Das Knie ist wieder gesund, zwickt nur manchmal: Lucas Stegemann spielt bei der U19 der SpVgg Unterhaching. Vor ihm liegen entscheidende Wochen.
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Das Knie ist wieder gesund, zwickt nur manchmal: Lucas Stegemann spielt bei der U19 der SpVgg Unterhaching. Vor ihm liegen entscheidende Wochen.

Lucas Stegemann erkämpft sich Stammplatz

SpVgg Unterhaching: Stegemann auf Sprung von der U19 in die 3.Liga 

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
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SpVgg Unterhaching: Stegemann steht vor wichtigen Wochen für seine Karriere. Die kommenden Wochen sind wegweisend für den Murnauer, in welche Richtung es geht.

Unterhaching - Am Samstag ist Halloween. Gruseltag. Wem der nicht gruselig genug ist, sei an Lucas Stegemanns Halloween 2019 erinnert. In einem Spiel am 31. Oktober hüpfte ihm die Kniescheibe hin- und her, am Abend beschäftigten sich die Ärzte damit. Danach trug er wochenlang eine Schiene und spielte monatelang kein Fußball.

Der Murnauer dürfte einer der wenigen gewesen sein, denen der Saisonabbruch im März äußerst gelegen kam. „War vorteilhaft“, sagt der 18-Jährige von der U19 der SpVgg Unterhaching. Die Welt stoppte, sein Knie heilte. Jetzt, in seinem letzten Jugendjahr beim Profinachwuchs, ist er schon wieder Stammspieler, linker Verteidiger mit Erlaubnis zum Angreifen.

Trotz Verletzung von Stegemann erkämpft er sich bei der SpVgg Unterhaching seinen Stammplatz zurück

Stegemanns linker Fuß, sein starker und gerade erholter, macht die Offensive der Hachinger U19 ein kleines bisschen besser. Seine Flanken von außen können einen Strafraum in Brand setzen. Theoretisch. In erster Linie soll er natürlich verteidigen. Das macht er mit Schnelligkeit, mit Physis (trotz 1,75 Metern Größe), mit Athletik und mit seinem linken Fuß. Das Duell um den Stammplatz hat er gewonnen, eine Leistung nach einem solchen Rückschlag. Er sagt selbst: „Ich merke schon, dass ich noch nicht da bin, wo ich vor der Verletzung war.“ Aber immerhin hat er Halloween so gut verkraftet, dass er während eines Spiels nicht mehr an das Bein denkt. Nachher meldet sich das Knie manchmal. Auch das geht noch weg.

Vor Stegemann liegen die wichtigsten Wochen seiner jungen Karriere. Der Herbst ist traditionell die Phase der Empfehlung im Bezahlfußball. Jetzt spielt man für das nächste Jahr und seinen nächsten Arbeitgeber vor. In Zeiten, in denen die Klubs jedoch kaum ihr Budget für die kommende Saison voraussehen können, dürfte Corona Verästelungen für den Transfermarkt zur Folge haben. Die Vereine agieren vorsichtiger, warten ab, geben weniger Geld aus. Für Jugendspieler könnte das eine Chance bedeuten, bei höherklassigen Klubs unterzukommen.

Mindestziel für Lucas Stegemann ist die Regionalliga 

Am liebsten würde der Murnauer in Unterhaching bleiben. Dritte Liga, wer will das nicht? Ohne unverschämt zu sein: Realistisch ist das noch nicht. Die Regionalliga, Spielklasse vier in Deutschland, hat sich der Verteidiger als Mindestziel gesetzt. „Ich mache mir schon Gedanken“, sagt er. Mit Berater Berthold Nickl wird er demnächst sprechen, die Zukunft planen. Aber Konkretes könne er erst zum Ende der Saison hin sagen. Er und seine Kollegen haben ja noch einen Auftrag zu erfüllen. Die Rückkehr in die U19-Bundesliga wollen sie schaffen, wenn das denn alles gut geht mit Corona. Davon hätte zwar Lucas Stegemann, Jahrgang 2002, nichts mehr, weil er in den Seniorenbereich aufsteigt. Doch ist der Jugendfußball immer ein Investment in die nächste Generation, die nachrückt. Die eigenen Ambitionen formuliert der Murnauer daher klar: „Kein Spiel verlieren, Erster werden.“

Vorige Woche hat Stegemann das persönliche Duell gegen den Bad Bayersoier Jakob Jörg und den TuS Geretsried gewonnen. Gut, das war keine Kunst, weil Haching Erster und der TuS Letzter ist. Für einen kleinen Plausch unter alten Freunden (sie haben in der U13 gemeinsam für Murnau gekickt) blieb nur bei einer Ecke Zeit. „Da haben wir uns kurz was gesagt.“ Das war’s. (Von Andreas Mayr)

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