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Auf nach Ruhpolding

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Von: Patrick Hilmes

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Hanna Kebinger übergibt an David Zobel beim Mixed-Wettkampf in Obertilliach.
„Komm, wir fahren gemeinsam nach Ruhpolding“: Hanna Kebinger (l.) und David Zobel dürfen sich vom morgigen Mittwoch bis zum Sonntag mit den weltbesten Biathleten messen. © IMAGO images/eibner europa

Diesmal stimmt es: Zuletzt musste David Zobel eine Falschmeldung verkraften, doch beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding ist der Werdenfelser nun wirklich dabei. Das gilt ebenso für Hanna Kebinger.

Ruhpolding – Platz nehmen, Laptop an, sich austauschen, diskutieren. So gestaltete sich der Montagabend für die Biathlon-Trainer des Deutschen Skiverbandes (DSV). Das Ergebnis dieser Videokonferenz ist ein erfreuliches aus Sicht der Werdenfelser Athleten. Denn für zwei ging es am Dienstagmorgen ab nach Ruhpolding, wo von Mittwoch bis Sonntag der nächste Weltcup Station macht. Mit von der Partie sind Hanna Kebinger und David Zobel.

„Diese Fake News haben mich echt fertig gemacht“

David Zobel

Diesmal stimmen auch wirklich die Namen. Davon versicherte sich das Tagblatt nochmals nach der offiziellen Meldung des DSV. „Gott sei Dank, diesmal bin ich wirklich dabei“, entfährt es Zobel am Telefon. Hintergrund ist, dass bereits vor dem Weltcup in Oberhof der 25-Jährige auf der Facebbook-Seite des DSV unter den Nominierten aufgelistet war. Ein Fehler, der dem Social-Media-Team ein zweites Mal unterlaufen war (wir berichteten). „Diese Fake News haben mich echt fertig gemacht“, erzählt Zobel. Doch diesmal erfuhr er die frohe Kunde aus erster Hand, direkt von den Trainern beim Ausradeln nach den IBU-Cup-Rennen in Osrblie (Slowenien). Er durfte also anschließend direkt seine Tasche packen, und am nächsten Morgen ging es mit dem Auto sechseinhalb Stunden ab nach Ruhpolding.

Starke Leistungen im IBU-Cup

Dass Zobel sich nun ein zweites Mal nach seinem Debüt beim Weltcup-Finale der Vorsaison mit den besten Biathleten der Welt messen darf, ist der Lohn für seine starken Leistungen im IBU-Cup. In der Gesamtwertung liegt er auf Rang vier, den er in Slowenien nochmals festigte. Beim ersten von zwei Sprints landete der Wahl-Murnauer auf Rang vier. Im zweiten Sprint vergab er am Schießstand eine bessere Platzierung und musste sich mit Position 21 begnügen. Dennoch verbuchte er seine Auftritte in Slowenien als Erfolg, denn die Konkurrenz ist enorm. Vor allem die Norweger sind überragend aus der kurzen Pause gekommen. „Davon könnte jeder auch im Weltcup unter die Top 15 laufen. Wenn man da mithalten kann, dann heißt das schon was“, betont Zobel.

Nur nicht den Fokus verlieren

Entsprechend selbstbewusst geht er nun auch in Ruhpolding an den Start. Zumal er weiß, worauf er zu achten hat. „Ich darf den Fokus nicht verlieren, auch wenn ich mich gut fühle.“ Das ist seine Lehre aus dem zweiten Sprint von Osrblie. „Die Krux ist, dass ich mich am zweiten Tag eigentlich besser gefühlt habe.“ Doch am Schießstand verlor er die Konzentration, drei Fehler waren die Konsequenz.

Überraschungsnominierung: Kebinger fragt bei Trainern doppelt nach

Nicht einen einzigen Fehlschuss hat sich Kebinger in Slowenien geleistet, verbuchte die Plätze elf und zwölf und fiebert nun ihrem Weltcup-Debüt entgegen. Doch auch die 24-Jährige glaubte zunächst an eine Falschmeldung: „Ich war total überrascht, konnte es nicht glauben.“ Daher fragte sie lieber nochmals bei den Trainern nach, ob auch wirklich ihr Name im Verbund mit dem Weltcup gefallen ist. Sie hatte richtig gehört. „Damit hab’ ich nicht gerechnet, nicht so schnell.“ Denn im Gegensatz zu Zobel waren Kebingers bisherige Saisonleistungen sehr von Schwankungen geprägt. Zumeist war bei den IBU-Cup-Rennen ein Ausreißer nach oben dabei, ansonsten landete sie oftmals im Mittelfeld des Klassements. Erst in Slowenien folgten zwei Top-Leistungen am Stück.

Neueste Erfolge dank Mentalcoach

Das hat seinen Grund: „Ich arbeite jetzt mit einer Mentaltrainerin zusammen, und wir haben uns ein paar Konzepte überlegt.“ Denn Kebinger bereitete sich vor allem selbst Probleme. „Ich wusste, ich kann es besser. Dadurch stand ich mir aber selbst im Weg und habe mich zu sehr unter Druck gesetzt.“ Jetzt versucht sie, solange wie möglich die bevorstehenden Rennen auszublenden, sich nicht zu viele Gedanken im Vorfeld zu machen. Auch die Pause über die Feiertage half. Kebinger ließ sich boostern, gönnte sich Ruhe, sammelte Kraft, tat einfach mal nichts. Nun will sie in Ruhpolding beweisen, dass sie nicht zu unrecht nominiert wurde. Dafür muss sie vor allem ihre Nervosität in den Griff bekommen. „Die wird sicher noch kommen, aber derzeit überwiegt die Vorfreude.“

Zobel wird die Fans vermissen

Damit geht es ihr ebenso wie Zobel. Doch der gebürtige Starnberger blickt auch etwas wehmütig voraus. „Ohne Corona wäre es natürlich noch besonderer. Ruhpolding ist ja nicht so weit weg von Murnau. Da wären sicherlich Familie und einige Freunde vorbeigekommen. Das tut weh.“

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