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So schlug sich die Kreis-Auswahl gegen Haching

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Von: Andreas Mayr

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Lieferten dem Viertligisten einen harten Kampf: Dominik Korthals (r.) und die Auswahl des Landkreises. © Andreas Mayr

Murnau - Was war das für riesiges Sportfest: Den 150. Geburtstag des TSV Murnau feierten alle Sparten – und der gesamte Landkreis machte mit. Höhepunkt war das Spiel der Kreis-Auswahl gegen Unterhaching.

Nach dem Tore-Massaker sitzen die Geschlagenen am Boden. In einem Kreis. Die Bad Kohlgruber, die Krüner, die Murnauer – und wer eben sonst noch mitgekickt hat in dieser Landkreis-Auswahl. Sie ratschen miteinander und lachen. Trainer Sepp Geipl steht ein paar Meter weiter – wie man ihn kennt: breitbeinig und mit verschränkten Armen: Wie ein General. Und er grinst, obwohl sein Team von Viertligist Unterhaching mit 2:13 geschlagen wurde. Doch keiner von denen, die da auf dem Rasenplatz an der Poschinger-Allee sitzen, ist ein Verlierer. „Die Burschen haben gezeigt, dass ein Miteinander machbar ist“, sagt Geipl. Darum ging's ihm und den Organisatoren vom TSV Murnau bei diesem Spiel zum 150. Geburtstag des Murnauer Sportvereins. Um den Landkreis.

Das Ergebnis. Nebensache. „Wir wollten uns nur nicht abschlachten lassen“, betont der Coach. Das schaffte die Kreis-Auswahl. Sogar zwei Tore erzielte sie. A-Klassen Top-Torjäger Thomas Albrecht und Kohlgrubs Flügelspieler Josi Niklas trafen in Hälfte eins. „Zwei Tore – da gab's schon ganz andere Teams, die gegen Profis gar keines zu Stande gebracht haben.“ Geipl imponierten jedoch die Szenen abseits des Spielfelds. Die Kicker, die sich in der Halbzeit gegenseitig Tipps gaben, wie sie denn die überlegenen Gäste stoppen können. Die 550 Zuschauer, die aus dem ganzen Landkreis gekommen waren. „Wir müssen den Landkreis ein bisschen mehr zusammenschweißen. Wenn wir weiter gegeneinander arbeiten, kommen wir nie raus aus der Diaspora.“ Für den Bad Kohlgruber war's vorerst das letzte Spiel als Coach. Künftig arbeitet er als Sportlicher Leiter in Bad Kohlgrub – unter anderem am Verhältnis der Clubs untereinander.

Das Spiel gegen den Drittliga-Absteiger war der Höhepunkt eines Super-Sport-Wochenendes. Jede Abteilung hatte sich etwas einfallen lassen. Die Turnhalle besetzten die Tischtennis- und Badminton Abteilung. Ball-Roboter, Mini-Platten, Ex-Bundesliga-Spieler – die beiden TSV-Sparten fuhren alles auf für ihre Gäste. Denen gefiel's. „Sie waren überglücklich“, betont Nikos Lotos, Zweiter Vorsitzender. „Wenn man ihnen in die Augen schaut, geht einem das Herzal auf.“

Ein bisschen Nostalgie musste natürlich auch sein. Deshalb luden die Handballer ihre Nachbarn aus Ettal ein. Zum Feldhandball auf dem Kunstrasenplatz. Da schnauften die Oldies ganz schön, als sie quer übers ganze Fußballfeld jagten. „Wenn Handball heute immer noch so aussehen würde, würde ich lieber Basketball spielen“, sagt TSV-Spieler Kurt Christian. Ihm fehlte die Intensität, der Körperkontakt. „Die Räume sind viel zu groß.“ Ihr Duell mit dem Lokal-Rivalen verloren die Murnauer. Dafür schlugen sich die D-Jugendlichen in der Bezirksoberliga prächtig. Gegen den FC Bayern holten sie ein 1:1. Nach dem Schlusspfiff lagen auch die Kleinen auf dem Platz, rissen die Arme in die Luft und feierten sich und 150 Jahre TSV Murnau.

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