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Die „3“ auf dem Rücken: Florian Gruber (r.) rauscht in Sardinien erstmals in der WM-Serie aufs Podest. 

ER braucht eine Partnerin 

Kitesurfer Florian Gruber hat ein neues Ziel: Es heißt Olympia 

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Der Seglerverband hat die Aufnahme der Kitesurfer ins olympische Programm bestätigt. Da möchte einer natürlich mit von der Partie sein: Florian Gruber aus Garmisch-Partenkirchen. 

Garmisch-Partenkirchen – Die neueste Nachricht aus dem Lager der Kitesurfer kommt vom Weltverband der Segler. Es ist fix: Das Kite-Race ist am Sonntag endgültig ins Programm für Olympia 2024 in Paris aufgenommen worden. Es bleibt beim Mixed-Wettbewerb auf dem Foil-Board.„Wir sind sehr glücklich“, sagt Markus Schwendtner, Geschäftsführer der International Kiteboarding Association IKA. „Es war eine lange Reise für uns, an diesen Punkt zu gelangen.“

2024 – noch sechs Jahre. Florian Gruber ist dann 30. Im besten Alter, würde man annehmen. Ob es wirklich so ist, wird sich zeigen. Motivation hat der Garmisch-Partenkirchner genug. Deutschlands Nummer eins ist er ohnehin. Momentan jedenfalls. „Ich denke schon, dass aus dem Lager der Segler nun vielleicht einige zum Kiten wechseln“, betont er. Noch aber ist die Szene national überschaubar. Jannis Maus (22) aus Oldenburg gilt seit Jahren als nächster Verfolger. Bisher reichte er an Gruber über eine längere Strecke nicht heran. Sonst fehlen ernsthafte Herausforderer.

Gruber wird die Entwicklung im Auge behalten. Selbst die Nummer eins zu bleiben, ist jedoch nur ein Teil der Anforderungen. Die zweite Hürde: Er braucht eine Partnerin, wenn er bei Olympia 2024 tatsächlich Deutschland vertreten will. Eine, die konkurrenzfähig ist. Sonst dürfte der Wettstreit um Medaillen kein großes Thema sein. Bei den Frauen herrscht in Deutschland absolute Flaute. Hoffnung macht ihm Alina Kornelli. Die 18-Jährige vertrat Deutschland nicht nur bei den Olympischen Jugendspielen heuer in Argentinien und verpasste knapp eine Medaille, sie kommt auch noch aus der Nachbarschaft. Genauer gesagt aus Reichersbeuern. Sie ist die einzige, die Gruber aktuell als Kandidatin sieht.

Er selbst hat seine Saison im Grunde offiziell beendet. Vielleicht macht er sich im November noch einmal auf den Weg über den Atlantik. Er würde sich gerne einen Platz bei den Beach Games 2019 in San Diego sichern. Ein neues Spektakel für Strand- und Wasser-Sportarten (17 Disziplinen) in den USA, das nächsten Oktober Premiere feiert. Klappt eventuell aber auch über die Weltrangliste.

Sonst kann Gruber nun erst einmal die Flipflops gegen die Schlittschuhe austauschen. Beim EV Mittenwald frönt er seiner anderen Leidenschaft, dem Eishockey. Den Ausklang auf dem Wasser feierte Gruber nochmals mit einem echten Höhepunkt. Bei der dritten Station des Goldcups auf Sardinien schaffte er es als Dritter aufs Podest, in der Gesamtwertung dieser Offenen Weltmeisterschaft erreichte er wie 2017 Position vier. „Ich bin superhappy darüber.“ Bis auf den Engländer Olly Bridge war im Grunde die komplette Weltspitze versammelt. Und die Bedingungen machten es den Kitern nicht gerade leicht. Stark drehende Winde ließen nicht viele Läufe zu. „Schade, aber Rennen, bei denen die Hälfte auf dem Wasser schwimmt, machen auch keinen Sinn.“ Bei den wenigen Races war Gruber hellwach – und schnell. Er ließ unter anderem den Franzosen Theo de Ramecourt hinter sich, den er zuletzt nicht hatte schlagen können. Selbst mit den überragenden Maxime Nocher und Nico Parlier duellierte er sich. „Bei Starkwind sind sie noch besser“, sagt Gruber. „Bei Leichtwind ist das Feld ausgeglichener.“

Der Deutsche hat aufgeholt. Eine Entwicklung, die er lange herbeisehnt. In puncto Material hat er endlich bessere Abstimmungen gefunden. Das gibt Zuversicht. Auch in Richtung Olympia und Vorherrschaft in Deutschland. Jannis Maus lag in Cagliari einmal vor Gruber. „Es ist schön, wenn zwei Deutsche vorne dabei sind, aber verlieren will ich gegen ihn nicht.“ Eine klare Ansage – auch für die Zukunft. „Ich werde sicher in den nächsten Jahren zu kämpfen haben, aber so leicht lasse ich mich nicht verdrängen.“ Olympia mit 30 – er will’s anpacken.

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