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Bögl vor Winterspielen: Den Sport in den Mittelpunkt rücken

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Von: Sebastian Schuch

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Gespräch aus dem Hotelzimmer: Lucas Bögl und seine Mitstreiter stellten sich online den Fragen verschiedener Medien. Screenshot: GoToWebinar/DSV
Gespräch aus dem Hotelzimmer: Lucas Bögl und seine Mitstreiter stellten sich online den Fragen verschiedener Medien. © Screenshot: GoToWebinar/DSV

In der finalen Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele ist Langläufer Lucas Bögl entspannt und freut sich auf das sportliche Großereignis.

Landkreis – Rund eineinhalb Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in China macht Langläufer Lucas Bögl einen entspannten Eindruck. „Man muss locker bleiben, darf sich nicht zu sehr verkrampfen“, sagte er am Montag im digitalen Pressegespräch, zugeschaltet vom abschließenden Lehrgang in Davos.

In der Schweizer Höhe könne der er fast ein bisschen durchatmen, erklärte der 31-Jährige schmunzelnd, nachdem nach dem Training an der Tauplitzalm unter anderem ein Power-Waschtag und diverse Vorbereitungen auf den Peking-Trip angestanden waren (wir berichteten). Dazu kommen noch die Themen Corona und Politik. Beispielsweise habe er auf Instagram viele Direktnachrichten bekommen, die ihn zum Boykott der Winterspiele aufgerufen hätten. „Man darf sich nicht darauf versteifen und sollte sich auf den Sport konzentrieren“, meinte Bögl.

Bögl setzt nicht auf virtuelles Training

Das gilt freilich für alle Sportler und für die Langläufer noch mal mehr als für manch anderen. Die Strecke kennen sie noch nicht – und wenn, dann nur virtuell. Wobei Bögl sich nicht zu sehr auf diese technische Möglichkeit fokussiert. „Selbst wenn ich am Laufband eine Geschwindigkeit laufe, ist es vor Ort anders“, beschreibt er. Eisige Abschnitte seien schneller, während Neuschnee bremse. Deshalb habe er sich eher allgemein vorbereitet. Mit 80 Höhenmeter gehe nicht davon aus, „dass es zu leicht wird“. Die Strecke werde allgemein als schwer eingestuft.

Lokalsport-Podcast: Alle Wadlbeißer-Folgen im Überblick.

Als Ziel setzt sich der Holzkirchner eine Steigerung zu den Ergebnissen vor vier Jahren in Pyeongchang, als er 15. und 16. wurde. „Man will immer das, was man schon geschafft hat, wiederholen und verbessern. Mein Ziel ist ganz klar, um die Top Ten zu laufen.“ Die guten Ergebnisse vom Final Climb der Tour de Ski oder auch der Kälte von rund 20 Grad unter Null beim Saisonauftakt im finnischen Ruka machen ihm Hoffnung, dass gute Resultate möglich sind. Starten will Bögl im Duathlon, dem Einzel, über 50 Kilometer und in der Staffel. Sprints, wie er sie an der Tauplitzalm auch trainiert hat und sich eine mittlere Zerrung geholt hat, sollte man in seinem Alter „einfach sein lassen“, sagte der Holzkirchner scherzend.

Schlickenrieder sieht in Staffel größte Chancen

Während Bögl die beiden ausgefallenen Weltcups in Les Rousses und Planica eh ausgelassen hätte, hätte sich Bundestrainer Peter Schlickenrieder diese durchaus gewünscht. „Sie wären für einige trainingsmethodisch wichtig gewesen“, erklärte der Neuhauser.

Vor gefälschten Corona-Tests hat er keine Angst. „Ich kann mir nicht ausmalen, dass man massenhaft Tests fälscht, bis ein Chinese gewinnt“, nahm er der Diskussion etwas Wind aus den Segeln. Auch die Angst vor positiven Tests sei überschaubar, der Großteil der Sportler sei besser darauf eingestellt. Außerdem habe man alles getan, um Infektionen zu vermeiden. So belegen die Langläufer in Davos eine eigene Hoteletage mit eigenen Treppenaufgang. Aber klar: „Gefeit ist man natürlich nie.“

Sportlich rechnet Schlickenrieder seinen Athleten in den Staffeln die größten Chancen auf Top-Platzierungen aus. Bei den Männern rechnet er mit norwegischen Festspielen in Peking. Vorteil Schlickenrieder: Von Elisabeth Schicho, die mittlerweile als Trainerin in Norwegen arbeitet, erhalte er viele Infos, wie sich die Skandinavier auch vor Ort auf die Spiele vorbereiten.  ses

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