Tobias Prestele (am Boden) geht keinem Zweikampf aus dem Weg. Gegen Günzburg musste er verletzt vom Feld.
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Tobias Prestele (am Boden) geht keinem Zweikampf aus dem Weg. Gegen Günzburg musste er verletzt vom Feld.

Handball 3. Liga

Zum Sieg mit Plan E wie „erfolgreich“ - Panther brauchen in Günzburg viele Abwehrvarianten

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Vielen Widrigkeiten zum Trotz hat der TuS Fürstenfeldbruck sein zweites Saisonspiel in der 3. Handball-Liga gewonnen. Mit 28:26 schlugen die Panther Günzburg.

Fürstenfeldbruck – Gut geplant ist halb gewonnen – oder in diesem Fall sogar ganz. Denn die Panther haben ihren 28:26-Sieg in Günzburg vor allem ihrem dicken Katalog an möglichen Abwehrvarianten zu verdanken. Das ursprüngliche Vorhaben war schon vor Spielbeginn nicht mehr umsetzbar.

Zeitstrafen für Stefan Seitz zwingen Panther-Coach zum Umplanen

Plan A sieht eigentlich eine offensive Abwehr mit Sebastian Meinzer als Teil des Defensivzentrums – im Handballjargon „vorne Mitte“ genannt – vor. Meinzer stand zwar auf dem Spielberichtsbogen. Zum Einsatz kam er aber nicht. Wegen einer Adduktorenverhärtung. Das Risiko für einen längeren Ausfall war zu hoch.

Folgte also Plan B: Junioren-Europameister Stephan Seitz begann auf vorne Mitte – allerdings nicht lang. „Nach sechs Minuten war der Plan schon wieder über den Haufen geworfen“, sagt Panthercoach Martin Wild. Da hatte Seitz seine zweite Zeitstrafe kassiert. Die Gefahr, ihn mit der dritten und der damit verbundenen roten Karte ganz zu verlieren, war Wild zu groß.

Neuzugang Philipp Hlawatsch: Vom Spielmacher zum Defensivspieler

Aber es gibt ja noch Plan C. Nun übernahm Neuzugang Philipp Hlawatsch die neuralgische Position in der Abwehr. Der machte seine Sache, wie schon gegen Willstätt – gut. An ihm lag es nicht, dass Wild schon bald wieder umstellen musste. Das war vielmehr dem intensiven und schnellen Spiel beider Teams geschuldet. „Ich wollte daher Yannick Engelmann in der Abwehr schonen“, sagt Wild. Was dem Spielmacher offensichtlich gut tat. Im Angriff kam er am Ende auf zehn Tore.

In der Abwehr bedeutete das aber: Plan D. Statt der gewohnt offensivfreudigen Defensive spielten die Panther nun mit einer 6:0-Abwehr mit Korbinian Lex und dem bislang eher unbekannten Lasse Rehmeyer im Zentrum. Rehmeyer gehört eigentlich der zweiten Mannschaft an und wurde als Perspektivspieler in den erweiterten Drittligakader aufgenommen. Warum, das zeigte er mit seiner beherzten Leistung in Günzburg.

TuS-Coach Martin Wild: „Einen Schönheitspreis bekommen wir für das Spiel sicher nicht“

Wer nun meinte, dass alle Pläne ausgeschöpft seien, sah sich aber getäuscht. Denn in der 45. Minute verabschiedete sich Tobias Prestele mit einer Knieverletzung aus der Partie. Diagnose noch offen. Für Wild bedeutete das – man ahnt es schon – Plan E: Ohne den kampfstarken Abwehrrecken die Führung über die Zeit retten. Was am Ende grandios gelang.

„Einen Schönheitspreis bekommen wir für das Spiel sicher nicht“, sagte Wild. Die werden für Kampfspiele auch nur selten verteilt. Trotzdem herrschte bei den fast 1000 Zuschauern in der Halle – darunter rund 150 Brucker – eine heiße Derbyatmosphäre. Den Gastgebern bescheinigte Wild eine gute Leistung. „In Anbetracht der Umstände – unsere vielen Umstellungen und die Stärke des Gegners – können wir mit dem Spiel absolut zufrieden sein.“

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