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Da schaut er gern zurück: Thomas Dreßen nach der ersten Weltcup-Station.

Freiräume für den Teamtypen

Ski-Ass Dreßen startet stärker als 2017 

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Er ist in guter Form. Nur kleinere Wehwehchen plagen Thomas Dreßen. Der Verband macht möglich, dass er sich voll und ganz auf den Sport konzentrieren kann. 

Lake Louise/Mittenwald – Den Formcheck hat Thomas Dreßen gebraucht. Die Bestätigung, dass er dabei ist. Rang sieben in der Abfahrt von Lake Louise, Platz neun im Super-G – das passt rein in sein Bild. Das dürfte ihm Selbstvertrauen geben.

Im Vorfeld war er sich nicht sicher gewesen, wie er drauf sein würde. Trainiert hatte er sehr ordentlich, den ganzen Sommer über. In Südamerika bei den dort üblichen Testrennen fuhr er wieder gute Resultate ein. Nur in Copper Mountain, beim letzten Trainingscamp der deutschen Speed-Mannschaft in den USA, „da bin ich schlecht Ski gefahren“. Nicht die Wunschvorstellung, um mit einem guten Gefühl in einen WM-Weltcupwinter zu starten.

Umso besser also, dass der Auftakt ein guter war. Der Mittenwalder, der sich mit der Freundin nach Oberösterreich ausquartiert hat, fuhr gleich in diese Regionen vor, in denen er im vergangenen Winter Dauergast wurde: die Top-Zehn. Der Start ist sogar ein besserer als 2017. Damals landete er im November auf der Gleitstrecke von Lake Louise zweimal auf Position 14. Was danach noch alles folgte, ist bekannt.

Doch genau diese Denkweise ist eine, die bei Dreßen überhaupt nicht verankert ist. Der Erfolg kommt nicht von allein, das ist ihm sehr wohl bewusst. „Er weiß, dass er gut Ski fahren muss“, betont Ralph Eder, der Pressemann im deutschen Alpin-Team. Und darauf arbeitet er zielstrebig hin wie eh und je. „Er macht das immer noch mit einer enormen Ruhe und Gelassenheit.“ Eine Eigenschaft beim 25-Jährigen, die Eder bewundert.

Im Sommer keine Medientermine

Die Freiräume, so arbeiten zu können, schafft der Verband seinem neuen Speed-Aushängeschild und Kitzbühel-Sieger aber auch. Eder berichtet ganz offen von einem Pakt, der Dreßen im Sommer den Rücken von sämtlichen Medienterminen freihielt. „Vor Chile haben wir alles abgesagt, damit er 100-prozentig frei im Kopf nach Südamerika fahren konnte.“

So kam Dreßen dann auch ohne „große Wehwehchen“, so Eder, durch den Sommer. Ein bisschen zwickte es wohl mal in der Hüfte. Nun, gegen Ende der Vorbereitung, meldeten sich die Zehen beim Mittenwalder. Bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad in Copper Mountain bekommt er Probleme. „Das haben viele bei diesen Verhältnissen, wenn sie lange Gleitstücke haben, lange in Position fahren müssen.“

Alles nichts, was Dreßen zurückwarf. Seine Vorstellung in Kanada macht Hoffnung auf mehr. Nur: Die Kollegen ließen noch ein bisschen aus. Schmerzt einen wie Dreßen, der ein echter Teamtyp ist. „Die anderen sind eigentlich auch richtig schnell“, sagt Eder. Er würde sich wünschen, dass Andreas Sander oder Josef Ferstl bald in Dreßens Regionen vorfahren. Denn: „Dann würde Thomas von der Rolle des Leaders ein wenig entlastet.“ Spätestens nach dem Jahreswechsel prasselt das eh alles geballt auf ihn ein: „Richtung Kitzbühel kommt das von alleine.“ Logisch. Dort startet er als Titelverteidiger.

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