Kein Durchkommen: Abwehrriese und DEB-Kapitän Konrad Abeltshauser macht auch als Türsteher eine gute Figur.

Ein (Abwehr-)Riese als Dirigent

Garmisch-Partenkirchen - DEB-Kapitän Konrad Abeltshauser spricht mit dem Tagblatt über seine Rolle als Führungsspieler bei der U 20-WM in Garmisch-Partenkirchen und den Gastgeber-Druck.

Dienstag, kurz vor 15 Uhr: Trainingsende bei der U 20- Nationalmannschaft. Lockeres Auslaufen war angesagt. „Ein bisschen Beine bewegen und schwitzen“, erklärt

Lesen sie auch:

Deutschland demütigt Österreich

U 20-WM: Der erste Schritt ist getan

Bundesnachwuchstrainer Ernst Höfner. Direkt hinter Höfner kommt Konrad Abeltshauser vom Eis. Schmunzelnd und total entspannt. Der 19-jährige Abwehrriese (1,96 Meter), der bei den Halifax Moosheads in der OHL spielt, ist gut drauf. Kein Wunder, bei der WM läuft alles nach Plan für ihn und seine Kollegen. Ein kurzes Gespräch mit den Journalisten? „Kein Problem“, sagt der deutsche Kapitän. „Geht’s aber ins Warme“, mahnt hingegen der Bundestrainer. „Wir brauchen nicht noch einen Kranken.“ Verständlich, schließlich hüten bereits fünf Spieler das Bett (siehe Splitter).

Abeltshauser ist davon verschont geblieben. Zum Glück. Denn der Verteidiger ist der Kopf der deutschen Mannschaft. Der Chef – auf und neben dem Eis. Nicht umsonst hat ihm Höfner das große „C“ auf die Brust geklebt. „Er ist ein absoluter Führungsspieler und unglaublich wichtig für unser Team“, lobt Höfner.

Abeltshauser selbst sieht seine Rolle gelassen: „Ich versuche, meine Leistung zu bringen und den jungen Spielern zu helfen, so wie es die älteren Kameraden früher bei mir getan haben.“ Früher? „Es ist ja immerhin schon meine dritte U 20-WM“, erklärt der Bad Heilbrunner. Einen Aufstieg und einen Abstieg hat er schon miterlebt. Heuer soll sein zweiter Aufstieg hinzukommen.

„Das ist unser Ziel, und wir sind der Favorit“, stellt Abeltshauser klar. Zusätzlicher Druck als Gastgeber? „Ein bisschen. Aber wir kommen mit dieser Rolle gut zurecht. Außerdem gehört das ja irgendwie dazu“, meint Abeltshauser in seiner typisch entspannten Art. „Alle versuchen uns zu schlagen. Denn wer heuer aufsteigen möchte, muss uns besiegen. Aber das wissen wir.“

Bisher ist es aber beim Versuch geblieben: Weißrussland konnte beim 2:1-Sieg der Deutschen gut ein Drittel mitspielen. Die Österreicher beim 2:11-Debakel höchstens zehn Minuten. „Die erste Partie war etwas zäh. Aber gegen die Ösis haben wir dann gezeigt, was wir drauf haben“, sagt der DEB-Kapitän.

Bilder vom Spiel Deutschland vs. Österreich

Bilder: DEB-Auswahl schießt Österreicher ab

Bilder: DEB-Auswahl schießt Österreicher ab

Heute nehmen nun die Slowenen Anlauf, um den Favoriten zu stürzen. „Das ist ein Gegner, den wir respektieren“, stellt Abeltshauser klar. „Aber wir haben vor niemanden Angst. Wenn alle ihre Leistung abrufen, werden wir Slowenien schlagen“, prophezeit er.

Abeltshauser selbst wird dann wieder von hinten dirigieren. Das Team ordnen. Dafür sorgen, dass nichts anbrennt. Die großen Offensivaktionen überlässt er bisher den anderen. „Das hat sich im Laufe der Vorbereitung so ergeben“, meint er. „Normalerweise spiele ich schon etwas offensiver. Aber wir haben so viele gute Stürmer im Kader, da muss ich keine Tore schießen. Ich hebe mir meinen Hammer für die entscheidenden Spiele auf“, sagt er schmunzelnd. Hoffentlich wird sein Hammer nicht schon heute gebraucht.

Thomas Fritzmeier

Auch interessant

Kommentare