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Er schraubt und schraubt und schraubt. Martin Smolinski in seiner Olchinger Werkstatt mit Filiale in Göteborg.

Vor dem Saisonstart

Zu Besuch in der PS-Schmiede vom Speedway-Smoli

  • Peter Loder
    VonPeter Loder
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Bei Speedway-Weltmeister Martin Smolinski laufen die Saisonvorbereitungen auf Hochtouren. Doch der 35-Jährige bastelt bereits an einer Karriere nach der Karriere. Weshalb er eine Motortuning-Werkstatt in Göteborg gekauft und die eigene in seiner Heimatstadt neu ausgebaut hat. Dem Tagblatt gewährte er dort Einblick.

Olching Martin Smolinski hat sich beruflich noch breiter aufgestellt und die Firma des Schweden Jan Andersson, der im Grand Prix zu den Top-Drei-Tunern zählte, gekauft. Und das in Göteborg, wo Smolinski im Dezember bei den Verkaufsverhandlungen eine seiner Spezialmaschinen auf einem Hotelparkplatz geklaut, dann aber unversehrt wieder zurückgebracht wurde. Nachdem sich der Schwede mit 65 Jahren zur Ruhe gesetzt hat, griff der siebenfache deutsche Meister und Grand-Prix-Sieger von 2014 in Auckland (Neuseeland) zu.

Smolinski hat mittlerweile auch seine neue heimische Werkstatt in Olching fast fertig umgestaltet. Maschinen und Zubehör sind schon aufgestellt, rund 10 000 Teile einsortiert. „Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Meine eigenen Motorräder stehen von der Vorsaison noch so da, wie sie nach der Reinigung reingekommen sind“, schildert der 35-Jährige, der zuletzt durch eine Bänderverletzung im linken Fuß, die er sich beim Trockentraining mit der Nationalmannschaft in Abensberg zugezogen, arg gehandicapt war.

Angesprochen auf seine Ambitionen im Tuning-Geschäft stellt Smolinski erst mal klar: „Meine Langbahn-Motoren macht weiterhin Manfred Knappe. Er ist in dieser Sparte das Nonplusultra und da lasse ich persönlich die Finger davon.“ Aber er hat nie aufgehört, nebenbei an Motoren zu schrauben. Als gelernter Zweiradmechaniker – die Lehrzeit absolvierte er in Neu-Esting – „liegt es mir schon immer im Blut, an Fahrzeugen und Motoren zu schrauben“. Nun will er das noch intensivieren. „Es ist der nächste Schritt in meinem Leben, denn auch nach der Karriere möchte ich dem Sport treu bleiben.“ Vorerst will er noch ausschließlich sein eigenes Motorenmaterial auf Vordermann bringen mit dem Material und dem Knowhow, das er von Andersson übernommen hat. „Ich bin mir aber sicher, dass der ein oder andere Fahrer kommen wird. Die Gespräche laufen schon.“ Smolinski will auch den Gebrauchtteile-Shop auf seiner Homepage mit Motoren und Material aufstocken.

Die Werkstatt wurde nach dem Umzug von der Schwojer- in die Fritzstraße mit Spezialmesswerkzeug und Motorenprüfstand erweitert. Sie kann Smolinski auch für den potenten Oldtimermarkt nutzen, in dem er sich als technischer Leiter des niederbayerischen Automobil- und Motorradmuseums in Adlkofen ein Netzwerk aufgebaut hat.

Sportlich ist Smolinski heuer erster Wildcard-Kandidat für den Grand Prix. Mittlerweile wird ein Dauereinsatz immer wahrscheinlicher, weil noch unklar ist, ob der US-Amerikaner Greg Hancock sein Dauerstartrecht wahrnimmt. Aus diesem Grund will sich der Olchinger in seinem Team mit einem weiteren Mechaniker noch breiter aufstellen. „Wir wollen bestens vorbereitet sein. Wenn der Grand Prix ruft, kann dies an den Rennwochenende ganz schnell zu Doppelstarts führen.“ Zuletzt hatte Martin Smolinski – seit Sommer stolzer Vater von Sohn Ludwig – aber eher nur repräsentative Auftritte zu erledigen. Beim Neujahresempfang der Stadt Olching etwa, als Studiogast bei München TV oder bei Sponsorenterminen in Leipzig.

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