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Über die Hoffnungsrunde zum Titel: Im Mannschafts-Wettkampf zeigten (v.l.) Daniel Steber, Christian Späthe, Mathias Kohlhuber und Stefan Zellermayer ihr Können wie schon beim Titel im Team-Zielschießen.

Eisstock-WM in Regen

Stefan Zellermayer holt dreimal Gold

  • vonThomas Spiesl
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Was für ein Erfolg: Bei der Weltmeisterschaft der Stockschützen in Regen hat sich Stefan Zellermayer (21) vom TSV Hartpenning als einer der erfolgreichsten Athleten präsentiert. Er räumte in der Klasse U23 drei Weltmeistertitel ab.

Wie im Fußball findet auch bei den Eisstockschützen nur alle vier Jahre eine Weltmeisterschaft statt. Am Start waren auch einige Exoten aus Brasilien, Australien und Weißrussland. Ausgetragen wurden die Wettkämpfe in der deutschen Eisstock-Hochburg in Regen, und die Veranstalter hatten keine Kosten und Mühen für eine moderne Inszenierung gescheut.

Los ging es für Zellermayer mit dem Einzelwettbewerb, in den er als einer der Top-Favoriten startete. Dabei werden insgesamt vier Runden – bestehend aus jeweils vier Disziplinen – geschossen. Zuerst wird auf die Daube in den mittleren Zielringen gemaßt, dann müssen Stöcke aus dem Haus geschossen werden. Anschließend steht das Maßen in die hinteren Zielringe an, ehe die schwierigste Aufgabe, das Kombi-Schießen, wartet.

Nach der Vorrunde mit den ersten beiden Runden lag der Hartpenninger mit 341 Punkten überraschenderweise um 21 Zähler hinter dem bis dato unbekannten Stefan Schirnhofer aus Österreich, der aber am zweiten Tag einbrach und auf Rang vier landete. Im Finale schoss sich dann Markus Rothberger aus Österreich, der zuvor noch auf Rang acht gelegen hatte, in die Top-Plätze. Vor dem letzten Durchgang lag Zellermayer sogar nur auf Platz vier.

Angefeuert von den zahlreichen deutschen Fans, behielt Zellermayer dann aber die Nerven und sicherte sich mit dem allerletzten Schuss den Titel. Am Ende hatte er mit 671 Punkten nur einen Zähler Vorsprung auf Christoph Maierhofer aus Österreich und fünf Punkte auf Rothberger, der sich Bronze sicherte.

Am nächsten Tag stand das Mannschafts-Zielschießen an. Dabei werden zwei Durchgänge in denselben Disziplinen wie beim Einzel geschossen. Jeder Schütze ist dabei für nur eine Disziplin zuständig. Beim Team Germany maßte Mathias Kohlhuber auf die Daube in den mittleren Ringen, Zellermayer trat beim Stockschießen an, Daniel Steber maßte in die hinteren Ringe und Christian Späthe schoss die Kombis. Am Ende setzten sich die Deutschen mit 348 Punkten deutlich vor Österreich und Italien durch. Für den Hartpenninger war es die zweite Goldmedaille.

Die dritte sollte am Abschlusstag im Mannschafts-Wettkampf folgen. Dabei wird im Modus Jeder-gegen-jeden auf sechs Kehren jeweils zwei Mal gegen jedes Team geschossen. Die Vorrunde schlossen die Deutschen mit 28:4 Punkten als Zweiter hinter Österreich ab und qualifizierten sich damit die Page-Playoffs. Dabei trifft der Erste auf den Zweiten, der Sieger steht direkt im Finale. Der Dritte und der Vierte ermitteln parallel ihren Sieger, der dann gegen den Verlierer des ersten Duells den zweiten Finalisten ausschießt.

Zellermayer und seine Teamkollegen Michael Lindner, Josef Schmid, Tobias Thurner und Sebastian Empl unterlagen im ersten Duell gegen Österreich und mussten damit in die Trostrunde, wo der deutsche Vierer auf Brasilien traf, das zuvor Tschechien ausgeschaltet hatte. Nach einem deutlichen 22:3-Erfolg wartete erneut Österreich im Endspiel.

Dieses Mal waren die Gastgeber auf den Punkt voll konzentriert und sicherten sich mit einem 15:6 den nächsten Titel. Am Ende war nicht nur Zellermayer der Mann der Veranstaltung, sondern die Deutschen durften sich mit 13 Gold-, drei Silber und zwei Bronze-Medaillen auch über den ersten Platz in der Nationenwertung freuen. „Es war eine tolle Weltmeisterschaft mit Riesen-Leistungen von Stefan Zellermayer“, freute sich Gustl Maurer, der den Hartpenninger Schützen nach Regen begleitete.

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