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Neben dem Superstar: Florian Nowak (links) posiert für ein Selfie mit Peter Sagan.

„Riesenerlebnis“ auf Mallorca

Unterwegs mit dem Weltmeister: Radprofi Nowak trainierte mit Peter Sagan

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Der Ammertaler Florian Nowak kommt seinem Traum von der Weltspitze immer näher: Auf Mallorca nahm der Radprofi an einem Trainingslager von Top-Team Bora-hansgrohe teil. Gemeinsam mit Superstar Peter Sagan.

Oberammergau– Einen Schuh hat Florian Nowak mit nach Hause genommen. Als Souvenir. Unterschrieben und persönlich gewidmet von Peter Sagan. Er steht nun in einem Regal seiner Wohnung in Oberammergau und erinnert Nowak auf ewig an die aufregendsten zwei Wochen seiner bisherigen Radsport-Karriere: Als Gastfahrer begleitete er das World-Tour-Team Bora-hansgroheum den slowakischen Superstar und Straßen-Weltmeister bei dessen Trainingslager auf Mallorca.

Der Teambus von Spitzenmannschaft Bora-hansgrohe.

„Das war ein Riesenerlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde“, beschreibt der 23-Jährige die Trainingstage auf der Baleareninsel. Mit der Einladung belohnte der Rennstall aus Raubling bei Rosenheim Nowaks gute Ergebnisse im vergangenen Sommer. Der Ammertaler hatte sich zuvor für eine Art Praktikumsplatz beworben, der ihm Starts für das Bora-Team sichert. Allerdings ließ sich das nicht mit seinem Terminplan vereinen. Der Kontakt zu Teamchef Ralph Denk brach aber nicht ab. Nun kam der Boss auf Nowak zu und bot ihm das Trainingslager an.

Bei den Einheiten auf Mallorca wurden den Sportlern einiges abverlangt. Athletiktraining, Leistungstests, Gesundheitschecks und täglich viereinhalb bis sechs Stunden Radfahren standen auf dem Programm. Ein ordentliches Pensum. Doch Nowak hinterließ einen blendenden Eindruck. „Ich konnte gut mitfahren“, sagt er über seine Leistung. Das sah offenbar auch die Teamleitung von Bora-hansgrohe so. „Sie waren mit mir zufrieden und wollen mich weiter beobachten.“ Das Reinschnuppern bei dem Spitzenteam sieht Nowak als „den ersten Schritt im Hinblick auf die nächsten Jahre“. Er will sich langfristig für einen Vertrag empfehlen. Dass es dafür auch immer eine gewisse Portion Glück benötigt, weiß er. Aber den Sprung nach ganz oben traut er sich prinzipiell zu. 

„Von der Leistungsfähigkeit glaube ich schon, dass ich es drauf habe.“

Wohl gefühlt, hat er sich auf alle Fälle bei seinem Ausflug zu Bora-hansgrohe. „Alle haben mich sehr freundschaftlich aufgenommen.“ Auch Sagan zeigte keine Star-Allüren. „Er hat mich ein paar Mal zur Seite genommen und mir ein paar Tipps gegeben.“ Bewunderswert sei es, wie entspannt der Slowake mit all dem Trubel um seine Person umgehe. „Von ihm wollen gefühlt 100 Leute pro Tag ein Interview oder Autogramme“, erzählt Nowak. „Aber er bleibt immer höflich und schafft es, trotz all dem Stress zu trainieren wie ein Verrückter.“

Mittlerweile befindet sich Nowak wieder bei seinem eigentlichen Team Lotto Kern-Haus aus Koblenz. Dort ist er seit heuer Teamkapitän und will den Bundesliga-Titel verteidigen. Den Auftakt bildet am 4. März eine Rundfahrt in Düren. Zur Vorbereitung stieg Nowak im Winter auf Langlauf-Ski um. Sogar am König-Ludwig-Lauf in Oberammergau nahm er teil. Mit Erfolg. Über 45 Kilometer Skation belegte Nowak Platz sieben. Sein Fazit: „Als Radfahrer im Feld der Langläufer kann ich sehr zufrieden damit sein.“

Wie lange der Ammertaler seinem Sport noch professionell nachgeht, weiß er nicht. „Momentan kann ich mit meinem Verdienst ganz gut leben“, sagt er. „Aber eine Existenz kann ich mir davon nicht aufbauen.“ Verpasst er in den nächsten Jahren den Sprung zu einem Spitzenteam wie Bora-hansgrohe wird Nowak sich umorientieren. Vorgesorgt hat er: Seit vergangenen März besitzt er einen Bachelor-Abschluss in BWL. Und wenn es am Ende tatsächlich nichts wird mit der großen Radsport-Karriere – der Schuh und die Erinnerung an das Training mit Sagan bleiben Nowak für immer.

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