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Schnelles Duo: Dennis Pihale (r.) und Lukas Frytz war im zweier schnell unterwegs.

Ohlstädter Bob-Pilot Pihale mischt den Europacup auf

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Das ist mal ein Einstand: Dennis Pihale vom BRC Ohlstadt liegt im Bob-Europacup nach zwei Rennstationen sowohl im Zweier, als auch im Vierer auf dem zweiten Platz. Besonders auf seiner Heimbahn am Königssee trumpft der 25-Jährige auf.

Ohlstadt – Bei Dennis Pihale herrscht jetzt schon Feststimmung. Man merkt ihm die Zufriedenheit an. Die ersten beiden Stationen im Bob-Europacup sind ganz nach dem Geschmack des Piloten vom BRC Ohlstadt gelaufen. Platz zwei in der Gesamtwertung in beiden Schlitten – „das ist schon echt geil“, sagt der 25-Jährige. Niemals hätte er mit einem solchen Stand im Klassement gerechnet. „Vor allem nicht im Zweier“, betont er. Denn da bekam seine Mannschaft nach den ersten Rennen in Altenberg für die Wettbewerbe am Königssee ein komplett neues Arbeitsgerät. „Wir wussten ja überhaupt nicht, wie das klappt“, sagt Pihale. Doch: Wenn’s läuft, dann läuft’s eben.

Nach Altenberg zum Auftakt war er mit einem leicht mulmigem Gefühl gefahren. Die Bahn in Sachsen gilt als Scharfrichter. „Ich fahre da noch nicht so gut“, räumt Pihale ein. „Da braucht es Mut, aber auch Erfahrung.“ An der Courage fehlt es ihm sicher nicht, an der Routine als Quereinsteiger ganz gewiss noch. So gilt es noch an der Fahrlinie zu arbeiten. „Aber das kommt von Rennen zu Rennen.“ Zwei achte Plätze im Zweier sowie Rang vier im Vierer waren da schon eine anständige Ausbeute.

Und dann ging’s an den Königssee. Mit dem neuen Zweier-Bob im Gepäck. „Ich hatte nur fünf Trainingsläufe“, betont Pihale. Dann musste er schon ran. Doch Lukas Frytz und er meisterten diese Herausforderung mit Bravour. In einen Schlitten zu steigen, das fühlt sich für einen Piloten ungefähr so an, als hätte ein Formel-I-Fahrer plötzlich den Boliden seines Fremden unter dem Hintern. „Das Fahrverhalten ist komplett anders. Der eine Bob schiebt mehr über die Vorderachsen, ein anderer mehr über hinten.“ Viel Zeit, das Gerät zu studieren, hatte Pihale aber nicht. Dennoch lief’s wie am Schnürchen. Mit dem BRC-Kollegen ließ er der nationalen Konkurrenz keine Chance und machte sogar Jagd auf den Kanadier Justin Kripps. Kein Junior wie das Ohlstädter Duo. Nein, der 31-Jährige ist sogar aktueller Olympiasieger von Pyeongchang im Zweier. Pihale fehlten beide Male keine drei Zehntel. „Das ist schon der Wahnsinn.“

Im Vierer lief es nicht viel schlechter. Die Plätze drei und vier katapultieren Pihale und Co. ebenfalls auf Position zwei im Europacup. Klar, dass die Laune bestens ist bei der Ohlstädter Crew – auch mit Blick nach vorne. „Jetzt kommen noch die Bahnen in Winterberg und Igls, auf denen ich eigentlich ganz gut zurechtkomme“, sagt Pihale. Ob’s als Warnung an die Konkurrenz zu verstehen ist? Schon möglich.

Gute zwei Wochen Pause stehen nun an über die Festtage. Eine Auszeit, die das Team Pihale dringend braucht. „So viel Spaß das Ganze macht, es ist auch megaanstrengend. Wir hatten sieben Rennen in zehn Tagen. Das schlaucht.“ Zuletzt spürten Pihale und seine Teamkollegen „nicht mehr ganz die Power in den Beinen“.

Akkus aufladen heißt es nun also. Denn schon am 1. Januar geht’s in Richtung Sauerland. Da heißt es, wieder topfit zu sein. Die Silvesterparty wird also nicht so üppig ausfallen. „Eher nicht“, räumt er ein und lacht. Schließlich gefällt es ihm da oben im Europacup. Und ein Highlight wartet ja darüber hinaus noch. Ende Januar geht es wieder an den Königssee – dann zur Junioren-WM. Pihale rechnet sich durchaus was aus mit Blick auf den bisherigen Verlauf. Denn: Auf der Heimbahn war er bis auf ein Rennen immer schnellster Junior.

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