„Ich bin in er Form meines Lebens“, sagt Anja Kobs. Am Sonntag läuft sie einmal mehr an der Ruderregatta gegen die Zeit.
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„Ich bin in er Form meines Lebens“, sagt Anja Kobs. Am Sonntag läuft sie einmal mehr an der Ruderregatta gegen die Zeit.

Laufsport

„Wings for Life World Run“: Die Allingerin Anja Kobs hat große Ziele bei Benefiz-Event

Anja Kobs startet beim „Wings for Life World Run“. Die Allingerin will bei dem Benefiz-Event in die Weltspitze vorstoßen.

Alling – Ende März ein 50-Kilometer-Lauf durch den Landkreis, Anfang Mai 47 Kilometer um die Ruderregatta-Strecke – der Allingerin Anja Kobs sind während der Corona-Epidemie regelrechte Flügel gewachsen. „Ich bin in der Form meines Lebens“, sagt die 44-Jährige. Die will sie ausnutzen und am Sonntag beim „Wings for Life World Run“ einen Top-Platz in ihrer Altersklasse W40 erobern.

Sagt sie zumindest. Doch wer ihre Zielmarke und die angestrebte Zeit ansieht, stellt schnell fest: Kobs stapelt tief. Denn mit den angepeilten 47 Kilometern wäre sie im vergangenen Jahr Achte der weltweiten Gesamtwertung geworden, knapp hinter der damals 27-jährigen Starnbergerin Thea Heim.

Die sportliche Leistung ist nur ein Punkt, der Kobs antreibt. Der zweite ist die gute Sache. Im vergangenen Jahr wie auch im März sammelte die frühere Duathlon-Vizeweltmeisterin Spenden für den ambulanten Hospizdienst der Fürstenfeldbrucker Caritas ein, beim „Wings for Life World Run“ ist der Zweck vom Organisator Red Bull vorgegeben: 100 Prozent der Startgelder (20 Euro pro Teilnehmer) fließen dabei in die Rückenmarksforschung.

Kobs hatte eigentlich ihren ehemaligen Schulkameraden Andrej Heilig zu ihrem Lauf eingeladen. Der Triathlet wurde vor acht Jahren beim Training in den USA von einem Auto angefahren und sitzt seitdem im Rollstuhl. Derzeit ist Heilig aber in einer Reha-Maßnahme und kann daher nicht vor Ort sein. „Ich werde im Stillen einige Kilometer für ihn mitlaufen“, sagt Kobs.

Strecke und Tempo bei diesem Rennen unmittelbar zusammen. Denn die Teilnehmer werden von einem virtuellen Streckenfahrzeug gejagt. Sobald man überholt wird, ist das Rennen vorbei. Das „Racecar“ gibt allen Teilnehmenden einen 30-minütigen Vorsprung, dann rollt es mit einer Geschwindigkeit von 14 km/h los und erhöht das Tempo nach jeweils 30 Minuten um einen Stundenkilometer. Das heißt, wenn Kobs ihr Durchschnittstempo von 4:14 Minuten pro Kilometer bis zum 47. Kilometer durchhält, ist das Auto schon mit 22 km/h auf der Strecke unterwegs, braucht also für einen Kilometer nur 2:42 Minuten. Der Vorsprung schmilzt also schnell dahin.

Kobs wird wie schon beim Landkreislauf von ihrer Freundin und Triathletin Manja Kunz auf dem Rad begleitet, die diesmal ihren Mann Helmut zur Verstärkung mitgebracht hat. Andreas Brünnert läuft zumindest die erste Runde (4,86 Kilometer) mit und gibt danach den Coach und den „Medienbeauftragten“.

Die Allingerin startet um 13 Uhr und bittet Fans, die vor Ort dabei sind: „Denkt bitte an die Abstandsregeln.“ Eines hat sich Anja Kobs übrigens fest vorgenommen: den Sprung in die Ruderregatta-Gewässer so wie im vergangenen Jahr, als sie hier erstmals die Marathondistanz unter drei Stunden bewältigen konnte. Mehr Infos und den Link zum Live-Video gibt es im Internet auf www.anjakobs.eu und auf www.wingsforlifeworldrun.com.

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Horst Kramer

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