Künftig ohne den Löwen auf der Brust? Im Grunde unvorstellbar bei Felix Weber (2.v.r.).
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Künftig ohne den Löwen auf der Brust? Im Grunde unvorstellbar bei Felix Weber (2.v.r.).

1860 mehr als ein Job

Bleibt Felix Weber bei 1860 München? Verteidiger spricht über die Saison in der 3. Liga und seine Zukunft

  • vonOliver Rabuser
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Felix Weber startete die Saison beim TSV 1860 als Kapitän. Bei Michael Köllner saß er zumeist auf der Bank. Sein Vertrag läuft aus, ein Wechsel wäre möglich.

München/Ohlstadt – Sie kämpften bis zum Schluss. Um den möglichen Aufstieg in die zweite Bundesliga, aber auch um die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal. Letztlich vermochten die Spieler des TSV 1860 München beide Ziele nicht zu finalisieren. Deutlich vorzeitiger zeichnete ein persönliches Fazit der abgelaufenen Saison scharfe Konturen. Hinter Felix Weber liegt ein turbulentes Spieljahr. Gestartet als Kapitän, verlässlicher Leistungsträger und fixe Größe im Team des Drittligisten, fand sich der Ohlstädter ab Beginn der Rückrunde zumeist auf der Bank wider. 

TSV 1860 München: Felix Weber über die Saison in der 3. Liga und seine Zukunft

Cheftrainer Köllners Argumentationskette speiste sich derweil vortrefflich aus den durchweg positiven Resultaten. Über ein Dutzend Partien blieben die Münchner ungeschlagen, weswegen sie sich plötzlich im Aufstiegsrennen wiederfanden. Webers Blick richtete sich auf die Mannschaft, persönliche Belange stellte er hinten an. „Plötzlich ging es um den Aufstieg; der war vor Corona dann auch unser Ziel – klar, wenn man schon so weit mit vorne dabei ist.“ 

Der Lockdown aber brachte alles durcheinander. Die Löwen mussten ohne ihr treues und frenetisches Publikum antreten und ließen zwischenzeitlich viele Punkte unnötig liegen. „Das darf nicht passieren, wenn du aufsteigen willst“, stellt das Löwen-Urgestein klar. Seit nunmehr über 15 Jahren kickt Weber für die Blauen. Ob weitere Einsätze aufaddiert werden, ist ungewiss. Der Vertrag des 25-Jährigen ist mit Saisonende ausgelaufen, seine Zukunft unklar. 

TSV 1860 München: Gehen den Löwen die Innenverteidiger aus?

Nach dem vermeldeten Abgang von Aaron Berzel hat der TSV 1860 für die kommende Saison noch drei nominelle Innenverteidiger unter Vertrag. Der einzig verbliebene Innenverteidiger mit Drittligaerfahrung, Dennis Erdmann, liebäugelte öffentlichtkeitswirksam bereits mit einer Rückkehr zu seinem vorherigen Verein, dem 1. FC Magdeburg. Die emotionale Bindung Webers zum Giesinger Traditions- und Chaosverein ist nach wie vor sehr stark. Als Identifikationsfigur für die Fans und als Kapitän der Mannschaft wäre sein Abgang ein Verlust für den gesamten Verein. 

Einmal mehr zwickt´s beim Deutschen Meister von 1966 jedoch bei den Finanzen und damit auch in Sachen Planungssicherheit. Dinge, die Weber bislang immer gut ausblenden konnte. „Ist ja nichts Neues“, merkt er lakonisch an. Persönlich könnte er sich, trotz vorliegender Anfragen, natürlich vorstellen, in Giesing „nochmal einen Vertrag zu unterschreiben.“ Dabei erinnert er an die Situation nach dem Abstieg aus der zweiten Liga im Jahr 2017. 

TSV 1860 München: Weber-Wechsel nicht ausgeschlossen

Aufgrund der extrem unsicheren finanziellen Situation musste er über mehrere Wochen hinweg darauf warten einen neuen Vertrag unterschreiben zu können. Trotz einiger Interessenten kam es für Weber damals nicht in Frage ein finanziell besser dotiertes und sportlich attraktiveres Angebot anzunehmen: „Mein Verhältnis zum Verein ist zu besonders und zu groß und daher war und ist es für mich eine große Motivation zu helfen 1860 wieder fest im Profifußball zu etablieren.“ 

Dennoch ist ein Vereinswechsel derzeit nicht ausgeschlossen. Vornehmlich regelt sein Berater die Notwendigkeiten. Es liegen demnach Anfragen aus dem In- und Ausland für den Kapitän der Löwen vor. Den Löwen tatsächlich von der Brust zu nehmen, wäre freilich alles andere als ein emotionsloser, formaler Akt für Felix Weber. Die Löwen, das ist mehr als ein Job für ihn. „Es würde mir schon sehr schwer fallen, wegzugehen.“

(OLIVER RABUSER)

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