„Wir haben bis jetzt super gearbeitet. Die Jungs fahren sehr gut und fordern mich im Training. Da musst du jedes Mal Vollgas geben.“ Felix neureuther

Neureuther kein Einzelkämpfer mehr

Garmisch-Partenkirchen - Alpin-Topläufer Felix Neureuther geht mit einem guten Gefühl in die neue Saison. Dabei setzt er auf seine starke Teamkonkurrenten.

Flattach - Locker und gut gelaunt betritt Felix Neureuther die Gaststube des Sporthotels im kärnterischen Flattach. Gut zwei Dutzend Journalisten sind dort zum Medientag des Deutschen Skiverbandes im Mölltal erschienen und warten auf Deutschlands besten Slalomfahrer. Für Neureuther ein Pflichttermin, doch der 27-Jährige hat sichtlich Spaß an der Sache.

Dies gilt auch für die Arbeit mit seiner Trainingsgruppe. Vorbei sind die Zeiten des alpinen Einzelkämpfers. „Felix wollte ein Team um ihn herum aufbauen, um sich im Training mit anderen messen zu können“, erklärt Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel. „Das tut ihm gut.“

Nach seiner Schulterverletzung Mitte April und der erfolgreichen Operation bereitet sich Neureuther zusammen mit Fritz Dopfer (SC Garmisch) sowie dem jungen, talentierten Stefan Luitz vom SC Bolsterlang im Slalom und Riesenslalom auf die Saison vor. „Wir haben bis jetzt super gearbeitet. Die Jungs fahren sehr gut und fordern mich im Training“, erzählt der Werdenfelser. „Da musst du jedes Mal Vollgas geben.“

Neureuther sieht großes Potenzial bei seinen Kollegen Dopfer und Luitz: „Mit den beiden werden wir noch viel Freude haben.“ Dass die drei Techniker sich gegenseitig pushen, machte sich auch beim Sommerlehrgang in Neuseeland bemerkbar: beim Bungeejumping wollte sich niemand die Blöße geben.

Doch auch der Betreuerstab trägt seinen Teil dazu bei. Für Trainer Albert Doppelhofer findet Neureuther lobende Worte. Der Österreicher sei ein „guter Import für die nächsten Jahre“ und „ein ziemlich harter Hund“.

Felix Neureuther hat viel getestet diesen Sommer. Vor seinem Wechsel von Atomic zu Nordica waren es Skier und Schuhe - Ende September war es dann der eigene Körper. Bei einem Sturz im Training fiel der zweimalige Weltcupsieger vom SC Partenkirchen auf die operierte Schulter und musste zehn Tage pausieren.

Doch Neureuther kann seinem Malheur auch Positives abgewinnen: „Jetzt weiß ich zumindest, dass die Schulter hält.“ Nun könne er wieder „Vollgas“ geben und möchte auch im Riesenslalom angreifen, wo er momentan den 30. Platz in der Rangliste belegt. Cheftrainer Waibel hat hierfür bereits konkretere Vorstellungen, was die Leistungen seiner Schützlinge angeht: „Felix und Fritz in den Top 15 zu haben, wär’ schon das Ziel.“

Neureuthers bestes Ergebnis im Riesenslalom vergangenen Winter war Rang 16 in Alta Badia. „Ich hab’ schon noch was zu tun, aber ich freu’ mich auf die neue Saison.“ Der Garmisch-Partenkirchner zeigt sich voller Tatendrang. In knapp eineinhalb Wochen steht der Auftakt in Sölden auf dem Programm. Wenn Neureuther dort ebenso souverän und lässig auftritt wie vor den Journalisten am Fuße des Mölltaler Gletschers kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

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