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Weltcup-Sieger der Zukunft? In Hartpenning sammelten 25 Kinder erste Biathlon-Erfahrungen.

25 Kinder beim Schnuppertraining

Biathlon beim SVO: An Nachwuchs wird es nicht mangeln

  • vonHeidi Siefert
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25 Kinder kamen zum Biathlon-Schnuppertraining des Skiverbands Oberland. Für Nachwuchs dürfte also gesorgt sein. Magdalena Frey und Laura Möning vom TSV Hartpenning müssen mit neuen Waffen trainieren.

Hartpenning – Großen Spaß hatten die neugierigen Skijäger der Zukunft des Skiverbands Oberland (SVO) trotz ausbleibenden Schnees heuer auf grüner Wiese. Bei einem Schnuppertraining kurz vor dem sportlichen Lockdown probierten rund 25 Kinder unter Leitung von SVO-Trainerin Annelies Cook auf der Anlage in Hartpenning, wie sich die Kombination aus Laufen und Schießen anfühlt.

Der Großteil habe richtig Feuer gefangen, erzählt Biathlon-Sportwartin Hanna Frey, die sich besonders darüber freute, „dass Annelieses ehemalige Team-Kolleginnen auf der Rückreise von einem Wettkampf überraschend mitgewirkt haben“. Nicht nur von diesem zusätzlichen Motivationsschub beflügelt können die Mädchen und Buben den Trainingsbeginn kaum erwarten. Die seit Jahren gut eingespielte Oberlandler-Trainingsgruppe unter den Fittichen der in Tölz lebenden Weltcup- und WM-erfahrenen US-Biathletin Cook und Lena Krey, die sich vornehmlich um Kraft, Kondition und Lauftraining der jungen Sportler kümmert, würde regulär Anfang Mai in die Vorbereitung starten.

In Hartpenning werden dann wieder die sechs Schießplätze direkt an der Sportanlage Dreh- und Angelpunkt für die Nachwuchs-Biathleten sein, die sie sowohl laufend als auch mit Skirollern ansteuern können. Zumindest die jüngeren unter ihnen, deren Sportgerät noch das Luftgewehr ist. Für die Größeren aus der Hartpenninger Talentschmiede geht es nun mit der Kleinkaliberwaffe an den Schießstand.

Magdalena Frey schießt künftig mit Kleinkaliberwaffen

Und das ist gar nicht so einfach, wie Hanna Frey aus eigener Erfahrung weiß. Weil Tochter Magdalena, die sich wieder Hoffnung auf den Landeskader machen darf, mit 15 Jahren nun ebenso zum „richtigen“ Biathlon aufrückt wie ihre Klubkameradin Laura Mönig, wechselt sie nun auch die Waffe, was Aktive und Verein vor neue Herausforderungen stellt. Um mit dem Gewehr hantieren zu dürfen, müssen Aktive und Eltern einen tadellosen Leumund haben und unter anderem beim Gespräch mit einem Psychologen ihre Befähigung beweisen. „Einen Waffenschrank haben wir inzwischen auch zuhause“, sagt Frey, die selbst einen entsprechenden Aufsichtsschein erwarb, um die jungen Sportler an der Schießanlage unterstützen zu können.

Die Luftgewehr-Schießanlage in Hartpenning können die Mädchen mit dem Kleinkaliber nicht mehr nutzen. Bei Kleinkaliberschützen übliche Anlagen sind für die Wintersportler auch ungeeignet, wenn sie über die beim Biathlon übliche weite Distanz gehen, da sie für das Auflegen der Gewehre ausgerichtet sind. Das funktioniert nicht mit Stehend-Schießen und erst recht nicht liegend. So werden Hanna Frey und Laura Mönig nun bei den Werdenfelsern trainieren, mit denen die Skiverbände Oberland und München als Region vier ohnehin eng verbandelt sind.

Jetzt gilt es, Abläufe zu trainieren

Neu wird ab der Jugend16 auch, dass die Waffe nicht am Schießstand bereit liegt, wenn die Biathleten angelaufen kommen. Erstmals tragen sie das Gewehr beim Laufen am Rücken und müssen entsprechend den Ablauf lernen, es möglichst schnell in Anschlag zu bringen und wieder zu schultern.

Dinge, mit denen sich die Jüngsten noch nicht beschäftigen müssen. Wohl aber die Nordischen im TSV Hartpenning, wie sie ihre Kapazitäten von Trainern über Schießstände und Leihwaffen bestmöglich organisieren können. Am Nachwuchs wird es im kommenden Winter höchstwahrscheinlich nicht mangeln.

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