Skifahren in Zeiten von Corona: Skifahrer mit Mund-Nasen-Schutz müssen im Skigebiet von Villars-sur-Ollon auf dem Weg zu einem Skilift durch abgesteckte Wege fahren. Die Skischulen und Vereine aus dem Landkreis pausieren derzeit dagegen mit ihren Kursen.
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Skifahren in Zeiten von Corona: Skifahrer mit Mund-Nasen-Schutz müssen im Skigebiet von Villars-sur-Ollon auf dem Weg zu einem Skilift durch abgesteckte Wege fahren. Die Skischulen und Vereine aus dem Landkreis pausieren derzeit dagegen mit ihren Kursen.

Vereine wollen zumindest trainieren dürfen

Wintersportler hoffen auf Lockerungen - Skischulen brechen die Einnahmen weg

Die Skischulen im Landkreis Fürstenfeldbruck sind ebenfalls vom Lockdown betroffen. Ein großer Teil der diesjährigen Einnahmen fällt weg. Die Verluste sind verheerend.

Landkreis – Die Skischulen und Skiclubs des Landkreises können wegen der weiterhin geschlossenen Skigebiete bis 10. Januar keine Kurse oder Trainings anbieten. Bis dahin soll der neuerliche Lockdown noch dauern. Ob die Sportler dann wieder auf die Pisten dürfen, erscheint in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen allerdings fraglich. Ein großer Teil der diesjährigen Wintersaison – und die damit verbundenen Einnahmen – fallen also weg. Die Planungsunsicherheit aufgrund der unklaren Situation macht den Wintersportlern zu schaffen.

Verheerende Verluste bei den SKischulen

„Wir wollen weder unsere Lehrer noch unsere Schüler gefährden“, Wolfgang Kloyer, Chef der Gröbenzeller Skischule.

Für Beschwerden über die aktuellen Regelungen sieht man bei den Skischulen Kloyer und Müller allerdings keinen Grund. „Das Wichtigste ist zuallererst, dass wir alle gesund bleiben. Wir wollen weder unsere Lehrer noch unsere Schüler gefährden“, betont Wolfgang Kloyer, Chef der gleichnamigen Gröbenzeller Skischule. Trotzdem sind für ihn und seine Schule die Verluste verheerend. Überzeugt, diese Saison trotz der hohen Verluste zu überstehen, ist er trotzdem. Wie auch die Skischule Müller konnte Kloyer mit seinem Team über die langjährige Arbeit ein Polster an finanziellen Rücklagen ansammeln.

Training mit Corona-Regeln hat schon funktioniert

„Man muss versuchen, das zu erlauben, was aus pandemischer Sicht vertretbar ist“, Ludwig Sinzinger, Sportwart im Skiclub Fürstenfeldbruck.

Im Gegensatz dazu haben die Skiclubs finanziell weniger Probleme. Bei ihnen geht es hauptsächlich darum, den Mitgliedern einen Trainingsbetrieb zu ermöglichen. Beim Skiclub Fürstenfeldbruck ist Sportwart Ludwig Sinzinger für die Rennabteilung des Vereins zuständig. Dass während des aktuellen Lockdowns kein Trainingsbetrieb möglich ist, versteht er voll und ganz. Er berichtet aber auch von Skitrainings, die bereits erfolgreich unter Corona-Bedingungen stattgefunden haben. „Es waren nur Vereine zum Training da. Da gab es keinerlei Probleme mit dem Einhalten der Hygieneregeln“, so Sinzinger. „In eine Gondel sind nur diejenigen gegangen, die auch unabhängig vom Skitraining Kontakt hatten, Mund- und Nasenbedeckung tragen die Fahrer sowieso für den Kälteschutz, und auf der Piste fährt man ja eh alleine.“

Daher spricht er sich dafür aus, nach dem Lockdown ausgewählte Trainingsstützpunkte für den Trainingsbetrieb zu öffnen. „Man muss versuchen, das zu erlauben, was aus pandemischer Sicht vertretbar ist. Und dazu zählen Individualsportarten an der freien Luft wie Tennis oder eben auch Ski.“ Mit Ski meint Sinzinger allerdings ausschließlich den organisierten Skisport, nicht aber den Skitourismus.

SV Germering bangt um den Nachwuchs

Nach dem Lockdown wieder trainieren zu können, darauf hofft auch die Leiterin der Skiabteilung des SV Germering Maja Prückner. Denn sie macht sich Sorgen um den Nachwuchs: „Wir brauchen die skibegeisterten Kinder, die bei unserem Skitraining rein schnuppern können, sonst bricht uns ein ganzer Jahrgang weg.“ Deshalb hofft Prückner sehr, dass es Ende Januar wieder auf die Bretter geht.

Da der Verein leistungsorientiert arbeitet, geht es für Prückner während dem Lockdown mit unter um die Erhaltung der körperlichen Fitness der Vereinsmitglieder. Den sogenannten Kaderathleten ermöglicht eine Ausnahmeregelung das Training auch auf der Piste. Kaderathleten sind diejenigen Vereinsmitglieder, die zu einem der Leistungskader des deutschen (DSV) oder des bayrischen Skiverbandes (BSV) gehören. Bei dem SV Germering sind das vier Skifahrer aus den Altersklassen U12, U14 und U16. Diese können mit einer festen Trainingsgruppe unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen sowohl im Inland, als auch im angrenzenden Österreich ausgewählte Lifte für den Trainingsbetrieb nutzen.

Hoffnung auf die Faschings- und Osterferien

Damit auch die Skifahrer auf die Piste zurückkehren können, die keinem Kader angehören, gibt es drei Hürden, die es zu nehmen gilt. Zunächst geht es um die Bergbahnen – solange die geschlossen sind, ist kein Training möglich. Dabei hat der Brucker Skiclub einen besonderen Vorteil, denn es steht seit diesem Winter ein eigener Skilift in Landsberied zur Verfügung. Laut Senzinger soll dort das Hygienekonzept für die Sportler besonders gut umsetzbar sein – sie seien ja unter sich.

Außerdem müssten Tagesausflüge ins Ausland wieder ohne anschließende Quarantäne erlaubt sein, da viele Skigebiete dort liegen. Schließlich lässt sich auch das Trainingsverbot in Gruppen mit den Skikursen und -trainings grundsätzlich nicht vereinbaren.

Die große Hoffnung der beiden größten Skischulen des Landkreises beruht insbesondere darauf, dass die Faschings- und Osterkurse wieder stattfinden können. Dafür brauchen sie dann auch wieder ihre Skilehrer. Insbesondere die Älteren unter ihnen haben aber beschlossen, sich selbst vor einer Infektion mit Corona zu schützen. Sie werden dieses Jahr daher keine Skikurse leiten. Koyer und Müller zeigen gleichermaßen vollstes Verständnis für diese Entscheidungen. Einen Mangel an Lehrern erwarten sie aber nicht. Das liegt auch daran, dass der Andrang für Skikurse erwartungsgemäß niedrig ist. „Seit Beginn des Lockdown Light im November ist unsere Auftragslage gleich Null“, sagt Wolfgang Koyer.

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Paul Burgmeier

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