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Strahlemann mit Medaille: David Zobel startet mit einem zweiten Platz in die Junioren-WM. 

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Biathlon: Die Feier geht weiter

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Der Murnauer David Zobel holt Einzel-Silber zum Auftakt der Junioren-Weltmeisterschaft – Sprint und Verfolgung am Wochenende

Osrblie – Im Grunde genommen können sie einfach weiterfeiern beim Skiclub Partenkirchen. Der Februar ist wie gewöhnlich vollgepackt mit sportlichen Großereignissen, beinahe bei jedem findet sich ein Athlet des SCP, der etwas reißen kann. Während Felix Neureuther die Auszeit bis zu den nächsten Weltcups in Kranjska Gora genießt, Laura Dahlmeier sich schon wieder in der benachbarten Kletterhalle in Ehrwald Erholung auf ihre Art verschafft, sorgt dann eben mal wieder David Zobel für Furore. Logisch, der Murnauer, der vor einigen Jahren von den damaligen Eschenloher Biathleten zum Großverein kam, ist noch nicht ganz in diesen WM-Sphären angelangt. Doch dort, wo er zuschlagen kann, da tut es der 20-Jährige schon oft.

Nun laufen die Junioren-Weltmeisterschaften der Biathleten im slowakischen Osrblie. Und Zobel hat sie gleich mit einer Silbermedaille im Einzel eröffnet. Nachdem er bei der EM noch mit etwas Pech leer ausgegangen war, nun also gleich ein echter Fingerzeig des jungen Zöllners. Prädestiniert ist er eigentlich nicht für den Einzelwettkampf, die 15 Kilometer mit den vier Schießeinlagen, bei denen jeder Fehler mit einer Minute Strafzeit geahndet wird. Doch wenn selbst die so hoch gehandelten Russen, Ukrainer und Weißrussen, die im IBU-Junior-Cup durchaus tonangebend sind, auch mal nicht ganz so sauber mit ihrer Waffe arbeiten, dann ist Zobel eben auch bei dieser Disziplin sofort im Spiel. Läuferisch gehört der Schützling von Bernhard Kröll sowieso zu den besten der Szene. Das untermauerte er gestern mit der viertbesten Zeit aller 84 Starter. Nach zwei Fehlern beim ersten Stehendanschlag und einem weiteren beim zweiten Liegendschießen hatte Zobel eigentlich nicht mehr mit Edelmetall gerechnet. „Ich habe einfach mein Bestes gegeben, aber mit drei Fehlernhabe ich nicht erwartet, dass ich noch auf dem Podium stehen werde.“ Doch manchmal läuft es eben anders, als man denkt.

Auf der Schlussrunde lieferte er sich ein Fernduell mit dem Österreicher Michael Treb. Der lag nach dem vierten Schießen noch 22 Sekunden vor Zobel. Doch in der Loipe hatte der Kontrahent keine Chance. Der Deutsche machte rund 30 Sekunden gut und verwies Treb zunächst auf Rang zwei. Zu zweit standen sie dann im Ziel und beobachteten den Norweger Sindre Pettersen. Dreimal hatte der alles abgeräumt. Dann aber passierte es: Gleich die ersten beiden Scheiben blieben schwarz. Mehr aber handelte sich der neue Junioren-Weltmeister nicht ein. Zittern um seine Silber-Medaille musste Zobel danach noch einmal: Der Russe Nikita Lobastov hatte nur einen Fehler geschossen, lag vor der Schlussrunde nur gut drei Sekunden hinter dem Werdenfelser. Der Russe versuchte alles, kam aber nicht mehr heran. Ein strahlender Auftakt für Zobel, für den es am Wochenende mit Sprint und Verfolgung weitergeht. Und speziell der Sprint gehört ja zu Zobels Lieblingsrennen.

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