Bernhard Kröll beobachtet seine Athleten bei der Arbeit
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Viele Fragezeichen gibt es momentan für Biathlon-Trainer Bernhard Kröll.

Ungewisser Blick in die Zukunft

Biathlon: Terminkalender gehörig durcheinander gewürfelt – Kröll sorgt sich um die Jugend

  • vonMarco Blanco-Ucles
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Corona wirbelt den Terminplan der Biathleten im Landkreis gehörig durcheinander. Trainer Bernhard Kröll sorgt sich um die Nachwuchsarbeit.

Demütig sein. Sich zufrieden geben, mit dem was man hat. Tugenden, die nicht jeder Mensch in sich trägt. Bernhard Kröll schon. Zugegeben: Ihm bleibt nicht viel anderes übrig. Der Biathlontrainer des Stützpunkts Kaltenbrunn erlebt mit seinen Sportlern ein Jahr, in dem die Dinge schlichtweg nicht planbar sind.

„Wir haben momentan die glückliche Situation, dass wir als Individualsportler im Freien trainieren dürfen“, erwähnt Kröll den für die Biathleten wohl momentan wichtigsten Aspekt. In drei Wochen wird es ernst für David Zobel (SC Partenkirchen), Juliane Frühwirth (SV Motor Tambach-Dietharz), Hanna Kebinger (SC Partenkirchen) und Tim Grotian (SC Mittenwald). Von 17. bis 20. Dezember finden in Ruhpolding die Qualifikationswettbewerbe für die IBU-Cups statt. Diese starten anders als ursprünglich geplant erst im Januar. Eigentlich sollten die ersten IBU-Cups bereits im November und Dezember über die Bühne gehen. Den Strich durch die Rechnung zog natürlich die Corona-Pandemie. Am 14. Januar aber soll es losgehen. Schauplatz des Premieren-Rennens ist der Große Arber.

Wir planen Woche für Woche

Bernhard Kröll

Bis dahin heißt es: trainieren, so gut es geht. Große Reisen sind schwer zu bewerkstelligen. Die Lehrgänge in Italien und Skandinavien fielen zuletztdem Virus zum Opfer. Seit diesem Montag findet immerhin ein 14-tägiger Lehrgang statt. Diese Woche in Obertilliach (Österreich), kommende Woche in Ruhpolding. Zobel und Frühwirth traten die Reise nach Tirol samt negativer Corona-Tests an. Grotian wird in Ruhpolding dazustoßen. Den selben Plan verfolgt auch Kebinger, die sich momentan nach überstandener Krankheit im Aufbautraining befindet.

Wann die Athleten auf den Punkt genau fit sein müssen, ist heuer schwer zu sagen. Auch auf bereits feststehende Termine legt Kröll nur bedingt Wert: „Es zermürbt einen. Du planst, du organisierst und vier Tage später wirfst du wieder alles über den Haufen.“ Die Sportler haben es aufgegeben, im Voraus den Kalender festzulegen. „Wir planen Woche für Woche“, sagt Kröll. Er betont die Bedeutung der Wettkämpfe in Ruhpolding, die entscheiden, wer im IBU-Cup an den Start geht. „Wir brauchen die Qualifikation, können das ja schlecht auswürfeln.“ Auch wenn es noch in den Sternen steht, ob die insgesamt sechs Rennen im IBU-Cup wie geplant über die Bühne gehen können: Trainieren können die erwachsenen Sportler immerhin.

Nachwuchsbereich leidet unter den Richtlinien

Dramatischer ist die Situation bei den Junioren. „Der Nachwuchsbereich leidet unwahrscheinlich, sie dürfen nicht trainieren.“ Kröll befürchtet weitreichende Folgen für die Jugendlichen, was das Trainings- und Wettkampfverbot angeht. „Wir bekommen in diesem Bereich Probleme außerhalb von Corona. Sport ist auch für die Psyche der Kinder wichtig, als Ausgleich für die Schule.“ Und führt weiter aus: „Wir sind erwachsene Menschen und so unfassbar froh, trainieren zu dürfen. Wie soll es da erst den Kindern gehen?“ Für den Wintersport-Nachwuchs ist der momentane Lockdown doppelt bitter, fällt er doch genau in den Saisonstart. Kröll ist sich sicher, dass die Hygienekonzepte der Vereine funktionieren. Es sei wichtig, eine Lösung für die Jugend zu finden. „Ich bin überzeugt davon, dass sie sich an die Abstandsregelungen halten würden.“

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