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Osterfelder Berglauf: Nur 5 Grad im Ziel

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Regen, nichts als Regen: So starten die 153 Teilnehmer am Osterfelder Berglauf. © Hannes Bräu

Garmisch-Partenkirchen - "Es war der bisher kälteste Osterfelderlauf", sagt Cheforganisator Wolfgang Plümpe über die 34. Auflage des Rennens in Garmisch-Partenkirchen. Doch der Titelverteidiger, ein WM-Starter und ein Tiroler lieferten sich ein heißes Rennen.

Er lässt sich auch von Dauerregen, Nebel und niedrigen Temperaturen nicht stoppen. Tapfer, ohne Regenschirm – und stark durchnässt – steht Wolfgang Plümpe vor der Zielkurve des Osterfelder Berglaufs, weist den Läufern den Weg und feuert sie noch einmal richtig an. 153 Athleten haben sich von den widrigen Wetterverhältnissen am Sonntag nicht von einem Start in Garmisch-Partenkirchen abhalten lassen. Plümpe, bekannt und beliebt für seine sympathische, norddeutsche „Käpt’n Blaubär“-Art, dankte es ihnen wie immer mit vollem Einsatz: Jeden Starter begleitete der Cheforganisator auf den letzten Metern zum Ziel.

Die 34. Auflage der Veranstaltung war in vielerlei Hinsicht eine historische. Dauerregen habe es seit Beginn des Berglaufs noch nie gegeben, weiß Plümpe. Die anfänglichen zehn Grad im Zieleinlauf fielen bis zum Ende auf fünf Grad ab. „Es war der bisher kälteste Osterfelderlauf“, bestätigt Plümpe. Eine Absage hat er aber nie in Betracht gezogen. „Nur wenn es oben Frost gibt, hätte ich den Laufe nicht gestartet.“

Aufgrund der witterungsbedingten Strapazen hieß das Ziel für die Gelegenheits- und Hobbyläufer: gesund oben ankommen. Die Spitzenläufer hingegen lieferten sich einmal mehr ein Rennen auf sehr hohem Niveau; aus dem angekündigten Zweikampf zwischen dem Oberpfälzer Korbinian Schönberger und dem Tiroler Richard Obendorfer wurde ein Dreikampf. Mit Christian Seiler mischte sich der achtmalige und amtierende Rennsteiglaufsieger ein und damit der Gewinner von Europas größtem Crosslauf über 72 Kilometer. Bis zur Tröglhütte blieb er Schönberger auf den Fersen. Erst dann musste Seiler den Vorjahressieger ziehen lassen, der die Ziellinie nach 1:04,46 Stunden überquerte und dadurch den Streckenrekord aus dem Jahr 1991 nur um vier Minuten verpasste. „Ich war besser drauf als im vergangenen Jahr“, freute sich Schönberger. Seiler hingegen hatte im Regen offensichtlich keinen Spaß: „Aber ich kann mir das Wetter halt nicht aussuchen.“ Kleines Trostpflaster: Seine Teilnahme wurde durch den anwesenden Berglauf-Bundestrainer Wilfried Raatz honoriert, der Seiler als einen von drei männlichen Teilnehmern für den WM-Kader der Nationalmannschaft nominierte.

Bester Lokalmatador war Andrew Syme auf Rang fünf, dem allerdings die 35 Kilometer vom Zugspitz Ultratrail aus der vergangenen Woche noch in den Beinen steckten. Mit dem Grainauer Ander Seufferth landete ein weiterer Landkreisstarter in den Top-Ten. Hans Grasegger (Grainau), der eigentlich für seine starken Auftritte mit dem Mountainbike bekannt ist, legte einen „Kaltstart“ in die Laufsaison hin und belegte prompt Rang 22. „Laufen ist weniger stressig, als mit dem Mountainbike Rennen zu fahren“, sagte Grasegger, der in Zukunft auf das Laufen „umsatteln“ möchte.

Nicht zu schlagen war bei den Frauen Melanie Noll vom TSV Annweiler, die einsam ihr Rennen lief. Zweite wurde mit Lea Bäucher eine Läuferin der Nationalmannschaft. Auch sie schaffte es in den WM-Kader. Raatz bedauerte aber das geringe Interesse der Frauen an der Qualifikation. „Bisher konnten wir nur einen von drei möglichen Plätzen besetzen.“

Bei den Nordic Walkern, die trotz Regens einen Teilnehmerrekord vermelden konnten, siegte wenig überraschend der frisch gebackene Weltmeister Michael Epp. Das Walken mit Stöcken liegt weiter im Trend – vor allem beim Osterfelderlauf. „Hier ist das ideal, weil wir eine halbe Stunde früher starten. Da kommt man den Läufern nicht so in die Quere“, weiß der Grainauer Dirk Willer, der auch die letzten eisigen Meter mit Bravour meisterte – sichtlich motiviert durch die aufmunternden Worte von Organisator Plümpe.

Hannes Bräu

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