+
Erfolgreiches Team: Der Anschieber Florian Bauer (l.) vom BRC Ohlstadt und sein Pilot Johannes Lochner zählen mit ihrer Mannschaft im Viererbob zu den Favoriten.

Mögen die Wettkämpfe in Whistler beginnen 

Auf Gaisreiters Spuren: Zwei Sportler des BRC Ohlstadt streben nach WM-Gold

  • schließen

Noch immer wartet Stefan Gaisreiter auf einen Nachfolger. 1979 krönte er sich am Königssee als bislang letzter Ohlstädter zum Bob-Weltmeister. In seine Fußstapfen trat seither niemand. Ändern wollen das Florian Bauer und Ashleigh Pittaway. 

Ohlstadt/Whistler – Seinen Vater würde es nicht stören. Da ist sich Christoph Gaisreiter sicher. „Ganz im Gegenteil“, betont der Vorsitzende des BRC Ohlstadt. „Auch er findet, dass es höchste Zeit ist, dass jemand in seine Fußstapfen tritt.“ Im Viererbob fuhr Stefan Gaisreiter 1979 am Königssee zum Weltmeister-Titel. Als bislang letzter Ohlstädter. Mit Florian Bauer, 25, und Ashleigh Pittaway, 18, streben nun erneut zwei Sportler des einst so erfolgreichen Vereins nach WM-Gold.

Vor allem Bauer, der bei den Wettkämpfen in Whistler (Kanada) als Anschieber im Viererbob-Team von Johannes Lochner an den Start geht, hat realistische Chancen, auf dem Podest zu landen. Die Weltcup-Saison schlossen Bauer und Co. als Dritte ab. „Ein Riesenerfolg“, sagt Gaisreiter. „Sie zählen sicher zu den Favoriten.“ Um Gaisreiter senior als Titelträger zu beerben, bräuchte der 25-Jährige jedoch einen Traumtag. Nur einmal stand er während seiner Karriere bislang auf Platz eins.

Die große Stärke von Bauer ist dessen Schnelligkeit. Erst vor wenigen Jahren wechselte der ehemalige Leichtathlet von der Tartanbahn in den Eiskanal. Die 100 Meter läuft er in 10,5 Sekunden. Eine fantastische Zeit. Das Bemerkenswerte: Bauer hat zuletzt viel an seiner Athletik gearbeitet. Er schuftete im Kraftraum, baute Masse auf. „Langsamer“, sagt Gaisreiter, „ist er deswegen aber nicht geworden.“

Athletin hat Nervenstärke

Ein paar Kilo mehr würden auch Ashleigh Pittaway nicht schaden. Um in der absoluten Weltelite mitmischen zu können, fehlt es der 18-jährigen Skeleton-Pilotin noch an Kraft und Gewicht. „Das ist aber zu einem Großteil dem Alter geschuldet“, sagt Gaisreiter. „In den nächsten Jahren wird sie sich auch in diesem Punkt verbessern – ganz sicher.“

Aufstrebendes Talent: Für die 18-Jährige Ashleigh Pittaway ist allein die Teilnahme bei der WM ein Erfolg. 

Für Pittaway ist allein die Teilnahme bei den Titelkämpfen in Kanada ein Erfolg. Dennoch sieht sie der BRC-Chef nicht chancenlos. Die schwierige Bahn in Whistler, die nicht von ungefähr zu Pittaways Lieblingsstrecken zählt, kommt ihrem Stil entgegen. „Dort ist vor allem Fahrgefühl gefragt – und da hat Ashleigh schon jetzt ein unfassbar gutes.“ Als weiteren Pluspunkt nennt Gaisreiter die Nervenstärke der jungen Athletin. Auch in aufregenden Momenten – wie zum Beispiel einem WM-Start – verfalle sie nicht in Hektik. „Sie bleibt immer cool, verliert niemals den Fokus.“ Erwischt Pittaway einen guten ersten Lauf, hält der Ohlstädter eine Platzierung unter den besten Zehn für möglich. „Damit wären wir alle mehr als zufrieden.“

Die Finalläufe im Viererbob wird Gaisreiter gemeinsam mit weiteren BRC-Mitgliedern wie Dennis Pihale und Florian Schablitzky am Königssee verfolgen. Die bayerischen Meisterschaften finden dort am Wochenende statt – inklusive WM-Party samt Großleinwand. „Ein idealer Rahmen“, sagt der Vorsitzende. Sein Vater bleibt übrigens Zuhause in Ohlstadt. Er wird vor dem Fernseher sitzen, wenn es losgeht. „Der Wecker ist schon gestellt.“ Na klar. Die Chance auf einen neuen Ohlstädter Weltmeister gibt es schließlich nicht alle Tage.

WM-Programm:

Donnerstag, 7. März

21:30 Uhr Skeleton (Frauen) Lauf 1

23:00 Uhr Skeleton (Frauen) Lauf 2

Freitag, 8. März

21:30 Uhr Skeleton (Frauen) Lauf 3

23:00 Uhr Skeleton (Frauen) Lauf 4

Samstag, 9. März

02:00 Uhr Viererbob (Herren) Lauf 1

03:30 Uhr Viererbob (Herren) Lauf 2

Sonntag, 10. März

02:00 Uhr Viererbob (Herren) Lauf 3

03:30 Uhr Viererbob (Herren) Lauf 4

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare