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Vier plus Eins in Berlin (v.l.):  Julia Schober, Miriam Karcher, Lara Fink, Elvir Mangafic, Corinna Wirkner.

Neue Talente entdeckt

Wasserratten rocken Berliner Schwimmhalle

Corinna Wirkner ist die aktuelle Top-Schwimmerin bei den Fürstenfeldbrucker Wasserratten. Gemeinsam mit Miriam Karcher (16), Julia Schober (14) und Lara Fink (14) rockte die 15-jährige Olchingerin bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften die Berliner Schwimmhalle im Max-Schmeling-Sportkomplex.

Fürstenfeldbruck/Olching– Corinna Winkler krault quasi seit ihren ersten Schwimmkurs-Tagen bei den Wasserratten und zeigte früh schon ihr Talent. Talent ist allerdings nicht alles. Coco, wie sie von ihren Teamkollegen gerufen wird, ist meilenweit entfernt von jeglicher Selbstzufriedenheit. Ehrgeiz, Wille und eine hohe Lernbereitschaft werden ihr von allen bisherigen Trainern attestiert. Weshalb Coco bereits gemeinsam mit ihrer neuen, von der SSG Neptun Germering gekommenen, ebenfalls in Olching lebenden Teamkollegin Miriam Karcher bei der DM im Mai Berliner Luft schnupperte.

Der absolute Höhepunkt ihrer bisherigen Schwimmkarriere war dann die Teilnahme an den offenen Deutschen Meisterschaften im August. Auf ihrer Paradestrecke, den 50 Metern Freistil, war sie zuvor schon dreimalige bayerische Bronzemedaillen-Gewinnerin geworden. Im Herbst wurden dann mit Trainer Elvir Mangafic, einem Ex-Basketballer des SV Germering, die Grundlagen für die Kurzbahnsaison geschaffen. Die Strecken haben für den Wasserratten-Verein einen besonderen Reiz, denn für die gibt es im Landkreis mit den kurzen 25-Meter-Bahnen in den Hallenbädern mehr Optionen. Klubchef Stefan Sponer wirbt seit mehr als zehn Jahren vergeblich für eine Traglufthalle mit 50-Meter-Bahnen über einem der Landkreis-Freibäder. „Es tut sich leider aktuell in dieser Sache überhaupt nichts.“ Trotzdem konnten sich im Fahrwasser von Top-Schwimmerinnen Lea Obermair Talente wie Miriam Karcher und Lara Fink entwickeln.

Die 14-jährige Bruckerin ist ein echtes Eigengewächs der Wasserratten und hatte mit ihrem Opa Wolfram „Wico“ Fink, dem früh verstorbenen Ehrenmitglied des Vereins, einen optimalen Lehrmeister. Im eigenen Gartenpool wurde die Enkelin schwimmtechnisch ausgebildet. Nun war die Qualifikation für die süddeutschen Meisterschaften eine der großen Überraschungen, mit der zu Saisonbeginn niemand rechnete.

Unterdessen war mit Julia Schober aus Mammendorf eine von Sponer schon „verloren geglaubte Wasserratten-Tochter“ im Sommer zum Kreisstadtverein zurück gekerht. Sie hatte zuvor drei Jahre beim SV Dachau trainiert, war dort an ihre Grenzen gestoßen. Wirkner und Karcher, die beiden aktuellen Leistungsträgerinnen der Wasserratten, hatten deshalb zum Saisonbeginn im September den Geistesblitz und die Vision, sich als Staffelteam über die bayerischen Meisterschaften durch schnelle Zeiten für die begehrten Plätze bei der Kurzbahn-DM zu qualifizieren. In Nürnberg schwamm das Quartett nach einer Zitterpartie zum angestrebten Ziel.

Cheftrainer Elvir „Elli“ Mangafic war mit vor Ort in Berlin und stellte die Mädchen perfekt ein. So rockten die Vier in 1:53,41 Minuten das Berliner Becken mit jeweils individuellen Bestzeiten. Platz 18 in der Gesamtwertung der 4x50-Meter-Staffeln waren ein neuer Vereinsrekord. Wirkner verbesserte diese klubinterne Marke als Startschwimmerin in der Einzelwertung auf 27,05 Sekunden.

Die Lagen-Disziplin war dann das Bonusprogramm. Doch auch auf dieser Strecke knackten Karcher (Rücken), Julia Schober (Brust), Corinna Wirkner (Schmetterling) und Lara Fink (Freistil) den Vereinsrekord, der jetzt bei 2:08,25 Minuten steht. Karcher verbesserte als schnellste Brustschwimmerin im Verein ihre persönlicher Bestzeit auf der von ihr weniger favorisierten Rückenstrecke auf 32,14 Sekunden. Und Wirkner pulverisierte ihre persönliche Freistil-Bestzeit vom Vortag auf aktuell 29,07 Sekunden.

Warum auch für Cheftrainer Mangafic und den nachgereisten Präsidenten Sponer Berlin eine Reise wert war, erklärte Präsidiumsmitglied Sandra Bertram, die bei den Wasserratten seit zwei Jahren für das „Land-Training“ zuständig ist: „Es ist ein Genuss, diese jungen Schwimmerinnen zu trainieren und ich bin megastolz auf die vier Mädchen.“ Sponer nutzte deshalb den Trainingsmontag in der Amperoase, um auch den männlichen Wasserratten schon mal bei entsprechenden Leistungen die Vereinsunterstützung für die nächste Reise nach Berlin in Aussicht zu stellen.  lo

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