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Eine Achterbahnfahrt: Das Match der Drittliga-Spitzenreiter vom Brucker TuS gegen die HBW Balingen-Weilstetten II.

Handball

Weiße Weste im Achterbahn-Gefühl verloren

Fürstenfeldbruck – 850 TuS-Fans haben das Hallenspektakel der Wiesn vorgezogen - und den ersten Punktverlust der Brucker Handballer erlebt. 

Die bisherigen Drittliga-Spitzenreiter vom TuS Fürstenfeldbruck sind vorläufig ihre Tabellenführung los, nachdem sie in eigener Halle nicht über ein Unentschieden hinaus gekommen sind und erstmals in dieser Saison einen Punkt abtreten. mussten. Kleiner Trost: Trotz Wiesn waren 850 Zuschauer vor Ort. Und die kamen voll auf ihre Kosten, auch wenn es am Ende nur zu einem 32:32 (17:15) gegen die HBW Balingen-Weilstetten II reichte. Gästetrainer André Doster zollte dem Publikum großen Respekt: „Das ist von der Stimmung her das Beste der ganzen Liga. So macht Handball Spaß.“

Alles war dabei für die Fans: Eine Achterbahnfahrt, Deftiges vom eigens aufgebauten Grill und auch ein bisschen was zum Gruseln. Das lag am Schiedsrichter-Gespann um Markus Fähnle, das den Unmut beider Mannschaften und des Publikums auf sich zog. Eher verhaltene Töne dagegen vom sonst stets kritischen TuS-Trainer Martin Wild: „Es waren viele knifflige Entscheidungen dabei, das war nicht leicht.“

Wild mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden

Auch mit seinen Spielern wollte er nicht zu hart ins Gericht gehen, auch wenn sie vor allem in der Schlussphase die ein oder andere unglückliche Aktion hatten. „Ich war mit der Teamleistung sehr zufrieden. Balingen war stark und hat die beste Saisonleistung gezeigt“, resümierte Wild. Dennoch hätten seine Panther ihre weiße Weste behalten können. So vergaben Marcus Hoffmann und Sebastian Meinzer bei einem Tempogegenstoß fünf Minuten vor dem Ende die Riesenchance zum 32:30.

Doch irgendwie war dieser Fauxpas bezeichnend, denn der TuS konnte sich nie richtig absetzen. Der höchste Vorsprung war kurz nach der Pause beim 19:16 erreicht. Als Hoffmann dann noch mit einem Siebenmeter am starken Gästetorwart scheiterte und Johannes Stumpf zu früh abschloss, drohte gar eine Niederlage. Doch die Gäste machten nichts aus dem letzten Angriff. Dennoch jubelten die Jung-Gallier von der Ostalb nach dem Schlusspfiff, als hätten sie gesiegt. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Punkt“, sagte der Ex-Brucker Falk Kolodziej, der genauso wie der andere ehemalige TuS-Angehörige in Reihen der Gäste, Martin Dangers, eine starke Partie machte und fünf Tore erzielte. Dangers, der sogar noch einen Treffer mehr warf, sprach seinem Ex-Verein ein großes Kompliment aus. „Die Brucker haben eine Leistungsexplosion hingelegt, seit ich weg bin“, lobte der Kreisläufer.

Wilds Plan, den Gegner mit dem Comeback von Routinier Tobias Prestele zu überraschen, ging nur zum Teil auf. „Seine Präsenz hat uns schon gut getan, besonders in der Abwehr“, so der TuS-Coach. Er hatte Prestele mit in den Kader genommen, weil Kreisläufer Julian Prause sich im Training einen Innenbandriss im Sprunggelenk zugezogen hatte. „Wir wussten nicht, wie lange er durchhalten würde“, erläuterte Wild, dessen Team nun zwei Wochen Zeit hat, um sich auf die nächste Herausforderung gegen Pforzheim vorzubereiten.

Tore: 

Stumpf 6, Hoffmann 6/2, Lex 4, Meinzer 3, Maier 3, Leindl 2, Scovenna 2, Prause 2, Engelmann 2, Haller 2

Landesliga:

Fürstenfeldbruck II - Haunstetten 25:20 TSV Herrsching - Eichenauer SV 23:21

von Tobias Huber

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