben sich Markus Degenhardt (2. Vorsitzender), Patrick Holzhammer (3. Vorsitzender), Silvia Sohr (Finanzen) und Florian Hutterer (Öffentlichkeitsarbeit). Doch bei der Jahreshauptversammlung im Amadeussaal der Germeringer Stadthalle überschlugen sich dann die Ereignisse.

Vor allem die Eiskunstlauf-Abteilung war mit der Besetzung des engeren Präsidiums nicht zufrieden. „Es sitzen dort nur Personen drin, deren Interessen bei der ersten Eishockey-Mannschaft liegen“, sagte Abteilungsleiterin Silke Overath. Ihre Abteilungsmitglieder befürchteten, dass die Anliegen der anderen Abteilungen zu wenig berücksichtigt werden könnten. Overath schlug deshalb vor, dass der bisherige dritte Vorsitzende Andreas Fallwickl erneut für sein Amt kandidieren solle. „Er hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er die Interessen des Gesamtvereins im Blick hat.“

Bei der Wahl zeigte sich dann, dass die Mitglieder die Bedenken der Eiskunstläufer offenbar teilen: Geiger wurde zunächst noch mit großer Mehrheit gewählt. Degenhardts Bewerbung fiel mit 23:23 Stimmen bei sieben Enthaltungen zunächst jedoch durch. Weil sich erst kein anderer Bewerber fand, wurde ein zweiter Wahlgang gestartet, bei dem Degenhardt dann doch eine knappe 26:23-Mehrheit bei vier Enthaltungen erhielt. Als sich dann jedoch Fallwickls mit 29:19 Stimmen gegen Holzhammer durchsetzte, erklärte Degenhardt, dass er seine Wahl unter diesen Voraussetzungen nicht annehmen werde. „Patrick Holzhammer ist für unser Team und unser Konzept elementar wichtig“, begründete der bisherige Leiter der Öffentlichkeitsarbeit seine Entscheidung. Sämtliche Kompromissvorschläge fielen durch: Weder Holzhammer noch Fallwickl wollten sich als zweiter Vorsitzender zur Verfügung stellen. Als sich Overath schließlich um den Posten bewarb, wurde die Sitzung zunächst unterbrochen, um innerhalb der Kandidaten zu diskutieren, ob dies ein gangbarer Weg ist. Doch das war er offenbar nicht: Nach knapp einer halben Stunde interner Debatte erklärte Wahlleiter Christoph Borst, dass die Wahl abgebrochen wird. Die bestehende Vorstandschaft bleibt vorerst kommissarisch im Amt.

Alle Beteiligten müssen sich nun hinter den Kulissen einigen. Die Zeit drängt, denn laut Satzung muss innerhalb von sechs Wochen – bei anstehender Urlaubszeit – eine erneute Mitgliederversammlung einberufen werden, ansonsten droht dem über 400 Mitglieder zählenden Verein die Auflösung. Haulitschek bezeichnete das Hickhack um seine Nachfolge als traurig: „Wir stellen damit allerhand aufs Spiel“, sagte er und appellierte an die Streithansel, sich zügig im Sinne des Vereins zu einigen.

Andreas Daschner

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