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Auf dem Weg nach oben: Kilian Märkl (SC Partenkirchen) hat beim Kontinentalcup in Klingenthal das beste Ergebnis seiner Laufbahn gefeiert. 

Qualifikationskriterien für die Juniorenweltmeisterschaften erfüllt

Besser als Severin Freund und Andreas Wank: Grainauer Skispringer Kilian Märkl im Aufwind

Es ist sein bislang größter Erfolg: Der Grainauer Skispringer Kilian Märkl vom SC Partenkirchen landete beim Kontinentalcup in Engelberg auf den Rängen vier und acht – und ließ dabei sogar einen Olympiasieger sowie einen Weltmeister hinter sich.

VON KATHRIN SCHNEITBERGER

Garmisch-Partenkirchen – So schnell kann’s gehen: Zwischen den Jahren musste Kilian Märkl (SC Partenkirchen) noch die Trainingsbank drücken anstatt mit seinen Kollegen beim Kontinentalcup in Engelberg (Schweiz) zu springen. Jetzt hat er mit zwei Top-Zehn-Platzierungen in Klingenthal (Sachsen) beim Kontinentalcup überzeugt und damit auch die Qualifikationskriterien für die Juniorenweltmeisterschaften in Lahti (Finnland) Ende Januar erfüllt.

Dabei ließ sich der Start ins neue Jahr gar nicht so gut an. Märkl hatte in Klingenthal Startnummer eins und war damit am Samstag so etwas wie ein Versuchskaninchen. „Es hat geschüttet und geweht, und ich stand mit meiner Nummer eins 20 Minuten in der Startposition“, erinnert er sich. Am Ende musste er total durchnässt seinen Sprung machen, genauso wie sieben seiner Kollegen. An faire Wettkampfbedingungen war nicht zu denken. „Dann wurde zum Glück abgebrochen.“ Märkl und Co. blieben 24 Stunden, um sich und das Material wieder zu trocknen.

Das Warten lohnte sich: Am Sonntag waren die Bedingungen deutlich besser. „Es war ein schöner Aufwind im Hang und alles tip top“, sagt Märkl, derwieder mit Nummer eins an den Start ging. Der Grainauer erwischte klasse Windbedingungen und legte mit 132,5 Metern einen Satz hin, den außer dem kriselnden Weltmeister Severin Freund mit Nummer vier lange niemand mehr überbot. Märkl selbst war wohl am meisten überrascht, ob seines außergewöhnlichen Sprungs. „Ich habe auf dem Handy den Liveticker verfolgt und bei jedem, der hinter mir war, gedacht, des gibt’s ja gar nicht.“

Nach Durchgang eins lag Märkl schließlich auf Rang sechs. „Das war schon irre“, betont er. „Darum war ich im zweiten Sprung auch ziemlich nervös.“ Die Folge: Märkl flog nicht mehr ganz so weit wie zuvor. Seine Leistung reichte aber immer noch zu Rang acht – seinem ersten Platz in den Punkterängen beim Kontinentalcup.

„Das ist schon verrückt“

Die erste Hälfte seines Ziels für Klingenthal – nämlich zweimal zu punkten – hatte Märkl somit schon erreicht. Zum Jubeln blieb ihm aber keine Zeit. Nach einer Stunde Pause folgte bereits der zweite Wettkampf, diesmal in nur einem Durchgang. Märkl ging mit seinen neu erworbenen Punkten als 32. an den Start – und lieferte mit 133 Metern seinen besten und schönsten Sprung des Tages ab. Der Lohn: Rang vier sowie die besten Haltungsnoten im gesamten Feld. Ein bärenstarker Auftritt, mit dem Märkl diesmal sogar Freund und andere Skisprunggrößen wie Pius Paschke oder Olympiasieger Andreas Wank hinter sich ließ. Ein seltsames Gefühl für den Athleten des SCP. „Das ist schon verrückt“, sagt er. „Beim Neujahrsspringen schaust du ihnen noch zu und dann springst du einfach so mit ihnen mit.“

Märkl ist mittlerweile fast froh, dass er es beim Kontinentalcup zuvor in Engelberg nicht in den Kader geschafft hatte. „Im Endeffekt war das Extra-Training auf der Großschanze in Garmisch-Partenkirchen wahrscheinlich sogar ein Vorteil“, meint er. Der 18-Jährige konnte so mit Bernhard Metzler und dem B-Kader im Olympiaskistadion mittrainieren und merkte schnell, dass es gar nicht so weit zur Spitze fehlt. Das war sicher besser fürs Selbstbewusstsein als die zähen Sprünge, die seine Teamkollegen wie Max Goller (SCP) in Engelberg hinlegten.

Aufgrund der schwachen Leistungen fielen diese auch kurzfristig aus dem Starterfeld für Klingenthal. Märkl war also – anders als sonst – ohne seinen Kollegen Goller unterwegs. „Irgendwie war das schon komisch“, räumt er ein. „Ich bin das gar nicht gewohnt.“ Je nachdem wie der anstehende Alpencup in Oberwiesenthal (Sachsen) läuft, wird er sich aber vielleicht auf eine längere Trennung einstellen müssen. Denn Märkl hat mit seinen zwei Top-Zehn-Ergebnissen die Qualifikationskriterien für die Juniorenweltmeisterschaften in Lahti (Finnland) von 19. bis 27. Januar erfüllt. Goller bräuchte dazu eine ähnliche Leistung in Sachsen. Momentan ist das schwer vorstellbar. Aber Märkl hat ja gezeigt, dass eine Überraschung stets möglich ist.

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