+
Jubelt künftig für Holzkirchen: Marco Höferth (l.) war Kapitän des BCF Wolfratshausen.

Fünffacher Jugend-Nationalspieler

Marco Höferth wechselt zum TuS Holzkirchen

  • schließen

Holzkirchen - Marco Höferth wechselt vom BCF Wolfratshausen nach Holzkirchen. Beim Testspiel gegen die SpVgg Unterhaching ist er allerdings noch nicht dabei. 

Beim TuS Holzkirchen geht es dieser Tage Schlag auf Schlag. Der Fußball-Landesligist präsentiert den nächsten Neuzugang. Und der hat es in sich: Marco Höferth vom Bayernligisten BCF Wolfratshausen wechselt an die Haidstraße. Der 28-jährige Mittelfeldspieler stammt aus der Jugend des FC Bayern München, lief fünf Mal für die deutsche U18-Nationalmannschaft auf, absolvierte drei Partien in der dritten Liga und kann auf 29 Regionalliga-Partien zurückblicken. „Wir freuen uns sehr, dass er sich für uns entschieden hat“, sagt Abteilungsleiter Adrian Saft. „Wir kennen ihn schon seit der Relegation vor zwei Jahren.“

2014 in der zweiten Runde der Relegation zur Bayernliga gab Höferth im Rückspiel in Wolfratshausen mit seinem Einwurf die Vorlage zum 1:0, das 2:0 erzielte er selbst. „Wir waren seit der Relegation immer in Kontakt“, sagt Höferth. „Holzkirchen hat sich sehr um mich bemüht und mir gezeigt, dass sie mich wollen.“ So entschied sich der Münchner nach fünf Jahren in Wolfratshausen nun für den TuS. „Ich will nochmal eine neue Herausforderung und bei dem Projekt in Holzkirchen mitwirken.“ In der Landesliga spielte Höferth bislang nur ein Jahr mit dem BCF.

Der 28-Jährige leitet ein Fitness-Studio

Der gebürtige Wertheimer zog 2003 nach München, um drei Jahre lang das Internat des FC Bayern zu besuchen. In der U17 spielte er unter Trainer Stefan Beckenbauer, in der U19 unter Kurt Niedermayer, mit dem er 2006 deutscher A-Jugend-Vizemeister wurde. „Das Finale haben wir gegen Schalke verloren, das war bitter.“ Nach zweieinhalb Jahren holte ihn Trainer Hermann Gerland in die Reserve-Mannschaft. „Dann begann bei mit leider so ein bisschen die Verletzten-Misere.“ Höferth kam nicht mehr zum Einsatz und wechselte zum Regionalligisten SC Pfullendorf. „Da habe ich mir dann gleich den Knöchel gebrochen.“

Nach einem Abstecher zu Liga-Konkurrent SpVgg Weiden, der nach vier Monaten insolvent ging, hatte Höferth genug vom Profi-Fußball. „Ich habe dann beschlossen, beruflich in München Fuß zu fassen und mir was zu suchen, wo ich nebenbei Fußball spielen kann.“ Heute leitet der 28-Jährige ein Fitness-Studio in Haidhausen. „Der Weg nach Holzkirchen ist auch nicht weiter. Es ist nur eine andere Autobahn“, sagt er und lacht. Mit ausschlaggebend für seinen Wechsel waren letztlich auch die Gespräche mit TuS-Trainer Gediminas Sugzda. „Seine Vorstellung, wie er Fußball spielen lassen will, hat mich überzeugt.“ Sugzda plant mit Höferth im zentralen Mittelfeld. „Da fühle ich mich am wohlsten.“

Erster Einsatz vermutlich im August

In Wolfratshausen kam Höferth auch im defensiven Mittelfeld und sogar in der Innenverteidigung zum Einsatz. „Zentral kann ich aber mehr ins Spiel eingreifen. Das ist meine Lieblingsposition.“ Beim BCF war Höferth zuletzt Kapitän, diesen Anspruch erhebt er in Holzkirchen nicht. „Ich will mich einbringen und Verantwortung übernehmen. Aber dafür brauche ich die Binde nicht.“ Den Saisonstart verpasst er allerdings. „Ich habe mir im Februar den Schienbeinkopf gebrochen.“ In Wolfratshausen fiel Höferth die komplette Rückrunde aus. „Ich muss jetzt noch ein bisschen lockerer machen.“ Seinen ersten Einsatz im Trikot des TuS Holzkirchen hofft er, Anfang August bestreiten zu können. „Ins Mannschaftstraining steige ich aber früher ein.“

Seine Teamkollegen beginnen damit bereits am Montag. Am Freitag, 17. Juni, steht dann schon das erste Testspiel an. Um 18 Uhr ist die SpVgg Unterhaching an der Haidstraße zu Gast. Höferth kommt vielleicht als Zuschauer. „Eigentlich haben wir da eine Familienfeier, aber ich muss mal sehen.“ Nachdem die Holzkirchner jetzt zwei Jahre auf ihn gewartet haben, kommt es wohl auf ein paar Wochen mehr nicht an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare