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60 Minuten Vollgas: DEB-Stürmer Sebastian Uvira einen Schritt schneller als sein weißrussischer Konkurrent.

U 20-WM: Der erste Schritt ist getan

Garmisch-Partenkirchen - Deutschland feiert bei der U 20-Weltmeisterschaft einen Auftakterfolg gegen Weißrussland.

„Der erste Schritt ist getan, aber gewonnen haben wir noch lange nichts.“ Ernst Höfner ist Realist, deshalb brach er nach dem 2:1-Auftakterfolg der deutschen U20-Mannschaft bei der Eishockey-B-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen gegen Weißrussland auch nicht groß in Jubel aus. „Es ist ja nicht wichtig, ein Spiel zu gewinnen, sondern wir müssen eine ganze Woche gut spielen.“

Der Auftakt aber ist gemacht, und der verlief nach Wunsch. „Der Sieg war das Ziel, und den haben wir geschafft.“ Dass er mit 2:1 vor 1200 Zuschauern eher knapp ausfiel, war Höfner egal. „Wir haben uns insgesamt mehr Chancen herausgespielt, und daher denke ich, dass wir auch verdient gewonnen haben.“

Das kann man getrost so stehen lassen. Denn in der Tat: Nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt legten die Deutschen im Olympia-Eissport-Zentrum einen mächtigen Zahn zu. Weißrussland brachte kein Bein mehr aufs Eis. „Wir haben im ersten Drittel viele Checks ausgeteilt, das hat sich beim Gegner schon ausgewirkt“, meint Höfner. Dass nach 40 Minuten nur eine 1:0-Führung auf der Anzeigentafel stand, war für die Osteuropäer schon sehr schmeichelhaft. Denn Deutschland hatte beste Einschussmöglichkeiten: Richard Gelke, Cory Mapes, Marcel Noebels, Tobias Rieder – reihenweise scheiterten sie am starken Torhüter Yan Shelepnyov. Nico Krämmer hatte Pech, als er den Pfosten traf.

Der erlösende Treffer fiel erst nach 34 Minuten: Zunächst scheiterte Noebels aus dem Gewühle mit einem Rückhandschuss noch am Pfosten, Bernhard Keil konnte dann aber ins leere Tor abstauben. Endlich das 1:0, das von den vielen Zuschauern auch lautstark gefeiert wurde.

Weißrussland wirkte platt. Doch wer das Team bereits abgeschrieben hatte, der täuschte sich. Denn nach einer überstandenen Unterzahl im Schlussabschnitt spielten auf einmal die Weißrussen auf: Immer wieder wirbelte vor allem der erste Block, der nach 49 Minuten dann auch tatsächlich den Ausgleich schaffte: Maxim Parfeyevets wurde für einen Augenblick nicht bewacht – schon stand es 1:1.

Nun musste sich zeigen, wie die Deutschen mit Druck umgehen können. Sie bestanden diesen Test: Denn nur eine gute Minute später erzielte Krämmer den umjubelten Siegtreffer. Nickolas Latta hatte sich in Unterzahl über links durchgetankt, den Abpraller verwertete der Landshuter Krämmer zum 2:1. „Das Tor quasi gleich im Gegenzug war sehr wichtig für uns“, betont Höfner. Deutschland bekam die Partie wieder besser in den Griff und schaukelte den Sieg nach Hause.

Christian Fellner

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