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Großer Kampfgeist: Nachwuchstalent Fritz Buziek (am Ball) sicherte sich den Rebound. Kilian Schneider (Nummer 10) und Enrico Waldmann brauchen nicht mehr eingreifen.

„So aggressiv in der Verteidigung habe ich unsere Jungs lange nicht mehr erlebt“

Holzis schaffen die Sensation

Das haben die Basketballer des TuS Holzkirchen wohl selbst nicht für möglich gehalten: Das Team von Trainer Tobias Guggenhuber schlägt den Tabellenvierten DJK Traunstein und verschafft sich Luft im Abstiegskampf.

Holzkirchen – Die Basketballer des TuS Holzkirchen haben das Siegen nicht verlernt. Dass ausgerechnet gegen ein Topteam wie die DJK Traunstein die Niederlagen-Serie gebrochen wird, damit hatten auch die kühnsten Optimisten in Holzkirchen nicht gerechnet. Mit 93:78 schlugen die Holzis am Samstagabend den Tabellenvierten aus dem Chiemgau und sorgten so für mächtig Aufwind im Abstiegskampf.

Offensichtlich hatte Coach Tobias Guggenhuber vor der Partie die richtigen Worte gefunden. Denn gleich im ersten Viertel wurden die wenigen treuen Fans, die den Weg im Schneechaos zur Batusa-Halle gefunden hatten, für ihr Kommen belohnt. „So aggressiv in der Verteidigung, und so schnell im Umschaltspiel habe ich unsere Jungs schon lange nicht mehr erlebt“, lobte Abteilungsleiter Ludwig Gößl sein Team. „Dieser Erfolg ist vielleicht kein Wunder, aber eine Sensation allemal.“

Wie aufgezogen attackierte der TuS den Traunsteiner Spielaufbau und provozierte so Ballgewinne und zahlreiche Fehlwürfe. Und die waren Ausgangspunkt für den eigenen Angriffswirbel: Dani Frystacki, Marc Gricar und sogar Center Dominik Wörmann trafen nahezu fehlerlos von der Dreierlinie. Tom Rabentko schnappte sich unter den Brettern alles, was daneben ging. Nach den ersten zehn Minuten führten die Holzis schon mit 34:19.

Wer nun aber dachte, das Ganze wäre nur ein Strohfeuer gewesen, der musste dem Team Abbitte leisten. Traunstein kam zwar im weiteren Verlauf immer besser ins Spiel, zur Halbzeit lagen die wie entfesselt auftretenden Holzkirchner aber dank der hohen Intensität und weiterer Punkte von Clemens Weinzierl mit 55:42 in Front.

Die hohe Foulbelastung sorgte beim TuS für leise Zweifel, ob das gut gehen könnte. Doch der Weg sollte sich als richtig erweisen. Egal wen Guggenhuber aufs Parkett schickte, an diesem Abend gab es nur die Devise Vollgas. So freute es ihn besonders, dass mit dem erst 18-jährigen Fritz Buziek und Kilian Schneider zwei Nachwuchstalente über sich hinauswuchsen. Ohne Scheu vor der Wucht und Erfahrung der Traunsteiner schnappten sich die beiden einen Offensiv-Rebound nach dem anderen und sorgten entscheidend dafür, dass das Spiel bis ins letzte Viertel nie wirklich spannend wurde (73:61). Dem ebenfalls erst 18-jährigen Spielmacher der Holzis, Gricar, war es vorbehalten, mit drei beinahe schon lässigen Distanzwürfen den Endstand zum 93:78 zu fixieren.

Die Spieler freuten sich nach dem Schlusspfiff still über ihren Sieg, ganz offensichtlich platt vom großen Kampf. Selbst Coach Guggenhuber reagierte mit unterkühlter Lässigkeit. Denn er hatte auch nach den vielen Niederlagen immer an das Potenzial seiner Truppe geglaubt.

wed

TuS Holzkirchen: Rabentko (25 Punkte), Gricar (22), Buziek (11), Weinzierl (11), Frystacki (10), Schneider (6), Wörmann (6), Mann (2), Waldmann.

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