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Die schwindenden Spielerzahlen bei A- und B-Jugenden könnten eine Reform auslösen.

Sechs gegen Sechs als neues Modell?

Wann A-Junioren aufs Kleinfeld dürfen

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Sechs gegen Sechs auch bei den A-Junioren – das kann bald zum Bild auf hiesigen Fußballplätzen werden. Mit dem Norweger Modell will der Bayerische Fußball-Verband Spielbetrieb und Teams aufrecht erhalten.

Viele Vereine kennen dieses Problem, dass man mit viel Mühe gerade noch so im Jugendbereich eine Mannschaft für die Saison melden kann. Besonders bei den A- und B-Junioren, wo schulische und berufliche Interessen bei den Spielern andere Prioritäten setzen. Dann wird es mühsam, das Team zu erhalten. Oft sind Abmeldungen vom Spielbetrieb die Folge. Dem will der Verbands-Jugendausschuss des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) mit dem so genannten Norweger Modell entgegensteuern. Beschlossen wurde es in der Sitzung des Ausschusses, vorgestellt wird es auf den diversen Jugendleitertagungen wie nun für die Gruppe Nord des Kreises Zugspitze in Türkenfeld.

Spielleiter Walter Huppmann fasste die Bedeutung so zusammen: „Wenn wir weiter vernünftig Jugendarbeit machen wollen, müssen wir mit diesem Modell arbeiten.“ Vereinfacht sieht es vor, dass Mannschaften zu neunt oder zu sechst gegeneinander spielen können. Der Verein, der von vornherein um Probleme weiß, kann das Team von Saisonbeginn an unter dem Modell laufen lassen, ohne sportlich benachteiligt zu sein.

Unter der Saison zu wechseln ist zwar möglich, doch wird die Mannschaft aus der Wertung genommen. „Zumindest aber kann sie weitermachen und die Spieler bleiben dem Verein erhalten“, beschreibt Huppmann den positiven Effekt. Der Gastverein, der mit weniger Spielern antreten will, muss dies drei Tage vor einem Spiel dem gastgebenden Klub melden. Dieser ist dann verpflichtet, mit der gleichen Anzahl anzutreten und den geeigneten Platz zur Verfügung zu stellen.

Der gleiche Grundgedanke, nämlich den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, hat auch dazu geführt, dass Mädchen und Buben, zum Beispiel B-Juniorinnen und C-Junioren, eine gemischte Mannschaft bilden können. Das ist zwar schon länger zulässig, aber noch nicht so im öffentlichen Bewusstsein. „Es wird auch noch nicht so oft angewandt“, wie Spielleiter Huppmann auf Nachfrage erklärte. Er räumte ein, dass dies aber Eltern, Trainer und Vereine voraussetze, die voll dahinterstehen. Da seien getrennte Umkleidekabinen ein eher noch kleineres Problem.

In der Gruppe Nord, in der auch Landkreis-Vereine spielen, ist die Situation laut Huppmann „noch sehr paradiesisch“. Das liege ein wenig an der Nähe zu München oder Augsburg. „Vor allem gibt es Zentren, in denen sich Jugendfußball in der Breite entwickeln kann.“ Die ländlicher geprägten Gruppen hätten da weit mehr Probleme.

Immer mehr Zulauf ist auch im Bereich des E-Sports zu verzeichnen. Befürworter wie der BFV-Präsident Rainer Koch sehen in der digitalen Form des Fußballs eine weitere Chance, junge Menschen an den Fußball zu binden. Skeptiker halten dem entgegen, dass man nur ein neues Geschäftsfeld eröffnet, das aber aktive Betätigung auf dem Spielfeld nicht fördert.

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