+
Beste Stimmung herrscht beim Konzert der Troglauer im Kulturpark. An die 700 Gäste waren da.

Ehrenurkunde für den Verein

EC Oberau feiert 50-Jähriges im großen Stil - Stockschützen trotzen der Kälte

Was für ein Fest. Die Oberauer Eisstockschützen haben ihr Jubiläum bestens gemeistert. Allein zu den Troglauern kamen 700 Besucher.

Oberau – Es war kalt am Wochenende. Ziemlich eisig kalt. Allerdings hat die Temperatur durchaus zum Thema gepasst: Es sind immerhin die Eisstockschützen, die ein Jubiläum begangen haben. Und so haben sie sich die verdiente Feierlaune nicht verderben lassen. Beim sonntäglichen Festakt im Vereinsheim fanden die viertägigen Feierlichkeiten ein klangvolles Ende, untermalt von der Musikkapelle Oberau.

Der letzte Festtag startete mit einem Erntedankgottesdienst in der Kirche St. Ludwig, bei dem Pfarrer Andreas Lackermeier die Vereins- mit der Gartenarbeit verglich. „Da braucht man Mühe, Liebe, man muss sich auskennen. Aber hinterher darf man auch die Früchte seiner Arbeit ernten. So wie unser Eisstockclub heute.“

Die Programmpunkte der vier Tage wie Tombola, Watten, Hendl- und Kuchenverkauf, Ortsvereineschießen sowie Straßenturnier waren gut besucht, am Samstag mobilisierte das Konzert der Troglauer trotz des grausigen Wetters an die 700 Besucher. Insgesamt „einen Großteil der Oberauer“, lobt Trachtenvereinsvorsitzender Florian Rückborn und will sich am Fest der Stockschützen „ein Beispiel nehmen, wie man so was aufziehen kann“. Für den Kulturpark war es ja so etwas wie eine Premiere: „So eine große Veranstaltung gab es dort bisher nicht“, betont ECO-Schriftführer Hannes Jais. „Aber jetzt wissen wir: Der Park ist dafür richtig gut geeignet.“ Die Troglauer rückten mit ihrem eigenen Sattelzug an – und waren begeistert von der Atmosphäre in Ober-au. „Die Stimmung war riesig, und der Band selbst hat’s auch gefallen, die Burschen sind danach sogar noch geblieben“, versichert Jais.

1995 kamen die Oberauer ins Guinnes-Buch der Rekorde

ECO-Vorsitzender Hannes Stecker würdigte am Sonntag in seiner Ansprache beim Festakt noch einmal alle Helfer, die Sponsoren und freute sich über die vielen Gäste. Er gab einen launigen Überblick über die Vereinsgeschichte, die 1969 begann. Damals fanden sich ein paar Eisstockbegeisterte zusammen, die gerne auch in der warmen Jahreszeit spielen wollten. Um gemeinsam eine Asphaltbahn auf den Weg zu bringen, wurde ein Verein gegründet. 1976 war es dann soweit, die Mitgliederzahlen stiegen rasch. Der EC Oberau stieg auf bis in die Oberliga Süd auf –und brach sogar einen Weltrekord: 1995 kamen die Oberauer mit 27 Stunden Dauer-Eisstockschießen ins Guinness Buch der Rekorde.

Nur der Weg zum „endgültigen“ Vereinsheim war etwas länger. Seit 2012 steht es jedoch – alles in Eigenleistung gebaut, die Gemeinde Oberau stellte nur das Grundstück und die Materialkosten. Dabei waren die Eisstockschützen anfangs gar nicht so begeistert vom angebotenen Umzug an den Kirchbichl. „Guat, dass ihr eich des no überlegt habt’s“, scherzte Bürgermeister Peter Imminger (CSU). Immerhin habe man seinerzeit acht Maurer und etliche weitere Handwerker im Verein gehabt. Was sollte da schiefgehen? „De oan ham g’mauert, die andern san mit dem Mörtel anrühren gar nimmer hinterher kemma.“

Eine Urkunde für den Verein: BLSV-Kreischefin Lilian Edenhofer mit ECO-Vorsitzendem Hannes Stecker (r.) und Bürgermeister Peter Imminger.

So viel Einsatz an allen Fronten wurde belohnt. Lilian Edenhofer, Kreisvorsitzende des Bayerischen Landessportverbands, überreichte eine Ehrenurkunde samt Gutschein. „Von den rund 12 000 Sportvereinen in Bayern seid ihr schon einer der Aktivsten“, lobte sie. 191 Mitglieder zählt der Klub heute, Nachwuchsprobleme hat er auch keine. Das liegt sicher an der offenen Art: „Man muss bei uns kein Mitglied sein, um sich am Stocksport zu erfreuen“, betonte Stecker.

Von den 18 Gründungsmitgliedern waren etliche beim Festakt vertreten, genossen mit Freunden und Vereinskameraden den Schweinsbraten und die eine oder andere Halbe Bier. „Schiaßn ko i nimmer, aber friern duads mi oiwei no“, versicherte einer. Beim nächsten Fest hätte der ECO sicher ein paar Grad mehr verdient.

Ehrungen

Langjährige Mitgliedschaft:

25 Jahre: Marion Hofmann.

40 Jahre: Johann Reiser.

50 Jahre: Michael Bielmeier, Anton Hibler, Johann Hofer, Rudolf Kowatschewitsch, Anton Lindauer, Georg Most, Martin Schmid.

Kreisehrungen für ehrenamtliche Tätigkeiten: 10 Jahre: Anton Hibler, Hannes Stecker; 20 Jahre: Alfred Beyer.

Eva Klaehn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare