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Geisterspiele sind zurück

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Von: Patrick Hilmes

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Zwei Zuschauer mit Maske auf der Tribüne im Garmisch-Partenkirchner Olympia-Eissportzentrum. Ansonsten viele leere Plätze.
Zuschauer im Olympia-Eissportzentrum: Ein Bild, das es auf unbestimmte Zeit nicht mehr geben wird. © ANDREAS MAYR

Keine Zuschauer mehr im bayerischen Profisport: Das verkündete Ministerpräsident Markus Söder am Freitag. Davon betroffen sind aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen der Eishockey-Oberligist SC Riessersee und das Neujahrsspringen.

Garmisch-Partenkirchen – Es ist gekommen, wie es befürchtet wurde. Das Bundesland Bayern geht unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einmal mehr in der Bekämpfung der Corona-Pandemie einen Sonderweg. Nach der Kabinettssitzung am Freitag verkündete Söder, dass bereits ab diesem Wochenende der Profisport ohne Zuschauer auskommen muss. Die Geisterspiele sind zurück.

SCR hofft, dass Regelung nicht wieder über Monate Bestand hat

Somit bleiben unter anderem auch die Ränge im Olympia-Eissportzentrum fortan leer, wenn der SC Riessersee seine Spiele der Eishockey-Oberliga Süd austrägt. Die Partie am Freitagabend gegen den Höchstadter EC (Spielbericht im Hauptsport auf Seite 31 zu finden) war somit das vorerst letzte Spiel vor Fans. Für SCR-Geschäftsführer Pana Christakakis angesichts der Entwicklungen der vergangenen Tage keine Überraschung mehr. „Wir haben ja gewusst, dass es so kommen wird.“ Zuletzt hatte Christakakis die Politik kritisiert, am Freitag sagte er diplomatisch: „Wenn so der Profisport seinen Beitrag dazu leisten kann, die vierte Welle zu brechen, dann okay.“ Nun beschäftigt ihn vor allem der Zeitraum der neuen Maßnahme. „Für vier Wochen können wir das in Kauf nehmen. Aber wird das Verbot immer wieder Monat für Monat verlängert und plötzlich haben wir Mai, dann ist das kein Zustand.“

SC Partenkirchen plant Neujahrsspringen ohne Zuschauer

Doch wie lange sind nun die Zuschauer aus den Stadien des Freistaats verbannt? Das Tagblatt wandte sich mit dieser Frage an das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. Doch Pressesprecher Stephan Scharf konnte lediglich antworten: „Das wissen wir auch noch nicht, da müssen wir die Beschlussvorlage abwarten.“ Im Prinzip läuft diese neue Regelung ebenso am 15. Dezember ab wie die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. An diesem Datum hängen auch noch die minimalen Hoffnungen von Michael Maurer. Der Präsident des SC Partenkirchen verriet dem Tagblatt, dass man sich mit dem Deutschen Skiverband und den Veranstaltern des Auftaktwettbewerbs der Vierschanzentournee aus Oberstdorf darauf verständigt hat, ohne Zuschauer zu planen. Der Glaube, ein Geisterspringen an Neujahr doch noch verhindern zu können, ist aber noch nicht gestorben. „Wenn die Infektionsschutzmaßnahme am 15. Dezember ihre Gültigkeit verliert und sich die Pandemielage bis dahin gebessert haben sollte, könnte sich das Blatt noch mal wenden.“ Doch auch Maurer betont: „Das ist eher Wunschdenken als Realismus.“ Sollte es doch so kommen und Zuschauer dürften wieder den weltbesten Skispringern zujubeln, wäre der SCP in der Lage, dies zumindest ein paar Tausend Besuchern zu ermöglichen. Vorerst stellen Maurer und Co. aber sämtliche Vorbereitungen für das Neujahrsspringen ein, die Zuschauer betreffen. In puncto finanzieller Ausfälle ist Maurer guter Dinge, dass die Veranstalter wieder Hilfe vom Staat bekommen: „Er hat uns ja letztes Jahr auch nicht über den Jordan gehen lassen.“

SCR-Geschäftsführer kann neue Maßnahme nicht nachvollziehen

In diesem Punkt kann auch der SCR aufatmen, die Profisporthilfen sollen verlängert werden. Dennoch ist der Ausschluss der Fans ein harter Schlag für den Traditionsklub. Vor der Saison hatten sich die Weiß-Blauen noch auf die Weihnachtszeit angesichts diverser attraktiver Duelle gefreut. „Das ist die schönste Zeit, denn dann ist das Stadion immer am vollsten. So macht Eishockey am meisten Spaß. Zudem finanzieren wir uns zu einem gewissen Teil aus dieser Zeit“, betont Christakakis. Nun aber bleibt den Anhängern nichts anderes übrig, als sich die SCR-Spiele über Sprade.tv anzuschauen. „Und das trotz dieser ganzen Vorkehrungen wie 2G plus, Maskenpflicht, Abständen und so weiter.“ Dem Geschäftsführer schmeckt dieses Zuschauerverbot gar nicht, erneute Kritik verkneift er sich aber. „Ich mag nicht härtere Worte in den Mund nehmen.“ Doch auch dieser Satz spiegelt seine Meinung bestens wider. Es bleibt die Hoffnung, dass die Fans nicht wieder über Monate ausgeschlossen werden.

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