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Aus is’: Simon Gerg reißt die Arme nach oben. Er hat eine starke Begegnung gegen Sandu Poplacean gezeigt.

SV Uffing-Trainer jubelt: „Jetzt sind wir wieder dabei“

Uffing schlägt Garmisch II kurz vor Schluss

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Dank eines Tores zwei Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit gewinnt der SV Uffing sein Heimspiel gegen den 1.FC Garmisch-Partenkirchen II und ist nun wieder oben mit dabei. 

Uffing – Im Amateurfußball haben sich schöne Rituale durchgesetzt. Nach der Partie stehen zumindest die Sieger im Kreis, einer grölt sich die Seele aus dem Leib, das Team feiert sich selbst. Der Verlierer schleicht meist schnell vom Rasen, da hängen die Köpfe. Gestern Nachmittag in Uffing sah das ein wenig anders aus. Klar, vor der SVU-Bank, da grölte vor Christian Englbrecht sogar erst noch Trainer Thomas Neumeier lauthals auf seine Kicker ein, machte ihnen klar, warum sie stolz auf sich und ihren Last-Minute-Sieg sein konnten. Doch auch Marcel Wollenberg bat seine Mannschaft, auf dem Rasen zu bleiben. War schon skurril: Keine 20 Meter weiter saßen die Geschlagenen am Boden, dort dozierte der Trainer des 1. FC Garmisch-Partenkirchen II, wie seine jungen Schützlinge mit der unglücklichen Niederlage umgehen sollten.

Logisch hätte es ein Remis werden können. Räumt auch Neumeier ein. „Ein Unentschieden wäre sicher gerecht gewesen.“ Doch wann ist der Sport schon gerecht? „Wir nehmen das mit, man muss auch mal dreckig gewinnen“, sagt der Coach. Seinen Fußballern schrie er im Kreis noch eine klare Ansage entgegen. „Jetzt sind wir wieder dabei, und am Mittwoch legen wir nach....“ Da kommt Peißenberg zum Nachholspiel. Alles klar: Der SVU will oben dabei sein in der Kreisklasse 3.

Erfolge wie das 2:1 gestern Nachmittag sind da definitiv hilfreich. Denn ein Augenschmaus war die Begegnung nicht. Sie hielt auch nicht, was man sich von einem Spitzenspiel erhofft hatte. „Sehr chancenarm“, urteilt Neumeier. „Beide Teams waren im Ansatz nicht schlecht, haben aber nichts zu Ende gebracht.“

Ein Defizit, das Wollenberg auf der Gegenseite nur zu gut kennt. Seinen Kickern musste er einmal mehr klarmachen, dass Ballbesitz allein nicht reicht. „Wir hatten sicher 60 Prozent, aber das bringt uns nicht weiter.“ Die Effizienz müsse endlich höher werden.

Er verweist vor allem auf die Anfangsphase. Da kamen die Gäste klar besser aus der Kabine. „Der FC war sehr präsent, hat gezeigt, warum er da oben steht“, sagt Neumeier. Die Uffinger staunten nicht schlecht. Das gefiel Wollenberg. Nur: „Wir müssen nach 25 Minuten auch 2:0 führen“, bemängelt er. Wahrlich. Hespon Tesfu hatte zwei dicke Dinger – auf dem Fuß und auf dem Kopf. Doch trotz bester Gelegenheiten sah er zumindest einmal eher wie ein Uffinger Verteidiger aus, als er den Ball im Fünfmeterraum noch über die Latte köpfte. „Passiert, klar“, kommentiert Wollenberg. „Und wir sind eben auch keine Übermannschaft.“

Ganz sicher nicht. Besonders in der Defensive schluderten die Garmisch-Partenkirchner in der Folge immer öfter. Im Aufbau funktionierte wenig. Da rackerte der wuselige, technisch versierte Gabriel Rusitschka wie ein Wahnsinniger – ohne Ertrag.

Die Gäste brachten sich immer mehr selbst in die Bredouille, und das nutzten die Uffinger, um reinzukommen. Ein wunderbarer Heber von Franz Sternkopf nach einer Ablage von Philipp Destek brachte den SVU dann sogar recht bald in Führung. Doch wie so oft nach einem 1:0 verfielen die Hausherren in Passivität. Die FC-Reserve kam automatisch wieder besser auf. Und beim 1:1 half SVU-Keeper Hansi Huber kräftig mit. Einen Seitfallzieher von Sandu Poplacean ließ er verdutzt gewähren. „Ich dachte, der Ball wird viel länger, und dann sind mir plötzlich drei Gedanken gleichzeitig in den Kopf geschossen“, sagt er. Das Ende vom Lied: der Ausgleich.

Neumeier appellierte in der Kabine an seine Kicker, wieder forscher zu agieren. Half nicht viel. Denn in der zweiten Hälfte präsentierte der 1. FC seinen Ballbesitz-Fußball. Nur produktiv war der ganz und gar nicht. Poplacean spulte auf der Außenbahn zwar fleißig Kilometer ab, doch Abnehmer fand er zu selten. Der FC blieb ungefährlich. Das rächte sich zwei Minuten vor dem Ende: Ein allzu leichter Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, und schon lief der Konter, den Martin Flöß zum 2:1 vollstreckte. „Freut mich für ihn, er hat eine harte Zeit hinter sich“, sagt Neumeier.

Wollenberg schluckte den Rückschlag nach außen hin schnell runter. „Der verlorene Punkt ist mir egal, ich hoffe nur, dass unser Lernprozess weitergeht.“

SV Uffing – 1. FC Garmisch-P. 2:1 (1:1)
Uffing: Huber – Gerg, Resch, Berchtold, Schweiger, Sternkopf, Kutter, Weingand, Hoffmann, Steindl, Destek. – Eingewechselt: Seidl, Flöß, Englbrecht.
1. FC GAP: Eichschmid – Tatlici, Gebremariam, Lößl, Sabljic, Loshi, Grasegger, Tesfu, Rusitschka, Poplacean, Ostermeier. – Eingewechselt: Kournaz, Serin, Jonietz.
Schiedsrichter: Ilhan Yücel (FC Bayern München). – Zuschauer: 70.
Tore: 1:0 (28.) Sternkopf, 1:1 (43.) Poplacean, 2:1 (88.) M. Flöß.

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