„Das freut mich, wenn das gesehen wird“, sagt Stefanie Scherer über die Plakate in Wall und Warngau.
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„Das freut mich, wenn das gesehen wird“, sagt Stefanie Scherer über die Plakate in Wall und Warngau.

Stefanie Scherer wird bald Polizeimeisterin

Eine super Möglichkeit: Scherer geht in letzte Ausbildungsphase bei Landespolizei

  • vonMichael Eham
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Biathletin Stefanie Scherer vom SC Wall geht in die letzte Phase ihrer Ausbildung bei der Bayerischen Landespolizei. Über die Glückwunsch-Plakate in ihrer Heimatgemeinde freut sie sich.

Wall – Für viele Sportlerinnen und Sportler stellt sich im Anschluss an die Schule die Frage nach Sport oder Beruf. Natürlich befasste sich auch Stefanie Scherer mit ihrer Zukunft. Bei der Bayerischen Landespolizei ist die heute 24-Jährige glücklich geworden. Denn dort kann sie gleichzeitig ihrem Sport nachgehen und eine Ausbildung zur Polizeimeisterin absolvieren. „Für mich ist die Ausbildung eine super Möglichkeit, Sport und Beruf zu kombinieren“, erklärt die Biathletin vom SC Wall.

Statt den üblicherweise zweieinhalb Jahren in Vollzeit ist die Ausbildung für die Spitzensportlerin auf fünf Jahre gestreckt. Dafür sind ihre Präsenzphasen deutlich gekürzt. Insgesamt ist Scherer vier Monate ihm Jahr – von März bis Juni – an ihrem Ausbildungsstandort in Ainring in Präsenz und dann acht Monate freigestellt, um zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen. Vor allem wenn sich die Präsenzphase ab Mai mit der Saisonvorbereitung überschneidet, ist die Belastung hoch. „Da sind die Tage oft von halb sechs Uhr morgens bis abends durchgetaktet“, erzählt Scherer, die sich in den letzten Zügen ihrer Ausbildung befindet.

Im August 2016, zwei Jahre nach ihrem Ausbildungsbeginn, kam der erste Stern, der Scherer als Polizeioberwachtmeisterin kennzeichnet, auf die Schulter der Uniform. Im Juli beendet die Wallerin nun ihre Ausbildung und wird dann zur Polizeimeisterin befördert. Beendet ist ihre Zeit bei der Bayerischen Landespolizei dann allerdings nicht. So lange sie jährlich die Kaderkriterien im Deutschen Skiverband (DSV) erfüllt und dem Spitzensport erhalten bleibt, ist Scherer auch noch im Spitzensportprogramm der Polizei. Neben Biathlon werden am Wintersportstandort Ainring unter anderem auch Rodeln, Bob, Ski alpin, Langlauf, Skisprung oder Snowboard gefördert. Die Sommersportler absolvieren ihre duale Karriere in Dachau und haben ihre Präsenzphasen in den Wintermonaten. Ähnliche Programme bieten auch die Bundespolizei, die Bundeswehr und der Zoll an. Vanessa Hinz (SC Schliersee) ist beispielsweise Zollbeamtin, Natalie Geisenberger (ASV Miesbach) bei der Bundespolizei angestellt.

Plakate in Warngau und Wall

Scherer hofft, dass sich die Mühen und anstrengenden Trainingstage auszahlen – entweder im Weltcup oder eben in der Polizeikarriere. In welche polizeiliche Richtung sie am Ende gehen möchte, will sie auf sich zukommen lassen. Unterstützung bekommt die 24-Jährige aber nicht nur von der Landespolizei, sondern auch aus ihrem Heimatort. In Wall und Warngau wurden für die Biathletin Plakate zur Begrüßung nach der anstrengenden IBU-Cup-Saison aufgehängt. „Das freut mich natürlich, wenn das wertgeschätzt und gesehen wird, auch wenn es noch nicht im Fernsehen übertragen wird“, sagt Scherer.

Denn auch wenn ihre Saison insgesamt nicht allzu erfolgreich verlaufen ist, feierte man in Wall ihren Europameistertitel in der Single-Mixed-Staffel. In der Gesamtwertung des IBU-Cups, also der zweiten Liga im Biathlonsport, wurde sie 28. Vor allem läuferisch kam sie nicht richtig in die Spur. Einen Hauptgrund dafür habe sie zwar nicht gefunden, aber dennoch gemeinsam mit den Trainern Ursachenforschung betrieben. „Ich kann die paar positiven Sachen rausziehen und aus dieser Saison hoffentlich für die nächste lernen“, sagt sie. In die Biathlonsaison 2021/22 startet sie dann aller Voraussicht nach als Polizeimeisterin.

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