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Neue Leidenschaft Slalom: Martina Ostler hat im Stangenwald den größten Leistungssprung gemacht.

Überraschungs-Debüt: Martina Ostler (21) startet  in Levi erstmals im Ski-Weltcup

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Endlich mal wieder eine positive Nachricht aus dem Frauen-Skisport im Werdenfelser Land: Martina Ostler (21) hat sich für den Weltcup-Slalom in Levi qualifiziert und gibt damit ihr Debüt in der Weltelite.

Garmisch-Partenkirchen – Gute Nachrichten überbringt Markus Anwander nur zu gerne. Die vom Mittwochmorgen kann sich wirklich sehen lassen. Und – vor allem – sie ist ein echter Lichtblick für den Werdenfelser Skisport. In einer Zeit, in der viele immer noch den Erfolgen von Maria Höfl-Riesch im alpinen Frauen-Rennsport nachtrauern, sorgt nun Martina Ostler für ein kleines Ausrufezeichen. Die 21-Jährige vom Skiclub Garmisch startet am Samstag in Levi (erster Durchgang 10.15 Uhr) erstmals in einem Weltcup-Rennen.

„Sie hat sich das echt verdient, weil sie Geduld bewiesen und die harten Zeiten überstanden hat“, sagt Anwander, der frühere Cheftrainer der Frauen-Nationalmannschaft und jetzige Leiter des Bundesstützpunktes alpin in Garmisch-Partenkirchen. Ostler setzte sich in der internen Qualifikation um den letzten Startplatz im deutschen Team gegen Nora Brand vom Skiclub Starnberg durch. Kurios: Brand ist mittlerweile Ostlers Trainingskollegin, lebt seit dem Frühjahr ebenfalls in der Marktgemeinde, ist damit quasi Neu-Werdenfelserin.

Die deutschen Rennläuferinnen der Lehrgangsgruppe 1b (Europacup-Team) um die Coaches Robert Krumbacher und Thomas Siegel sind derzeit in Schweden und bereiten sich dort auf die ersten FIS-Rennen und Europacups vor, die ab 26. November in Skandinavien anstehen. „Sie sind seit einer Woche oben, auch das Weltcup-Team ist dabei.“ Gesetzt sind im Slalom-Bereich aktuell Christina Ackermann, Marina Wallner, Lena Dürr und Marlene Schmotz. Das fünfte Ticket gab es bei der Ausscheidung in Kaabdalis. Zwei von vier Läufen wurden gewertet – Ostler fuhr konstant gut und setzte sich knapp vor ihrer Trainingskollegin durch.

Ein wenig überraschend kommt die Nachricht schon. Denn Ostler flog in den vergangenen Jahren eher unter dem Radar. „Das stimmt schon, aber sie war immer in der normalen Förderung des DSV drin“, merkt Anwander an. „Martina hatte immer wieder kleine Rückschläge zu verkraften, aber im vergangenen Winter hat sie dann wirklich einen Sprung gemacht.“ Speziell bei den Deutschen Meisterschaften in der Heimat präsentierte sie sich in guter Form: Ostler wurde zweimal Vierte in den technischen Disziplinen. Zuvor hatte sie die Kroatische Meisterschaft im Slalom gewonnen.

Der Torlauf hat sich ein wenig zum neuen Steckenpferd entwickelt. „Da hat sie am meisten zugelegt“, bestätigt Anwander. „Und da wird sie sicher auch schneller in den höheren Rennserien Fuß fassen, aber es wäre für sie auch wichtig, dass sie im Riesenslalom richtig dran bleibt.“

Anwander bleibt auch Realist. Dass Ostler in Levi nun durch die Decke schießt, erwartet der Skiexperte nicht. „Sie ist schon immer noch in der harten Phase. Für sie geht es erst einmal darum, jetzt im Europacup gute Ergebnisse zu fahren, um sich in der FIS-Liste zu verbessern.“ Von der Position – Ostler ist aktuell die Nummer 128 in der Welt im Slalom – hängt schließlich auch die Startnummer ab. Die dürfte in Levi jenseits der 60 liegen. „Aber in jedem Fall ist es eine Super-Motivation für sie, dass sie sich qualifiziert hat und jetzt mal ihren ersten Weltcup fahren darf“, stellt Anwander heraus.

Nach dem Debüt-Rennen in Finnland wird es für Ostler erst einmal mit dem normalen Programm weitergehen. Dann stehen die Rennen in Schweden und Norwegen an. Gemeinsam mit Brand und Klubgefährtin Mangold.

Bei den Herren wird Fritz Dopfer (SC Garmisch) am Sonntag (10.15 Uhr) der einzige Werdenfelser Starter sein. Adrian Meisen, sein Bruder Bastian oder Fred Norys liegen in der FIS-Rangliste aktuell zu weit zurück, um sich überhaupt ein Startrecht sichern zu können.

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