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Gemeinsam über den Dächern Murnaus: Andreas Mayr und Maximilian Dück (r.) präsentieren das Plakat. 

Ein Schmankerl für Sportfans

Basketball meets Handball: Das gab‘s in Murnau noch nie

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Zwei Teams, eine Idee: Ein Doppel-Heimspieltag der besonderen Art steht vor der Tür. Er geht am Samstag über die Bühne.

Murnau – Zwei Sportvereine, zwei Teams, zwei Spiele, aber nur eine Veranstaltung. Das gab’s noch nie in Murnau. Jetzt wird der Bann gebrochen. Basketballer und Handballer tun sich zusammen und laden für Samstag, 24. November, zu einem Doppel-Heimspieltag der besonderen Art ein: Um 17 Uhr treffen die Herren des ESV Staffelsee in der Basketball-Bayernliga auf den TV Traunstein, um 19.30 Uhr machen die Handballer des TSV Murnau in der Bezirksliga gleich weiter mit ihrer Partie gegen den Eichenauer SV. Und das nicht etwa an der heimischen Poschinger-Allee, sondern auch in der Sporthalle des Gymnasiums, der Heimspielstätte des ESV Staffelsee.

„Es ist eigentlich schade, dass die Vereine nie etwas gemeinsam auf die Beine stellen“, betont Andreas Mayr, der in die Rolle des Cheforganisators für den Doppelspieltag geschlüpft ist. „So groß ist die Murnauer Sportwelt ja nicht. Fußballer, Basketballer, Handballer, Volleyballer, viel mehr gibt es im Teamsport nicht.“ Und doch fehlen die Berührungspunkte. „Die Sportstätten liegen nicht weit auseinander, aber man kennt sich nicht so wirklich.“ Ein Zustand, der vor allem Maximilian Dück sauer aufstößt. Er ist der Trainer der Handballer des TSV Murnau. Und er sitzt samstagabends immer wieder mal in der Halle bei den Basketballern. „Gleich nach unserem ersten Saisonspiel hat er mich angesprochen, ob wir nicht mal gemeinsam Sache machen könnten.“ Mayr, beim ESV Schiedsrichter, Trainer und im Grunde Mädchen für alles, vor allem wenn es um die Organisation von Events geht, war sofort Feuer und Flamme. „Irgendwie ist man sich ja so nah und doch so fern“, philosophiert er ein wenig.

Die Idee war schnell geboren: Warum nicht beide Mannschaften direkt hintereinander in einer Halle präsentieren? „Maxi war von der Stimmung bei uns der Halle immer beeindruckt“, sagt Mayr. Die Basketballer haben mittlerweile ein beachtliches Stammpublikum, das bei Derbys oder Spitzenspielen schon mal mehrere hundert Besucher umfasst. Und: Beim ESV läuft es ab wie in einer großen Familie. „Da kommen die Kinder aus den Nachwuchsteams, die Frauen, die Eltern.“ Sie alle schaffen eine echte Heimspielatmosphäre.

Rahmenprogramm für die Fans

Dieses familiäre Gefühl geht Dück in der TSV-Halle an der Poschinger-Allee manchmal ein wenig ab. Klar, das Zuschauen ist dort nicht sonderlich einfach. Es fehlt eine Tribüne. Sind dort nur mal 100 Menschen da, wird’s bereits richtig eng.

Mit der Doppel-Veranstaltung wagen sich die Mannschaften nun auf Neuland. „Wir wissen nicht, wie es ankommt“, sagt Mayr. Er kann nicht abschätzen, wie viele Sportfans kommen. Mehr als 500 waren es vergangene Saison im Basketball-Derby gegen Weilheim. Von solch einer Zahl geht er nicht aus. „Alles, was über 300 liegt, wäre gut.“ Werbung betreiben die Vereine genug. Die Handballer haben sich um die Plakate gekümmert, befeuern die sozialen Netzwerke im Internet. „Viel läuft auch über Mundpropaganda.“ Die Fußballer sind bereits aktiviert. Männer und Frauen wollen vorbeischauen. „Ein richtig schönes Miteinander wäre cool.“

Logistisch wird der Heimspieltag durchaus eine Herausforderung. „Wir dürfen keine zu lange Pause haben zwischen den Spielen, sonst laufen die Zuschauer davon.“ Dessen ist sich Mayr bewusst. Er geht aber eher davon aus, dass es knapp werden könnte mit der Zeit. Denn: „Wir müssen ja nach dem Basketball umbauen.“ Das Feld der Handballer ist viel größer, allein sechs Meter breiter. Dennoch wollen die Verantwortlichen nicht alle Fans auf die Tribüne verjagen. „Wir bauen eine kleine Arena auf. Ich denke, gerade für die Handballer wird das eine schöne Atmosphäre.“ Die mussten übrigens ihre Partie um einen Tag vorverlegen. Gegner Eichenau II zog aber sofort mit.

Um die Fans bei Laune zu halten, gibt es ein Rahmenprogramm. Zwei Tombolas zum Beispiel – eine speziell für Kinder, eine für Erwachsene. Der Erlös geht an ein Krankenhaus in Afghanistan. Während der Halbzeitpausen warten sportliche Herausforderungen in beiden Sportarten. Zudem wird Eishockey-Oberligist SC Riessersee mit ein paar Spielern vertreten sein. Da gibt’s Autogramme und ein paar Interviews. „Ein Show-Act war leider so kurzfristig nicht mehr zu bekommen“, bedauert Mayr. Dafür schenken beide Vereine Freibier aus. Mayr freut sich auf die Premiere: „Wir bieten mal was anderes.“ Und Murnau könne ein Signal aussenden, dass es eine richtige Sport-Gemeinde ist.

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