Stellwerksstörung: Verzögerungen und Teilausfälle auf der Stammstrecke

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18 Minuten früher im Ziel als bei seinem Triumph 2016: der Österreicher Thomas Farbmacher.

Gedopt mit Cola

Zugspitz Ultratrail: Farbmacher schreibt Geschichte

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Als erster Läufer verteidigt Thomas Farbmacher seinen Titel in Grainau. Auf dem Weg dorthin bekämpft der Österreicher, der noch vor fünf Jahren überhaupt keinen Sport gemacht hat, seine Magenkrämpfe mit ganz speziellen Methoden.

Grainau– Thomas Farbmacher hat nichts gegessen, was man als Essen bezeichnen kann. Es warf sich ein paar Stückchen Orange ein und ein Energie-Gel, das man schluckt und nicht verschmiert. Mehr hat er den ganzen Tag nicht heruntergebracht. Sein Bauch schmerzte so sehr. „Ziemliche Magenprobleme“, erklärt der Ultratrail-Läufer. Für die 100 Kilometer durchs Wetterstein-Gebirge dopte er. Mit Cola. Wie viel er getrunken hat? „Unendlich viel“, antwortet der Titelverteidiger aus Hopfgarten bei Kitzbühel. „Das war meine Rettung.“

Bis auf 2048 Meter Höhe am Scharnitzjoch steigen die 2400 Starter beim Zugspitz Ultratrail hinauf.

Er trank die Bauchkrämpfe einfach weg. Das Ziel erreichte er 18 Minuten schneller als im Vorjahr. Schon damals hatte er gewonnen – bei seinem ersten 100-Kilometer-Rennen. Diesmal wieder. 11:22,09 Stunden lief Farbmacher auf der Königs-Strecke des Zugspitz Ultratrail. Er erklärt es mit seiner Vorbereitung. „Ich habe viel besser trainiert.“

Mit 30 Jahren gehört er zu den jüngeren Läufern der Berglauf-Szene. Aber während viele seiner Kollegen schon in der Jugend mit dem Sport – oder wenigstens mit Leichtathletik – begannen, machte Farbmacher ganz andere Dinge an seinen Wochenende. Geraucht und gesoffen habe er. Früher wäre er gar nicht in der Lage gewesen, an einem Samstag ein Rennen zu laufen. Stattdessen wäre er „blau“ daheim geflackt, sagt Farbmacher. Doch mit 25 entschloss er sich zum Wandel. „Ich habe mir gesagt, dass es so nicht weitergehen kann.“ Er probierte es mit Laufen. Das machte gleich „Riesen-Spaß“. Es lag nahe, auf Berge zu spurten. Bei dieser Heimat: Die Gemeinde Hopfgarten (etwa 5600 Einwohner) liegt im Brixental zwischen Bergen wie Hoher Salve (man preist sie als schönsten Aussichtsberg Tirols) und Torhelm (mit 2494 Metern höchster Gipfel der Kitzbüheler Alpen). Mit der Zeit gewann er Ehrgeiz, Selbstvertrauen, Wettkämpfe. Vor einem Jahr, an seinem 30. Geburtstag, zum Beispiel den ersten Alpen X 100 in Seefeld. Veranstalter Plan B stellte den Lauf danach ein. Es kam nicht genug Geld herum.

Eva Färberböck aus Murnau belegt Rang zwei in der Masters-Klasse.

Solche Probleme kennt die Firma vom Zugspitz Ultratrail nicht. Fast 2400 Starter beteiligten sich. Rekord. Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl, dessen Sohn mitmachte, sagte bei der Siegerehrung: „Es ist grandios, wie sich dieses Veranstaltung entwickelt hat.“ Eva Färberböck hat sich quasi mitentwickelt. Vor vier Jahren begann sie auf der Kurzdistanz mit dem Basetrail. Der sei optimal zum Einstieg. „Das machen viele“, sagt die Murnauerin. Sie steigerte sich, lief im Jahr darauf die 60 Kilometer und nun die vergangenen drei Ausgaben 80 Kilometer. Die Marathon-Distanz traut sie sich noch nicht zu. „Ich glaube, bei 80 Kilometern liegt meine Grenze.“ Aber Grenzen müsse man ja überschreiten, sagt die 44-Jährige. Färberböck, die etwa fünf Ultra-Rennen im Jahr bestreitet, sorgte als Zweite der Masters-Klasse für das – nach Podestplätzen betrachtet – beste Landkreis-Ergebnis.

Ebenfalls auf das Podest schafften es zwei Urgesteine der regionalen Ausdauerszene: Andrew Syme und Andreas Strobel. Der Schotte holte in der Oldie-Klasse im Basetrail Rang zwei direkt vor Strobel, dem ehemalige Mountainbike-Ass aus Farchant. Dritte Plätze für den Landkreis staubten außerdem die Mittenwalderin Monika Adam (Basetrail XL) sowie der Garmisch-Partenkirchner Karlheinz Federle (Basetrail) – jeweils in der Kategorie Senior Master. Pech hatte dagegen die Wallgauerin Melanie Albrecht. Bei der Deutschen Meisterschaft im Supertrail XL musste sie nach 2:36 Stunden aufgeben. 2018 startet sie den nächsten Anlauf.

Auch Farbmacher wird wiederkommen. „Es heißt ja immer, dass aller guten Dinge drei sind“, sagt der Österreicher. Er wäre dann der Erste, der das Triple packt.

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