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Kein Blick aufs Königsschloss: Gut, Florian Nowak kennt Linderhof ja auch schon ein paar Jahre.

Ludwig-Lauf als perfektes Training für Radsportler Nowak

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Radprofi Florian Nowak (24) überzeugt beim König-Ludwig-Lauf in seiner Heimat Oberammergau als Dritter über die lange Skating-Strecke. In zwei Wochen geht aber wieder aufs Rad für den Lotto-Kern-Haus-Profi.

Oberammergau – Im Winter Langlaufen, im Sommer Radfahren – bis zu den Schülern hat Florian Nowak noch beides betrieben. War schließlich eine gute Kombination in jungen Jahren. Für beide Disziplinen braucht man eine gute Ausdauer. Das ergänzte sich prima. So im Alter von 15 Jahren aber musste eine Entscheidung her: Der Oberammergauer setzte aufs Rennrad. Er wählte diesen Weg. Es gab ja im Ammertal eine Gruppe junger Radsportler. Das sogenannte Perspektivteam wurde installiert, das Talente wie Nowak oder Lukas und Martin Meiler am Ende wirklich soweit brachte, dass sie nun als Profis in der Straßenrennsportszene unterwegs sind. Nowak fährt in diesem Jahr seine zweite Saison für das deutsche Team Lotto Kern-Haus. „Ich dreh’ noch eine Runde“, sagt er flapsig. Womit er nicht meint, dass er ein paar lockere Einheiten mit seinem Straßenrenner absolvieren wird. Nein, er packt noch einmal richtig an. „Ich mach’ die Saison mit 100 Prozent.“

Zur Vorbereitung kam Nowak nun auf die Langlaufskier zurück. Er tut das in alter Verbundenheit stets gerne. Bietet sich ja an. „Es ist super für den Oberkörper“, sagt der 24-Jährige. „Und die Beinmuskulatur unterscheidet sich auch nicht großartig.“ Hinsichtlich der Herzfrequenz liegen die Langläufer sogar über den Radsportlern. Nowak, der den nordischen Kollegen Max Olex ganz gut kennt, hat das bei sich jedenfalls festgestellt. „Wenn ich drei Stunden mit dem Rad unterwegs bin oder eine lange Tour auf den Skiern mache, dann liege ich beim Langlaufen im Schnitt zirka zehn Schläge drüber.“

Als Höhepunkt der Winter-Vorbereitung nahm sich Nowak nun den König-Ludwig-Lauf vor. Ein Wettkampf direkt vor der Haustüre – den gibt es für die Radsportler sowieso nie. „Das ist auch mal schön, wenn Freunde und Familie dabei sind.“ Der Oberammergauer unterstrich dabei auch sein Können auf den beiden schmalen Latten mit Nachdruck. Platz drei belegte er über 50 Kilometer in der freien Technik. „Ein Wahnsinn, ich bin superstolz darauf.“ Kann er wahrhaft sein. Denn der Sieger der langen Skating-Strecke am ersten Tag des Luggi-Laufs war kein Geringerer als der Olympia-Medaillengewinner Adrien Backscheider aus Frankreich. Der holte mit der Staffel im vergangenen Jahr Bronze in Pyeongchang/Korea. „Der hat beim Start in Ettal sofort angezogen, brutal“, sagt Nowak. „Das sind wir Radsportler nicht unbedingt gewohnt.“

Der Franzose also war weg, bald verschwand auch Marathon-Spezialist Daniel Debertin nach vorne. „Ich lief dann aber in einer ganz guten Fünfergruppe.“ Darin befand sich auch der ehemalige Biathlet Florian Graf, der im März zurückgetreten war. Nowak merkte aber schnell, dass er einen „Superski“ unter den Füßen hatte. „Und in einem Waldstück war ich plötzlich weg von den anderen.“ Zunächst plagte ihn noch Unsicherheit. Was sollte er tun? Schließlich waren erst gut zwölf Kilometer absolviert. „Aber ich bin dann einfach ein zügiges Tempo durchgegangen.“ Von hinten kam keiner mehr. So überquerte er nach 37 Kilometern im Alleingang tatsächlich als Dritter die Ziellinie. „Für den Kopf war das schon eine Herausforderung“, stellt er klar.

Eine, die ihm vom Radsport freilich nicht ganz fremd ist. Da gibt es auch Solo-Ausreißversuche. Der Wechsel aufs Rad wird in zwei Wochen über die Bühne gehen. Ende Februar fliegt das Team für eine Woche zum Trainingslager nach Mallorca. Im März steht dann schon der Saisonstart auf Rhodos an. Danach wird sich die Mannschaft in erster Linie auf die deutschen Höhepunkte sowie die Bundesliga konzentrieren. „Zwei Wochen bin ich aber noch auf Skiern unterwegs.“ Egal ob auf den schmalen Brettln oder mit der Touren-Variante in den heimischen Bergen. „Da krieg’ ich einfach den Kopf frei für die Radsaison.“

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