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Fesche Madl, fesche Buam: die beiden Siegerteams beim Fünfkampf.

Ein Team siegt zum vierten Mal in Folge

Beim Bayersoier Fünfkampf dreht sich alles um Rekorde

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Fast haben die Veranstalter die magische Marke geknackt. 94 Mannschaften gingen beim Fünfkampf an den Start. 2019 sollen es 100 Teams sein. 

Bad Bayersoien – Xaver Jais war 1991 gerade ein Jahr auf der Welt, als die Bad Bayersoier ihren Fünfkampf ins Leben riefen. „Ich kenne unser Dorf gar nicht ohne“, sagt der Schriftführer beim heimischen Sportverein, der im Organisationsteam und als Streckensprecher eine feste Größe ist. Eine Woche davor und ein paar Tage nach der Veranstaltung nimmt er sich Urlaub. Denn: „Es ist schon was zu tun.“ Eines aber macht er klar: „Das ist es wert.“ Jedes letzte Juli-Wochenende herrsche „Ausnahmezustand“ in Bad Bayersoien. Alle helfen zusammen, um den Mammut-Wettbewerb bestmöglich über die Bühne zu bringen.

Dass genau dies den Organisatoren heuer wieder gelungen ist, daran lassen Jais und Rupert Haseidl, Vorsitzender des ESV Bad Bayersoien, keinen Zweifel. „Absolut gigantisch“ sei’s gelaufen, sagt Letzterer. „Wir hatten heuer die zweitmeisten Teams seit Bestehen.“ 94 Mannschaften von den Schülern A bis zu den Erwachsenen kämpften an zwei Tagen um die Siegerpokale. Und ums Prestige. Denn längst ist der Soier Fünfkampf – speziell an der Spitze der Klassements – ein Duell von alten Bekannten. Bei den Frauen scheiterte die Auswahl des Teams Tretlager Burggen am Wochenende am Triple, bei den Herren hingegen siegte Radsport Veloass Hohenfurch zu vierten Mal in Serie. „Die Mannschaft ist momentan nicht zu schlagen“, urteilt Haseidl. Acht Punkte Vorsprung waren es nach den fünf Disziplinen Laufen, Bankdrücken, Rennrad-Einzelzeitfahren, Stockschießen und Mountainbiken. Hört sich nicht viel an. „Aber das muss man über die verschiedenen Wettbewerbe erst einmal rausholen“, relativiert Haseidl. Die Ausgeglichenheit im Team des Hohenfurcher Radsport-Händlers Christian Riesenbeck macht’s. Ein Sieg auf dem Asphaltplatz, Rang zwei beim Zeitfahren, Position drei im Bankdrücken – die drei Top-Ergebnisse bildeten die Basis für den insgesamt sechsten Erfolg. Da konnte sich das Quintett einen siebten Platz im Laufen und einen elften im Bergsprint zum Abschluss locker leisten. „Es ist nicht einfach, die Teams zusammenzustellen“, sagt Jais. Die Mischung der Sportarten macht es knifflig. „Du hast schnell mal zwei Spitzensportler in einer Mannschaft, aber dann wird’s schwierig.“

Fünfkampf weiter im Aufwind

Die Bad Bayersoier merken es selbst. Die Lions bräuchten ein wenig Blutauffrischung, um den Titel mal wieder ins Dorf zu holen. Rang zwei in diesem Jahr war wahrlich alles andere als eine Schande. Und in Kategorie C der Masters siegten sie sogar. „Richtig gut“, kommentiert Haseidl. „Aber ganz langt’s halt nicht.“

Im Gesamten befindet sich der Fünfkampf weiter im Aufwind. „Vor einigen Jahren hatten wir mal einen Einbruch“, erinnert Haseidl. Die Meldezahlen gingen zurück. Die Veranstalter komprimierten das Programm auf zwei Tage. Ein guter Schachzug. Das Tief ist überstanden. So schätzt es auch Haseidl ein: „Jetzt schaut alles wieder sehr stabil aus.“ 80 bis 90 Teams hatte der ESV zuletzt immer dabei.

Bleibt der Rekord, den die Soier zu gerne überbieten würden. Der steht bei 97 Mannschaften. „Damals ging der Wettbewerb aber noch über drei Tage“, versichert Jais. Er muss es wissen. Er ist der Mann der Zahlen beim Fünfkampf, hat alle Statistiken in seinem Computer. 2019 soll die 100er-Marke fallen. Dieses Ziel haben die Organisatoren ganz offiziell ausgegeben. „Wir wollen es packen, zumindest einmal“, sagt Jais. Auch wenn allen Beteiligten klar ist, dass der Aufwand noch größer wird. „Wir sind jetzt schon am Limit.“ Die Zeit zwischen den Wettbewerben wird knapp. Für diesen einen ultimativen Fünfkampf aber würden die Soier aber alle Anstrengungen in Kauf nehmen.

Party am Samstag legendärer als Fünfkampf an sich

Sportlich herrscht sowieso Top-Niveau. Aktive wie Läufer Julian Zenke, die Triathleten Lukas Krämer, Markus Stöhr und Franca Henseleit oder Radprofi Lukas Meiler kratzen an den historischen Bestmarken – oder knacken sie bereits: So wie Meiler, der seinen eigenen Rekord am Aubichl heuer um 24 Sekunden auf 28:16 Minuten herunterschraubte. Krämer fuhr auf dem Rennrad die zweitschnellste Runde aller Zeiten, Zenke lieferte dasselbe Kunststück im Lauf um den See ab. Steffi Strauß absolvierte das beste Bankdrücken bei den Frauen seit zehn Jahren. „Das Niveau ist der Wahnsinn“, fasst Jais zusammen.

Meisterlich im Feiern: Die Party ging bis weit in den Sonntagmorgen hinein.

Der Wahnsinn sind die Soier auch im Feiern. Die Party am Samstagabend ist legendär wie der Fünfkampf an sich. „Das ging bis 7 Uhr in der Früh“, sagt Haseidl.

Die Soier werden sich demnächst zusammensetzen und besprechen, wie sie die Rekordjagd nach 100 Teams angehen. „Vielleicht müssen wir noch ein bisschen mehr Werbung machen“, meint Haseidl. Möglicherweise weiter über die Grenzen des Ammertals und die Region Peiting/Schongau hinaus.

Klar ist dagegen bereits, dass das Team Veloass wieder starten wird. Es jagt ebenfalls einen Rekord: Sieben Siege lautet die Bestmarke der Schuhmacherei Riedl aus Ohlstadt. Die Hohenfurcher könnten sie zumindest einstellen.

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