In der Verfolgung konnte Stefanie Scherer am Samstag einige Plätze gutmachen.
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In der Verfolgung konnte Stefanie Scherer am Samstag einige Plätze gutmachen.

Biathlon EM: Stefanie Scherer gewinnt mit Justus Strelow Titel im Single-Mixed

Nach Silber im Vorjahr: Stefanie Scherer gewinnt EM-Gold im Single-Mixed

Stefanie Scherer vom SC Wall ist Biathlon-Europameisterin: Im Single-Mixed gewann sie den Titel gemeinsam mit Justin Strelow.

Wall/Duszniki Zdroj – Justus Strelow nimmt die letzte Kurve auf der perfekt präparierten Piste von Duszniki Zdroj und biegt auf die Zielgerade ein. Mit einem Lächeln im Gesicht schiebt er sich auf seinen Langlaufski über die letzten Meter der Single-Mixed-Staffel bei der diesjährigen Biathlon-EM. Dort empfängt ihn Stefanie Scherer mit ihren Ski und Stöcken in den Händen, die sie zum Jubeln in die Höhe streckt. Die Biathletin vom SC Wall und Strelow von der SG Stahl Schmiedeberg sind Europameister.

In den kommenden Tagen wird also neben der EM-Silbermedaille aus dem Vorjahr in derselben Disziplin auch eine Goldmedaille hängen. „Die haben in meiner Wohnung in Ruhpolding schon einen Platz“, erzählt Scherer, die schon glücklich in den Tag gestartet war.

Denn nach zwei weniger zufriedenstellenden Rennen im Sprint und der Verfolgung, bei denen sie 27. und 19. wurde, bekam Scherer das Vertrauen der Trainer, in der Single-Mixed-Staffel an den Start zu gehen. Im Sprint blieb Scherer zwar in beiden Schießeinheiten fehlerfrei, hatte allerdings in der Loipe zu kämpfen und am Ende einen Rückstand von knapp einer Minute auf die Siegerin Karoline Erdal (wir berichteten). Trotz einer Strafrunde in der Verfolgung machte sie einige Plätze gut, wurde als 19. dennoch nur fünftbeste Deutsche Starterin.

Scherer gibt Sieg beinahe aus der Hand

So war nicht selbstverständlich, dass sie eine der drei Staffelstarterinnen sein wird. „Ich habe mich einfach gefreut, dass ich wieder laufen darf“, sagt die 24-Jährige, die das Vertrauen sofort mit einer starken Leistung rechtfertigte. Mit nur einem Nachlader in ihrer ersten Liegendeinlage und einem fehlerfreien Stehendschießen übernahm Scherer bei ihrem ersten der beiden Einsätze die Führung und übergab als Erste an Strelow.

„Ich habe im Rennen dann schon gemerkt, dass es einigermaßen gut läuft“, sagt Scherer. Ihr Teamkollege Strelow tat es ihr gleich und baute die Führung mit ebenfalls einem Nachlader sogar etwas aus. Mit 13,5 Sekunden Vorsprung ging Scherer ein zweites Mal ins Rennen – und drohte, den Sieg zu verspielen. Zwei Nachlader im Liegen und einen im Stehen später musste Scherer das weltcuperfahrene russische Team um Larisa Kuklina und Evgeniy Garanichev vorbeiziehen lassen.

Doch was Scherer im Zielbereich vor Anspannung gar nicht mehr richtig mit anschauen konnte, sicherte dank eines fehlerfreien Schießens und starker Laufleistung von Strelow der deutschen Single-Mixed-Staffel: die Goldmedaille bei den Europameisterschaften in Polen. „Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, weil wir uns eher in einer Außenseiterrolle gesehen haben“, erzählt Scherer. Und so erfüllte sie sich nach Platz sieben im Einzel doch noch den Traum einer Siegerehrung und schwärmt dabei von den Blumen. „Sie sind wunderschön und genau in meinen Farben.“ Der Blumenstrauß wird in den kommenden Tagen verwelken, doch der Erfolg und die Goldmedaille bleiben.

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