Quo vadis? Nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Abteilungsleiter sogt sich Ludwig Gößl (l.) um den Fortbestand der Holzis. Foto: Jörg Wedekind
+
Quo vadis? Nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Abteilungsleiter sogt sich Ludwig Gößl (l.) um den Fortbestand der Holzis.

TuS-Abteilungsleiter Ludwig Gößl sorgt sich um Fortbestand des Jugend

TuS-Basketballer fürchten: „ Dann fehlen mehrere Jahrgänge“

Die Basketballer im TuS Holzkirchen fürchten die Folgen der Corona-Krise. Es besteht die Angst, dass im Nachwuchs ganze Jahrgänge durch das aktuelle Sportverbot verloren gehen.

Holzkirchen – Ein traumhafter Herbsttag in Holzkirchen. Die Sonne scheint und erwärmt den Tartanbelag des Basketball-Freiplatzes noch einmal auf satte 18 Grad. Spielende Kinder und Jugendliche sind hier trotzdem nicht auszumachen. Auch die Basketballer der Holzis dürfen diesen Ausnahmetag nicht nutzen. Corona und der Lockdown light sind die Gründe, warum zur Zeit jegliche sportliche Aktivität auf und in gemeindlichen Sportanlagen untersagt sind.

„Ich kann und ich mag es auch nicht mehr verstehen, warum wir hier draußen nicht in kontrollierten Kleingruppen trainieren dürfen“, versucht Ludwig Gößl seinen Frust los zu werden. Der Abteilungsleiter der Basketballer im TuS Holzkirchen fürchtet inzwischen ernsthaft um den Weiterbestand seiner Abteilung. „Schon im Oktober durften wir nur zu fünft und mit Abstand trainieren, als auf Partys und Demos die Leute ungeniert, ungeschützt und unbestraft zusammenkamen.“

Gößl erzählt, wie beim TuS, mit mehr als 3000 Mitgliedern immerhin der größte Sportverein im Landkreis, Hygienekonzepte erstellt, Teilnehmerlisten geführt und auf Abstand und Vorsicht geachtet wurde. Die drastisch steigenden Inzidenzzahlen führten nun aber dazu, dass im gesamten Landkreis alle Sportanlagen geschlossen wurden.

Gößl sicher: Erwachsene bleiben erhalten

Zwar erlaubt die Politik in Absprache mit dem Bayerischen Landessport-Verband (BLSV) inzwischen wieder fast unbegrenzten Trainingsbetrieb für Kaderathleten, doch nicht bei den Holzis und dem Rest aller Amateursportler im Landkreis. Da sind genau zwei Sportler und ein Übungsleiter erlaubt. „Natürlich kann ich Individualtraining anbieten“, sagt Gößl, „aber wie erklär’ ich dem Rest des Teams, dass sie dann diese Woche nicht kommen dürfen? Die Jungs wollen doch alle nur spielen.“

Unabhängig davon ist es wirtschaftlich einfach nicht darstellbar, für so eine überschaubare Anzahl von Sportlern die Hallen bereitzustellen, zu reinigen und vor allem zu heizen. Nachdem bei Eishockey und Handball bereits ganze Ligen abgebrochen und für beendet erklärt wurden, ist es auch bei den Basketballern nur mehr eine Frage der Zeit bis zum Worst Case.

„Die erwachsenen Spieler werden auch nach langer Pause zurückkommen“, ist sich Gößl sicher. „Doch bei den Neueinsteigern vom Sommer und unseren Jugendlichen bin ich mir da gar nicht mehr so sicher.“ So könnte Saison der Herren, die durch eine Umstrukturierung der Ligen künftig in der Bezirksklasse spielen (wir berichteten), wenn möglich, Anfang des kommenden Jahres beginnen.

Gößl: Bewegungsnotstand ist bereits dramatisch

Bei den Holzis steigt nun aber aufgrund des Verbots von Woche zu Woche die Angst, den Jugendbetrieb bald komplett einstellen zu müssen. „Da fehlen uns bis nächstes Jahr sicher gleich mehrere Jahrgänge! Die haben sich doch schon jetzt andere Bewegungsmöglichkeiten gesucht. Allein Radlfahren oder Joggen ist noch erlaubt. Im schlimmsten Fall treiben unsere Kinder gar keinen Sport mehr. Der Bewegungsnotstand ist durch den Wegfall vom schulischen Turnunterricht ohnehin bereits dramatisch.“

Nicht nur Ludwig Gößl macht sich Gedanken, wie es weiter geht. Er und alle anderen Freizeitsportler im Landkreis wünschen sich natürlich wieder fallende Corona-Zahlen. Aber eben auch ein Umdenken oder zumindest Einlenken bei den Maßnahmen. „Es gibt ausreichend Möglichkeiten, Hygiene, Abstand und Vernunft einzuhalten, ohne dass wir den Freizeit-Sport komplett zum Erliegen bringen.“

Jörg Wedekind

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare