Ihre Trophäen aus Hawaii oder von xterra-Triathlons bewahrt Claudia Walser bis heute an besonderen Plätzen auf.
+
Ihre Trophäen aus Hawaii oder von xterra-Triathlons bewahrt Claudia Walser bis heute an besonderen Plätzen auf.

Valleyerin siegt bei erster Teilnahme

Das Sportereignis 2005: Claudia Walser gewinnt Transalp

  • Sebastian Schuch
    VonSebastian Schuch
    schließen

2005 war ein besonderes Jahr für Claudia Walser: Bei ihrer ersten Teilnahme gewann die Valleyer Triathletin mit ihrer Partnerin Christine Fleißner gewann sie überraschend den Transalp.

Valley – Die Alpen und die Überquerung des höchsten Gebirges Mitteleuropas üben seit jeher eine besondere Faszination auf die Menschheit aus. War es vor Jahrhunderten noch der Entdeckerdrang, messen sich mittlerweile Sportler darin. Transalp nennt sich dieser Wettbewerb mit dem Fahrrad, der Titel ging 2005 an die Valleyerin Claudia Frank, die mittlerweile wieder ihren Mädchennamen Walser trägt, und ihre Teamkollegin Christine Fleißner.

„Wir hätten nie gedacht, dass wir so weit vorne sind“, erinnert sich Walser zurück. Während sie als Triathletin natürlich regelmäßig im Sattel saß, schwang sich Fleißner, die aus dem Biathlon kam, nur ab und an fürs Training aufs Radl. Also ging das Duo den Transalp ohne große Ambitionen an. Auf 780 Kilometern und 18 810 Höhenmetern mit dem Ziel Gardasee in Italien kann ja auch einiges schiefgehen.

Genau das passierte dem Duo, das Walser und Fleißner den Sieg überlassen musste. „Es war noch ein österreichisches Team vor uns, auf der dritten oder vierten Etappe ist eine von ihnen gestürzt, dann mussten sie aufgeben“, erinnert sich die heute 50 Jahre alte Walser. Beflügelt von dem Spitzenplatz und der gegenseitigen Unterstützung ließ das Oberland-Team nicht nach und sicherte sich den Sieg. Die letzten 800 Meter seien genial gewesen, sagte Walser damals, das perfekte Wetter irgendwo auch ein Ausgleich für eine Zwischenetappe mit drei Grad und Schneeregen gewesen. „Da sind so viele Bilder im Kopf, die Erlebnisse kann einem keiner mehr nehmen - und man möchte sie nicht missen“, betont Walser.

Das Sportereignis 2000: Hubert Maier wird Weltmeister im Freitauchen.

Der Sieg beim Transalp war allerdings nicht der einzige Höhepunkt im Jahr 2005 für die Valleyerin. Beim noch jungen Alpentriathlon in Schliersee sicherte sie sich mit 20 Minuten Vorsprung die Landkreiswertung, sie gewann einen xterra-Triathlon auf Lanzarote und beschenkte sich an ihrem 35. Geburtstag mit dem Sieg beim Cross-Triathlon in der Steiermark selbst. „Das ist natürlich ein supertolles Gefühl. Man ist voll beschwingt, voll motiviert alles zu geben, noch mehr aus sich rauszuholen, weil man sich mit einem Sieg oder einer guten Platzierung bestätigen möchte“, sagt Walser. Das ist ihr an diesem Tag wahrlich gelungen. Kurz darauf gelang ihr mit dem sechsten Platz, dem ersten in ihrer Altersklasse, beim Half-Ironman in Monaco die Qualifikation für ihren dritten und letzten Ironman auf Hawaii im Folgejahr.

Das Sportereignis 2001: Stefan Kogler wird Junioren-Weltmeister.

Transalp, Lanzarote, Monaco, Hawaii oder die Triathlon-Weltmeisterschaft in Dänemark, als Triathletin kam Walser viel rum. „Ich habe zu der Zeit viele Wettkämpfe gemacht, um zu reisen, das zu verbinden.“ All die Jahre, all die Orte, an denen sie zuvor noch nie gewesen war, die sie aber durch den Sport besuchen konnte: „Eine schöne Zeit.“ Natürlich und vor allem Hawaii als Höhepunkt.

Walser: Hätte Schritt zum Profi wagen sollen

An die Pazifikinsel muss Walser auch denken, wenn es um die Frage geht, warum sie nie den Schritt zum Vollprofi gewagt hat. Der frühere Triathlet Hannes Blaschke, der 1985 Vierter beim Ironman und 1989 Zweiter beim Ultraman auf Hawaii geworden war, habe sie animiert, den Sport professionell zu betreiben. „Zu der Zeit habe ich mich immer als schlechter wahrgenommen, als ich eigentlich war. Ich habe immer gesagt, so gut bin ich nicht“, meint die Valleyerin. Dabei wäre sie mit 35 im besten Alter einer Langstrecken-Triathletin gewesen. Diese erreichten ihren Höhepunkt zwischen 30 und 40. Es ein, zwei Jahre professionell zu versuchen, wäre interessant gewesen, meint Walser heute.

Den Druck bei internationalen Rennen habe sie auch gar nicht so groß empfunden, zumindest im Vergleich mit dem Alpentriathlon Schliersee. „Der hatte für mich immer einen hohen Stellenwert“, betont die 50-Jährige. „Hier kennt einen fast jeder.“ Und es wusste fast jeder um ihre Erfolge. Deshalb sei sie immer sehr nervös gewesen. Und dennoch sei der Alpentriathlon, bei dem sie insgesamt elfmal die Landkreis-Wertung gewonnen hat, der Höhepunkt des Jahres gewesen. „Die Strecke war immer super.“ Ähnliches gelte für den Triathlon in Bad Tölz, bei dem sie als Sportlerin des WSV ebenfalls unter besonderer Beobachtung gestanden habe.

Das Sportereignis 2003: Benny Lauth debütiert offiziell in Nationalmannschaft.

2019 hat Walser übrigens noch einmal am Alpentriathlon teilgenommen. Kurzentschlossen und ohne großes Training. „Da ist der Wettkampfgeist wieder gekommen“, erinnert sie sich. Auf dem Rad-Teilstück habe sie einen Teilnehmer nach dem anderen überholt. „Da habe ich mich total abgeschossen.“ Auf der letzten Gerade den Spitzing hoch kam der Mann mit dem Hammer, beim Laufen sei sie fast gegangen. „Da haben mich alle wieder überholt“, sagt sie und lacht. Eine Klasseleistung war es dennoch, in der Landkreis-Wertung wurde sie Dritte. Falls sie noch einmal teilnimmt, will sie dennoch mehr trainieren.

2009 nahm Walser noch einmal am Transalp Teil

Ihren letzten Langdistanz-Triathlon hat Walser 2006 absolviert, in ihrem letzten Jahr gewann sie die Kombi-Wertung der Cross-Triathlon-WM, für die sie zunächst auf Hawaii und anschließend auf der Nachbarinsel Maui teilnehmen musste. „Ich dachte, wenn ich schon drüben bin“, sagt Walser, die auch bei ihren vorherigen Teilnahmen 2003 und 2004 beide Wettbewerbe absolviert hat.

Auch wenn Walser zwischenzeitlich an den Bodensee zog, ganz weg vom Sport ist sie nicht gekommen. Bei ihrem damaligen Arbeitgeber Lightweight traf sie auf den Ex-Rennradfahrer Jörg Ludewig, mit dem sie beim Transalp 2009 noch einmal Zweite in der Mixed-Wertung wurde. „Absoluter Wahnsinn, eine ganz andere Liga“, sagt sie beim Vergleich einer Triathletin und eines Radprofis auf dem Rennrad.

Das Sportereignis 2004: TV Tegernsee überraschend deutscher Meister im Blitzschach.

Seit 2013 lebt Walser wieder mit ihrem achtjährigen Sohn Johannes in Valley. Vormittags arbeitet sie hauptberuflich in der Holzkirchner Frischeküche, freiberuflich gibt sie zudem Schwimmkurse und ist als Reitlehrerin tätig. Die beiden sportlichen Komponenten fallen coronabedingt seit Monaten weg. Vor allem das Schwimmen geht ihr derzeit „ganz arg ab“, meint sie. Immerhin konnte sie mit Johannes schon einige Ski- oder jetzt Mountainbiketouren unternehmen. Er sei mit großer Begeisterung dabei, das sei das Wichtigste. Einen Transalp oder Iroman tut sich Claudia Walser nicht mehr an. Aber wer weiß, vielleicht überzeugt sie ihr Sohn in ein paar Jahren vom Gegenteil.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare