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„Es ist ein 50:50-Spiel“

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Garmisch-Partenkirchen - U20-Weltmeisterschaft: Heute Abend Endspiel Deutschland gegen Norwegen - Ein Punkt reicht zum Aufstieg

Es geht um die Wurst: Deutschland gegen Norwegen, das Duell der Absteiger 2011 - um den Aufstieg 2012. Den bisher ungeschlagenen Deutschen würde im letzten WM-Spiel (19.30 Uhr) sogar ein Punkt reichen, und die Rückkehr in die Elite wäre perfekt. Aber: „Mit Rechenspielchen beschäftigen wir uns nicht. Wir spielen auf Sieg“, betont Bundesnachwuchstrainer Ernst Höfner. Die Devise ist also klar: Vollgas für den Aufstieg.

Vollgas war daher auch im Abschlusstraining angesagt: Immer wieder rief der Coach Spieler zu sich, erklärte, gestikulierte, zeigte die gewünschten Laufwege. „Nach der etwas leichteren Partie gegen die Briten mussten wir wieder Zug reinbringen und Spannung aufbauen, damit wir gegen die Norweger sofort konzentriert bei der Sache sind“, erklärt Höfner. Er weiß, dass es an diesem Abend um alles geht: Eine Niederlage würde den deutschen Aufstiegstraum beenden. Die vier bisherigen Siege wären wohl nichts mehr wert (siehe Randspalte).

Doch soweit soll es erst gar nicht kommen. „Wir wissen um die Stärken der Norweger“, sagt Höfner. „Besonders im Powerplay sind sie sehr stark.“ Heißt: Dumme Fouls verboten. „Sonst könnte es schwierig werden.“ Ohnehin erwartet der Bundestrainer eine enge Kiste. „Die Chancen stehen 50:50“, meint er.

Sorgen bereitet Höfner allerdings der Magen-Darm-Virus, der schon die ganze Woche im deutschen Lager grassiert. Zwar haben Andreas Pauli und Henry Haase, die gegen die Briten fehlten, wieder am Training teilgenommen. Doch nun hat es Maximilian Renner und Mirko Höfflin erwischt. Ob sie gegen Norwegen dabei sind, ist fraglich. Höfner: „Wir hoffen, dass sie rechtzeitig fit werden. Aber ein paar Prozent werden ihnen schon noch fehlen.“

Nick Latta ist bisher gut und vor allem gesund durch das Turnier gekommen. Der 18-jährige Stürmer fühlt sich pudelwohl im Olympia-Eissportzentrum. Schließlich stürmte er zwei Jahre für den SC Riessersee in der DNL, bevor er sich im Sommer 2010 nach Kanada verabschiedete. Er ist gerne nach Garmisch-Partenkirchen zurückgekommen. „Es war eine Super-Zeit hier. Vor allem der Ron (sein damaliger Trainer Ron Chyzowski, Anm. d. Red.) hat mir sehr weitergeholfen.“ Nun gibt es für den Peitinger auf quasi heimischem Eis kein anderes Ziel als den Aufstieg. „Ich war halt vergangenes Jahr schon dabei, als wir in Buffalo abgestiegen sind. Deshalb ist der Anreiz noch größer als vielleicht für andere.“

Seinen Beitrag hat Latta bisher schon geleistet. Drei Tore und eine Vorlage kann er vorweisen. „Das passt schon, auch wenn ich gegen Österreich gerne ein paar Punkte gemacht hätte.“ Grundsätzlich hat Höfner Latta aber auch eher als Arbeitstier verpflichtet. „Er ist sehr wichtig in Unterzahl und gewinnt viele entscheidende Bullys“, lobt der Chefcoach. Der Stürmer selbst identifiziert sich mit der Rolle. „Es ist doch super, wenn die anderen in Überzahl Tore schießen und wir dafür sorgen, dass wir in Unterzahl keine kassieren.“ Am Bullypunkt ist er sowieso eine Koryphäe: Im Turnier ist er mit einer Traum-Statistik von fast 75 Prozent die klare Nummer eins. Und darauf ist er stolz.

Viel lieber als der Titel Bullykönig wär ihm allerdings die Goldmedaille. Dazu muss am Samstag der Sieg gegen Norwegen her.

(Christian Fellner/Thomas Fritzmeier)

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