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Konzentriert bei der Arbeit ist Fanny Chmelar, wenn sie mit Pfannen und Töpfen in der Küche des Hotels Zugspitze hantiert.

Zusatzausbildung zur Bier-Sommelière geplant

Fanny Chmelar: Von der Weltcup-Fahrerin zur Köchin

Garmisch-Partenkirchen - Sie hat den Spaß wiedergefunden. Fernab vom Ski-Zirkus. Ex-Weltcup-Fahrerin Fanny Chmelar schließt im Mai ihre Kochlehre ab. 

Ja, ja, ja. Das Leben genießen. Das machen, was einem Freude bereitet. Nicht einfach nur, weil man’s halt machen muss. Schlaue Sätze. Schon oft gehört. Und wie viele ziehen’s wirklich durch? Wenige. Fanny Chmelar (30) ist eine davon. „Wofür ist das Leben denn da, wenn nicht zum Genießen?“, fragt die Garmisch-Partenkirchnerin. Das heißt nicht, dass sie immer gleich hinschmeißt, wenn’s ungemütlich wird. Bestimmt nicht. Sie beißt sich durch. „Freilich ist das Leben nicht immer Larifari.“ Das erfährt sie jetzt in ihrer Lehre zur Köchin. Und sie weiß es längst. Als ehemalige Weltcup-Fahrerin hat sie im alpinen Skizirkus die härteren, weniger lustigen Seiten erlebt. Und bestens überstanden. Wahrscheinlich gerade weil sie ihren Weg gegangen ist. Das Skifahren auf professioneller Ebene passte einfach nicht mehr dazu.

Im März 2013 beendete Chmelar ihre Karriere. Ein zweiter Platz im Weltcup-Slalom in Are 2009 sollte ihr bestes Ergebnis bleiben, acht Top-Ten-Ergebnisse stehen zu Buche. Sie weiß: In ihr hätte mehr gesteckt, im Rennen aber konnte sie ihr Potenzial zu selten zeigen. Doch damit hadert Chmelar nicht. „Es war halt so“, sagt sie heute.

Mit ihrem Abschied überraschte sie alle, nur die engsten Vertrauten hatte sie eingebunden. Die Trainer gehörten nicht dazu. Sie verabschiedete sich auf ihre ganz persönliche Art: Mit Tutu über dem Rennanzug fuhr sie ihren letzten Slalom-Weltcup in Ofterschwang. Juchzend und jubelnd. Sie schrie den Spaß am Skifahren hinaus, der ihr im Wettkampf verloren gegangen war. Auch deshalb blickt sie ohne Wehmut auf ihre aktive Zeit zurück. „Ich hab’ aufgehört, weil ich es für mich so entschieden hab’. Es hat einfach nicht mehr gepasst. “

Trainertätigkeit erfüllt Chmelar nicht

Zwei Dinge hatte sich Chmelar für Saison eins nach dem Profidasein vorgenommen: die Prüfung zum staatlich geprüften Skilehrer abzulegen. Und Skifahren bis zum Umfallen, im hüfthohen Schnee. „Also meine Hüfte“, sagt die 1,87 Meter große Garmisch-Partenkirchnerin lachend, „bei anderen wär’s vielleicht der Bauchnabel.“ Zumindest eines ihrer Ziele hat sie erreicht: Seit zwei Jahren schult sie als Mitglied im Bundeslehrteam des DSV andere Skilehrer. Auf den Jahrhundertwinter allerdings wartete sie vergeblich. Dafür startete sie ein weiteres Projekt: Sie hat sich das Trainergeschäft angeschaut.

Mit Thomas Siegel betreute sie 2013/14 im Gau Werdenfels die Schülermannschaft, war für den „Geflügel-Transport“ zuständig, also für den Mädelsbus, wie Siegel damals erklärte. Ja, das Team hatte Spaß, keine Frage. Aber erfüllt hat Chmelar die Aufgabe nicht. Dieses Zuschauen, die Ski an den Füßen – das hat die Athletin Selbstbeherrschung gekostet. „Dafür fahr ich einfach zu gerne Ski, dass ich dann am Berg rumsteh’.“ Und zu ungern Auto.

Chmelar lacht, wenn sie an Ausflüge nach Innsbruck oder München denkt. „Das ist schon a richtige Aufgabe für mich.“ So eine Fahrt muss sich rentieren, zum Beispiel für einen genialen Tiefschnee-Tag, am besten gleich mehrere. „Dann hab’ ich beim Heimfahren schon vergessen, dass ich hingefahren bin. So geht’s.“

Das ständige Unterwegssein während ihrer aktiven Karriere hat Spuren hinterlassen. „Ich bin einfach froh, wenn ich daheim bleiben kann.“ Um dort Ski zu fahren – und zu kochen. Sie muss nicht mehr tun, als gesten- und wortreich über Selleriepüree und karamellisierte Rote Beere zu schwärmen, schon weiß jeder: Chmelar hat ihre zweite große Leidenschaft gefunden.

2014 startete sie ihre Kochlehre. Im Mai wird sie diese abschließen und dann voller Elan im Hotel Zugspitze als Jungköchin anpacken. Im Oktober will sie noch eine Zusatzausbildung zur Bier-Sommelière absolvieren. Und dann? Chmelar zuckt mit den Schultern. Sie gehört nicht zu den Menschen, die einen Masterplan für ihr Leben erstellen. Vielleicht will sie irgendwann einmal ein eigenes, kleines Restaurant eröffnen. Zukunftsmusik. Es wird sich was finden. Irgendetwas, das jede Menge Spaß macht.

Katharina Bromberger

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